Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts – sowohl für die Werbebranche als auch für Industrieunternehmen. In den Maschinen- und Anlagen der Industrie fällt eine Vielzahl von Daten an – Temperatur, Druck, Energieverbrauch, Vibrationen. Diese Werte werden von Sensoren ständig gemessen, überwacht und der Steuerung bereitgestellt. So entsteht eine große Datenmenge, die kontinuierlich zunimmt. Aus dieser sehr großen Datenmenge gilt es, die jeweils relevanten Daten herauszufiltern und anhand von intelligenten Datenanalyseverfahren auszuwerten, sodass sich Anomalien frühzeitig erkennen und entsprechende Vorhersagen treffen lassen. Der Maschinen- und Anlagenbetreiber ist mithilfe von Industrial Analytics so in die Lage, pro aktiv zu reagieren, bevor der Fehler auftritt – ungeplante Maschinenstillstände sind auf diese Weise vermeidbar.

Die Ingenieure von Weidmüller starten nach eigenen Angaben dazu einfach mit allen vorhandenen Prozess- und Maschinendaten, aus denen das Maschinenverhalten zu lernen ist. Anschließend reduziert das System die Daten und betrachtet nur jene, die zum eigentlichen Maschinenverständnis erforderlich sind. Abhängig vom Maschinentyp dient dazu die Konfiguration einer applikationsspezifische Analytics-Engine. Dabei handelt es sich um eine Software, mit der sich das Maschinenverhalten überwachen und prognostizieren lässt. Weidmüller nennt dies „Advanced Analytics“.

Es gehe nicht nur darum, historisch Daten zu analysieren, sondern vor allem auch darum, Vorhersagen zu treffen. Den Vorhersagen liegen handfeste mathematische und statistische Verfahren zugrunde, um daraus das Maschinenverhalten zu beschreiben und zu analysieren. Die Vorgänge innerhalb einer Maschine oder Anlage sind zwar komplex – mit dem nötigen Handwerkszeug sind sie jedoch ohne Hellseherei vorhersagbar.

„Industrial Analytics bringt die Produktion auf ein anderes Level“, sagt Michael Matthesius, Global Industry Development Manager Machinery bei Weidmüller.

Die Vision im Maschinenbau ist es, eine völlig neue Kundenbeziehung aufzubauen. Dazu biete sich ein verändertes, datengetriebenes Geschäftsmodell auf ideale Weise an, so der Hersteller. Als Erläuterung nennt er folgendes Beispiel: Wenn heute die Maschine steht, muss der Betreiber den Hersteller anrufen, der einen Service-Fachmann vorbeischickt. Diese Beziehung wird sich in Zukunft umkehren: Der Maschinenbauer wird dann pro aktiv seinen Kunden kontaktieren und ihn aufgrund der analysierten Daten auf ein aktuelles Problem oder einen bevorstehenden Fehler hinweisen. Der Vorteil: Die Maximierung der Produktionszeiten durch Industrial Analytics steht in einem direkt messbaren Mehrwert, der sich in einer Return-on-Invest-Zeit von wenigen Monaten niederschlage.

Zusätzliche Informationen gibt es unter www.weidmueller.com.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.