Ist ein LWL-Kabel zu knapp bemessen, beschädigt oder durch Umbaumaßnahmen zu kurz geworden, steht der Installateur oft vor einem Problem: Wie soll er den Reparaturspleiß in den gut gefüllten Brüstungskanal oder Bodentank packen? Eine kleine Reparatur-Spleißbox kann Abhilfe schaffen.

Jeder Praktiker kennt die Situation: Bei der Installation kommt es bei Umbaumaßnahmen immer wieder vor, dass Kabel beschädigt werden oder ganz plötzlich zu kurz sind. Beispiele gibt es ausreichend: In einem Großraumbüro setzen Installateure LWL-Dosen und Consolidation Points um. Der Konfektionierer liefert einen zu kurzen Kabel-Trunk. Oder ein installiertes Kabel hat einen falschen oder beschädigten Stecker. Der Installateur muss die Kabel dann oft an kaum zugänglichen und beengten Stellen reparieren, verlängern oder neue Stecker anbringen.

Am Verteilerschrank kann der Installateur oft noch gut eine Spleißbox für die Reparaturspleiße anbringen, doch im Brüstungskanal oder im Bodentank ist dafür nicht genügend Platz. Kupplungen sind im Brüstungskanal ebenfalls keine adäquate Lösung, da an ihnen der Ziehstrumpf hängen bleibt, wenn der Installateur ein neues Kabel nachziehen will. Außerdem sind Kupplungen nicht für nennenswerte Zugbelastungen ausgelegt.

Mit diesem Hintergrund entwickelte der Hersteller Datec Netze aus dem bayerischen Kolbermoor eine kompakte Reparatur-Spleißbox, die ungefähr so groß wie eine Bleistiftschachtel (10 mm  x  40 mm x  210 mm) ist. Sie bietet Platz für zwölf Spleiße. Der Installateur schneidet den Stecker der installierten Leitung ab und spleißt ein werksseitig vorkonfektioniertes, geprüftes Kabel-Pigtail oder ein Patch-Kabel in passender Länge an das gekürzte Ende. Die Spleiße sind in der flachen Spleißbox gesichert, staubgeschützt und zugentlastet verstaut.

Sind längere Distanzen zu erneuern, bietet es sich an, ein Patch-Kabel in der passenden Länge zu verwenden, bei dem der Installateur auf einer Seite den Stecker abschneidet und dieses an die zu reparierende Strecke anspleißt.

Spleißverfahren

Für die Konfektionierung bieten sich Fusions-, Klebe- und mechanische Crimp-Spleiße an. Klebespleiße sind den Praktikern oft zu langwierig, da es mehrere Stunden dauern kann, bis der Klebstoff getrocknet ist. Bei mechanischen Spleißen misstrauen viele LWL-Installateure der Verbindungsqualität. Doch mechanische Spleiße empfehlen sich zum Beispiel, wenn widrige Umgebungsbedingungen herrschen, etwa niedrige Temperaturen oder hohe Luftfeuchtigkeit, oder nur ein sehr kleines Zeitfenster zur Verfügung steht. In der Regel jedoch bevorzugen die Fachleute nach wie vor den klassischen Fusionsspleiß. Denn gerade bei Reparaturspleißen soll die Verbindung mit möglichst wenig zusätzlichen Dämpfungsverlusten behaftet sein.

Die flache Reparatur-Spleißbox eignet sich für bis zu zwölf Spleiße. Ihre Abmaße: L = 210 mm x B=40 mm x H = 10 mm. Bild: Datec Netze

Sauberes Arbeiten ist entscheidend

Daher ist ein sauberes Arbeiten bei der Vorbereitung der Faser besonders wichtig. Der Installateur muss die Faserenden fachgerecht absetzen, mit einem hochwertigen Cleaver brechen und die Stirnflächen mit einer geeigneten Reinigungsflüssigkeit von Staubpartikeln und anderen Verunreinigungen befreien. Denn für einen dämpfungsarmen Spleiß müssen die Faserstirnflächen gerade, sauber und unversehrt sein.

Dies sollte der Installateur unbedingt vor dem Spleißen mit einem Mikroskop prüfen und die Stirnflächen gegebenenfalls noch einmal reinigen oder sogar die Faser erneut brechen. Dann lassen sich die zu verbindenden Faserenden im Spleißgerät exakt aufeinander justieren und spleißen.

Laut Manfred Paulus, Geschäftsführer von Datec Netze, dauert die Reparatur eines vierfaserigen Kabels mit Lokalisierung der Fehlerstelle, Möbelrücken, Spleißen und dem Aufräumen des Arbeitsplatzes realistisch insgesamt etwa ein bis zwei Stunden. Dies gelinge schon einmal in einer verlängerten Mittagspause, also bei Bedarf, ohne den Betrieb großartig zu stören.

Dipl.-Ing. Doris Piepenbrink ist freie Journalistin in München