Die Anforderungen an die IT-Infrastruktur eines Unternehmens steigen rapide. Sie soll zum einen leistungsfähig, skalierbar und flexibel sein. Nur dann ist die IT-Umgebung in der Lage, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Angeboten zu unterstützen. Und nur dann trägt die IT dazu bei, Betriebsvorgänge zu vereinfachen, ohne dass die Mitarbeiter Abstriche bei der Performance, Verfügbarkeit und der Qualität von IT-Services hinnehmen müssen.

Doch zum anderen dürfen die Kosten nicht den Budget-Rahmen sprengen, wenn der IT-Verantwortliche IT-Ressourcen und Applikationen an schnell wechselnde Anforderungen anpasst. So geht das Beratungshaus Gartner zwar davon aus, dass die weltweiten Ausgaben im Bereich Rechenzentrumssysteme im Jahr 2018 um 3,7 Prozent steigen. Doch im Vergleich zu anderen Bereichen wie Enterprise-Software mit einem Anstieg um 11,1 Prozent oder IT-Diensten mit einem Plus von 7,7 Prozent nimmt sich dieser Zuwachs bescheiden aus. Für 2019 prognostiziert Gartner bei Rechenzentrumsystemen gar nur ein Wachstum von 1,1 Prozent. Das heißt, der Kostendruck im Rechenzentrum bleibt bestehen.

Hinzu kommen weitere Herausforderungen. So sind nur wenige Unternehmen in der Lage, auf der „grünen Wiese“ ein neues und leistungsfähiges Rechenzentrum zu errichten. Vielmehr müssen sie in den meisten Fällen vorhandene IT-Umgebungen mit heterogener Hard- und Software berücksichtigen, wenn ein Upgrade des Rechenzentrums ansteht. Dies alles spielt sich vor dem Hintergrund eines nach wie vor eklatanten Mangels an IT-Fachkräften in Deutschland ab. Komplexe IT-Umgebungen sind vor diesem Hintergrund keine Lösung.

Anforderungen an zukunftssicheres Rechenzentrum

Ein Rechenzentrum, das für künftige Anforderungen ausgelegt ist, muss folgende Kernanforderungen erfüllen:

  • Die Implementierung von Systemen und Anwendungen sowie deren Betrieb vereinfachen,
  • neue Workloads möglichst schnell bereitstellen,
  • kosteneffizient arbeiten,
  • eine möglichst niedrige Komplexität aufweisen,
  • eine Performance und Verfügbarkeit bieten, welche die Anforderungen von Nutzern in Bezug auf Service Levels und Service Level Agreements erfüllt,
  • den Budget-Rahmen einhalten und
  • mit den Marktanforderungen Schritt halten.

Letztlich laufen die Vorgaben an ein modernes Rechenzentrum darauf hinaus, eine höhere Wertschöpfung und eine optimale Nutzererfahrung zu garantieren.

„Do-it-Yourself“ ist keine Lösung

Mit einem „Do-it-Yourself“-Ansatz lässt sich das nicht erreichen. Diese bislang übliche Vorgehensweise ist schlichtweg zu aufwändig. Denn es kostet Zeit und Geld, um aus einer Vielzahl von Hard- und Software die passenden Komponenten auszuwählen und diese mithilfe von Experten zu einer IT-Infrastruktur zu integrieren. Hinzu kommt der Aufwand für Tests und die Integration der neuen IT-Komponenten in die Produktionsumgebung (siehe Bild oben).

Eine praktikable Alternative ist eine konvergente Infrastruktur (Converged Infrastructure, CI). Eine solche Infrastrukturlösung für Rechenzentren von mittelständischen und größeren Unternehmen besteht aus vorkonfigurierten, validierten und getesteten Modulen: Server-Systemen, Storage-Komponenten und Netzwerk-Switches. Hinzu kommt eine Management-Software, mit der Administratoren die konvergente Infrastruktur zentral verwalten können. Außerdem steht im Idealfall eine Virtualisierungslösung zur Verfügung, etwa VMware vSphere.

Ein Beispiel für eine solche Converged-Infrastructure-Lösung ist Nflex. Sie entstand aus einer Kooperation von Fujitsu und NetApp. Die Kernelemente bilden leistungsfähige Server der Reihe Primergy CX von Fujitsu sowie All-Flash- oder Hybrid-Flash-Speichersysteme der Reihe AFF A-Series und FAS von NetApp. Hinzu kommen Netzwerk-Switches der Reihe VDX 6740 von Extreme Networks.

Eine möglichst einfache, modulare und multidimensionale Skalierbarkeit ist ein Schlüsselelement einer konvergenten Infrastruktur. Allerdings setzen viele Anbieter auf einen wenig flexiblen Ansatz. Das heißt, Anwender müssen alle Komponenten – Storage, Server und Netzwerksysteme – parallel erweitern. Dies ist auch dann der Fall, wenn ein Unternehmen lediglich mehr Speicherplatz benötigt, aber keine höhere Server-Leistung. Besser und kostensparender ist, wenn der Nutzer die Rechenleistung, Ausstattung mit Arbeitsspeicher sowie die Storage-Kapazitäten separat anpassen kann, und all dies aus einer Hand erhält.

Eine wichtige Rolle spielt bei einer CI-Lösung die Management-Software. Eine solche Software sollte eine konsistente Verwaltung aller Server-, Storage- und Netzwerksysteme ermöglichen, und das auf eine möglichst intuitive Weise. Systemverwalter erhalten dadurch Zugang zu allen relevanten Informationen, etwa Performance-Daten, und können schnell auf neue Anforderungen oder Performance-Engpässe reagieren.

Variable Konfigurationsoptionen

Ein wichtiges Kriterium einer CI-Lösung ist, dass der Nutzer die Wahl zwischen mehreren Konfigurationen hat. Sie sollte es Nutzern beispielsweise ermöglichen, die Zahl der Server-Knoten sowie die Memory- und Storage-Kapazitäten nach Bedarf auszuwählen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sich die IT-Umgebung an geänderte Anforderungen anpassen lässt, und zwar entsprechend dem Finanzrahmen des Unternehmens.

Zudem lohnt sich ein Blick auf die zur Verfügung stehenden Speichertechnologien. All-Flash-Storage-Systeme sind zwar derzeit in aller Munde. Doch benötigen nicht alle Workloads die hohe Performance und niedrigen Latenzzeiten von Flash-Speichern. Daher sollte eine konvergente Infrastrukturlösung auch Alternativen bereitstellen, etwa Hybrid-Storage-Systeme. Sie kombinieren herkömmlichen Speichermedien wie Festplatten mit Flash-Storage.

Auch Unternehmen, die eine Cloud-Strategie umsetzen wollen, können von einer Converged Infrastructure profitieren. Aufeinander abgestimmte Server- und Speichersysteme bilden eine solide Basis für geschäftskritische Workloads. Diese lassen über das hauseigene Rechenzentrum bereitstellen. Zudem haben Nutzer die Option, parallel dazu Public-Cloud-Dienste einzusetzen. In der Praxis bevorzugen viele Unternehmen in Deutschland eine solche Hybrid Cloud.

Daher ist es unverzichtbar, dass eine konvergente Infrastruktur die Anbindung an eine Public-Cloud ermöglicht. Eine zweite Komponente sind Storage- und Datendienste, die Hybrid Cloud-Umgebungen unterstützen. Sie machen transparent, wo welche Informationen lagern und wer darauf Zugriff hat. Solche Funktionen stellt beispielsweise bei Nflex die NetApp Data Fabric zur Verfügung. Die Management-Funktionen verknüpfen die konvergenten Infrastruktursysteme im Unternehmensrechenzentrum mit Public-Cloud-Diensten, etwa von AWS oder Microsoft.

CI-Lösungen in Verbindung mit Cloud-Ressourcen oder unternehmenseigenen Rechenzentren lassen sich zudem nutzen, um eine Disaster-Recovery- und Business-Continuity-Strategie umzusetzen. Solche Systeme spiegeln in diesem Fall Daten und Applikationen in eine Cloud oder in ein Ausweich-Rechenzentrum. Diese stehen dem Mitarbeiter somit auch dann zur Verfügung, wenn ungeplante Ausfälle der IT-Infrastruktur an einem Standort eintreten oder Wartungsarbeiten durchgeführt werden.

Fazit

Bei genauer Betrachtung der Eigenschaften und Funktionen von CI-Systemen wird eines klar: Es handelt sich nicht um ein „Stück IT-Technik“. Vielmehr eröffnen solche Systeme einem Unternehmen die Möglichkeit, agil auf dem Markt aufzutreten, neue Geschäftschancen zu erschließen und seine Wertschöpfung zu optimieren. Die seit Jahren beschworene wirtschaftliche Relevanz der IT wird somit Realität.

Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn eine konvergente Infrastruktur aus hochwertigen Komponenten von führenden Anbietern besteht. Wer auf No-Name-Server und günstige Storage-Systeme in Verbindung mit einer Virtualisierungssoftware setzt, spart am falschen Ende. Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Eine konvergente Infrastruktur auf Basis von beispielsweise Nflex lässt sich innerhalb eines Tages in Betrieb nehmen. Das spart Zeit und beschleunigt die Amortisierung der Lösung. Doch damit man solche kurzen Implementierungszeiten erreicht, müssen nicht nur die Komponenten der Hersteller perfekt zusammenarbeiten. Gleiches gilt für die IT-Berater und Support-Fachleute.

Michael Homborg ist Category Manager Primeflex bei Fujitsu ().