It’s-OWL-Projekt Aware: Praxisnahe Lösungen

Wie die Arbeit der Zukunft aussehen kann

18. Juni 2021, 12:00 Uhr   |  

Wie die Arbeit der Zukunft aussehen kann
© It´s OWL

Kooperations- und Themenmatrix des Verbundprojekts Aware.

Übernimmt den Job, der heute sicher scheint, morgen ein Roboter? Digitale Sprints, agile Teams – welche Herausforderung bedeutet dies für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sowie Führungskräfte? Das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation verändert sich durch den digitalen Wandel in vielen Bereichen und auf diversen Ebenen. Seit Ende 2018 hat das It’s-OWL-Projekt Aware die Folgen der Digitalisierung in der Arbeitswelt aus möglichst vielen Blickwinkeln betrachtet. Dieses Projekt stellt mit seinem Abschluss nun Handlungsempfehlungen, Schulungsmateriealien und Workshop-Konzepte bereit, die erste Antworten darauf geben sollen, wie Mensch, Organisation und Technik gelungen in Einklang gebracht werden können.

Im Technik-Netzwerk It‘s OWL (Intelligente Technische Systeme Ost-Westfalen-Lippe) entwickeln über 200 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen Lösungen für intelligente Produkte und Produktionsverfahren. Der Verbund gilt als eine der größten Initiativen für Industrie 4.0 im Mittelstand.

Die Frage, was technisch möglich ist, stand lange im Fokus vieler Forschungsprojekte rund um Industrie 4.0. Doch die digitale Transformation bedeutet mehr: Geschäftsmodelle, Mitarbeiterführung, Ausbildung – auch das unterliegt dem rasanten digitalen Wandel. Im Projekt „Aware“ (Arbeit 4.0, Bedarfsanalyse und Unterstützungsangeboten für produzierende Unternehmen) haben sich unter der Leitung von It‘s OWL vier Hochschulen, zwei Fraunhofer-Institute, sechs Unternehmen und die IG Metall zusammengeschlossen, um die Potenziale der Digitalisierung für die Arbeitswelt zu erschließen und ganzheitlich zu gestalten.

„Für uns als Technologie-Netzwerk ist es enorm wichtig die Weiterentwicklung auf der einen Seite mit der notwendigen Transformation von Organisation und einzelnem Mensch, der arbeitet auf der anderen Seite, zusammenzuführen“, erklärte Projektleiter Klaus Jansen von It‘s OWL. Mit der Digitalisierung der Arbeit rücken laut ihm auch soziale Aspekte der Arbeitsgestaltung in den Fokus. Es gelte, die Beschäftigten im Wandel zur Digitalisierung aktiv einzubinden, ihre Arbeitsbedingungen und Qualifikationen anzupassen und mit den Gremien der betrieblichen Mitbestimmung Veränderungen der Arbeitswelt gemeinsam umzusetzen. Dabei seien Unternehmensziele und Bedürfnissen der Beschäftigten in Einklang zu bringen. Nur so gelinge nachhaltige und erfolgreiche digitale Transformation im Unternehmen.

Die Vielfältigkeit des Themas zeigte sich laut den Beteiligten auch in der Größe des Projekts. In acht Arbeitspaketen habe man Teilaspekte von Arbeit 4.0 untersucht: Das Spektrum reichte dabei von Führung und agile Organisation über Kompetenzentwicklung und Assistenzsysteme bis zur partizipativen Technologiegestaltung. Genauso wurden die Bereiche Diversity und Arbeitnehmermitgestaltung erforscht.

„Führungskräfte sind der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung von Veränderungen in Unternehmen. Es ist essenziell, sie auf diese Aufgabe vorzubereiten und mit den notwendigen Kompetenzen auszustatten, um auch zukünftig erfolgreich zu führen“, sagte Professor Dr. Günter W. Maier von der Universität Bielefeld. Maier hat das Teilprojekt Digitale Führung im Rahmen von Aware geleitet, das sich mit Fragestellungen beschäftigte wie: Welche Veränderungen von Führungsaufgaben, -kompetenzen und -kultur wird es durch die Digitalisierung geben? Welche Instrumente sind hilfreich, um Führungskräfte bestmöglich auf die Veränderungen vorzubereiten? Und: Wie lässt sich ein Kulturwandel in Bezug auf agile Führungsmethoden unterstützen?

In einem ersten Pilotprojekt der Universität Bielefeld in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Hettich entstand ein allgemeines Kompetenzmodell für digitale Führung. Das Fazit: Strategische Planung, Kommunikation, Arbeitsgestaltung und Strategieorientierung werden als Führungskompetenzen zunehmend wichtiger als Fachwissen und Biografie. Eine zweite Pilotanwendung der TH OWL und der Firma Lenze hat die Ansprüche an digitale Führung konkret am Anwendungsbeispiel Shop-Floor-Management untersucht.

Dabei wurde beispielsweise eine Schulung zur Digitalisierung von Prozessen durch Beschäftigte mittels Low-Code-Programmierung entwickelt und getestet. Mit dieser Art der Programmierung ist es möglich, Softwareanwendungen ohne erweiterte Programmierkenntnisse über eine grafische Benutzeroberfläche zu erstellen.

Seite 1 von 2

1. Wie die Arbeit der Zukunft aussehen kann
2. Ergebnisse und weitere Planung

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

Fraunhofer-Institut für