Leoni, globaler Lösungsanbieter für das Energie- und Daten-Management in der Automobilbranche und weiteren Industrien, hat nach eigenen Angaben eine intelligente Kabeltechnik entwickelt, die Energie- und Datenströme effizienter, sicherer und verfügbarer machen soll. „LEONiQ“ sei in der Lage, verschiedene Parameter wie Temperatur oder mechanische Belastung entlang eines beliebigen Kabelsystems zu erfassen und auszuwerten. Die Schlüsseltechnik ermöglicht dadurch Rückschlüsse auf den Zustand des gesamten Kabelsystems sowie dessen Steuerung. Damit werde zum ersten Mal nicht nur das Vernetzte intelligent, sondern auch die Vernetzung selbst, so der Hersteller. Leoni stellt das Produkt erstmals auf dem Microsoft-Stand der Hannover Messe vor und will zeigen, wie die Technik funktioniert und welchen Nutzen sie Anwendern und Kooperationspartnern bringt.

Das Unternehmen wandle sich damit vom erfahrenen Kabelproduzenten zum Technologiepartner seiner Kunden und nutze gleichzeitig die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, erklärte Bruno Fankhauser, Vorstandsmitglied der Leoni AG mit Verantwortung für den Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions. Das Ziel sei es, intelligente, individualisierte und zukunftsweisende Lösungen anzubieten

Zur angekündigten Technik zählen drei Hauptelemente:

  • Eine Systemsimulation für Energie- und Datenübertragung: Bereits in der frühen Entwicklungsphase setzte das System auf die digitale funktionale Simulation von Kabellösungen, um diese bestmöglich für den jeweiligen Anwendungsfall auszulegen.
  • Sensorische und intelligente Verbindungslösungen: In systemkritischen Anwendungen lässt sich durch sensorische und elektronische Elemente entlang des Kabelsystems eine neuartige Monitoring-Funktion integrieren. Diese erfasse kontinuierlich verschiedene Parameter wie Temperatur, Dichtigkeit, mechanische Belastung oder GPS-Position.
  • Datenanalytik und Smart Services: Algorithmen in der Cloud analysieren die erfassten Daten, die der Anwender im Rahmen eines Dashboards einsehen kann – bei Bedarf nahezu in Echtzeit. Dieser Prozess ermöglicht eine Reihe von datenbasierenden Smart Services wie Frühwarnsysteme, aktive Systemsteuerung oder punktgenaue Handlungsempfehlungen.

Ein Beispiel für den Einsatz der Technik ist laut Leoni die Ladeinfrastruktur für Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge. Dort könne sie dazu beitragen, Hochleistungs-Ladezyklen zu überwachen und zu optimieren. So ließe sich beispielsweise im Zusammenspiel mit Sensordaten aus der Ladesäule und der Fahrzeugbatterie in Kombination mit der Kabeltemperatur jeder Ladevorgang jederzeit an der maximal möglichen Leistungsgrenze betreiben. Im Ergebnis ist das Fahrzeug laut dem Verkabelungsspezialisten dann sicherer und schneller geladen, und ein Fehler werde im Fall der Fälle frühzeitig erkannt – zum Nutzen des Anwenders und des Betreibers der Ladestation.

Weitere Informationen stehen auf www.leoni.com zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.