„Wir befinden uns durch das Aufkommen künstlicher Intelligenz auf der Schwelle zu einer weiteren Renaissance“, so Michael Dell, Chairman and CEO von Dell Technologies. Die Aufgabe seines Unternehmens sieht er darin, vom Edge bis zum Rechenzentrum und zur Cloud-Infrastruktur KI-fähige IT zu liefern. Bei der Unterstützung der digitalen Transformation seiner Kunden will sich Dell Technologies auf sechs Kerngebiete konzentrieren.

Bei einer Hausveranstaltung zum Thema KI (künstliche Intelligenz) verglich Firmengründer Michael Dell die Bedeutung aktueller Entwicklungen rund um die digitale Transformation mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts: Habe es zu Gutenbergs Zeiten ein paar Dutzend Druckmaschinen gegeben, seien per Internet heute Milliarden Endgeräte vernetzt – und mit dem IoT (Internet of Things) sollen es bald nochmals erheblich mehr sein.

„Wir befinden uns durch das Aufkommen künstlicher Intelligenz auf der Schwelle zu einer weiteren Renaissance“, so Michael Dell, Chairman and CEO von Dell Technologies.

„Wir befinden uns durch das Aufkommen künstlicher Intelligenz auf der Schwelle zu einer weiteren Renaissance“, so Michael Dell, Chairman and CEO von Dell Technologies.

Der Konzernchef erwartet einen „massiven technologiegetriebenen Investitionszyklus“, wobei das „Datenkapital“ das wertvollste Asset für ein Unternehmen sei. Das Heben dieses Schatzes erfordere umfangreiche investitionen in KI-fähige Infrastruktur. Dells Ansatz sei es hier, so der namensgebende CEO, vom Netzwerkrand (Edge) über das Datacenter bis zur Cloud-Infrastruktur mit integrierter KI zu liefern: von einer verteilten KI-fähigen Edge-Infrastruktur bis hin zur hochautomatisierten und ebenfalls KI-fähigen Cloud-Architektur. Zu eben diesem Zweck sei Dell Technologies geschaffen worden.

Michael Dells Eingangsbemerkungen ergänzte John Roese, seines Zeichens CTO von Dell EMC, um Zahlen, Fakten und Angaben zur Produktstrategie. „Die Ära der Daten ist angebrochen“, so Roese: 90 Prozent aller heute gespeicherten Daten seien erst in den letzten zwei Jahren entstanden; und im Jahr 2020 soll der weltweite Datenbestand 44 ZByte betragen. Dabei wachse nicht nur die Datenmenge exponentiell, auch die Nutzung verändere sich grundlegend: von „write once, read never“ hin zur laufenden Datenanalyse zur Optimierung der Produktion.

Drei Kernbereiche der digitalen Transformation

„Die Ära der Daten ist angebrochen“, sagt John Roese, CTO von Dell EMC.

„Die Ära der Daten ist angebrochen“, sagt John Roese, CTO von Dell EMC.

Der neue Fokus auf die Nutzung von Daten für die digitale Transformation betrifft laut Roese drei Kernbereiche: Erstens erfahre die „User Experience“ eine „Hyperpersonalisierung“ mittels ML-basierter (Machine Learning) interaktiver Assistenten. Zweitens werde künftig jeder wichtige Geschäftsprozess ML-gestützt ablaufen, was laut Roese im Laufe der nächsten zehn Jahr Produktivitätsgewinne in Höhe von drei Billionen Dollar ermöglichen soll. Drittens werde die Datenauswertung mittels künstlicher Intelligenz bisher Unmögliches möglich machen – autonome Fahrzeuge ebenso wie sich selbst optimierende Fabriken.

Der Edge werde in der Datenära eine ebenso wichtige Rolle spielen wie das Rechenzentrum oder die Cloud, so Roese – nicht zuletzt deshalb, weil die Zahl der IoT-Geräte in den nächsten Jahren auf zwei bis drei Milliarden anwachsen werde. Die nächste Mobilfunk-Generation 5G wiederum werde deren Anbindung stark verbessern, sodass man Compute-Aufgaben an den Netzwerkrand verlagern kann. Dies sei auch nötig, so der Dell-EMC-CTO, generiere ein autonomes Testfahrzeug doch 30 TByte Daten pro Tag, während eine vernetzte Fabrik Woche für Woche PBytes an Daten erzeugen werde.

Fokus auf sechs Punkte

Vor diesem Hintergrund, so John Roese, werde sich Dell Technologies auf sechs Aspekte konzentrieren:

  1. Beschleunigtes Rechnen für individuelle Aufgaben, zum Beispiel mittels spezialisierter, dicht bestückter Server,
  2. Edge Computing und Analytics mittels Edge-IoT-Gateways, Micro-Datacenter und Embedded-Technik für den Edge-Einsatz,
  3. Storage und Datensicherheit auf der Basis des umfangreichen hauseigenen Portfolios, das für den KI-Einsatz zum Beispiel All-Flash-Versionen von Isilon umfasse,
  4. Multi-Cloud-Betriebsmodelle, unter anderem durch Nutzung der Kompetenzen von VMware und Pivotal,
  5. Software-Defined Infrastructure, um dem sich rapide wandelnden Bedarf mittels agiler IT-Ressourcen schnell gerecht werden zu können, zum Beispiel mittels per API programmierbarer Infrastrukturen, sowie
  6. Datenmobilität, um sicherzustellen, dass sich die Daten stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort befinden, etwa mittels VMware vMotion oder Boomi-Technik zur Datensynchronisation.

Für all diese Aufgaben werde man sich aber nicht nur auf hausinterne Lösungen stützen, sondern auch auf das umfangreiche Partner-Ökosystem, so Roese.

Dell Technologies will sich im Datenzeitalter auf sechs Kernbereiche konzentrieren.

Dell Technologies will sich im Datenzeitalter auf sechs Kernbereiche konzentrieren.

Ein Praxisbeispiel für die Auswertung der Datenmassen mittels ML und AI lieferte ein Gastredner von MasterCard. Das Kreditkartenunternehmen setzt zum Beispiel für die verhaltensbasierte Nutzererkennung auf künstliche Intelligenz: ML-Algorithmen erkennen Endanwender am Tippverhalten sowie daran, wie schnell sie sich durch Web-Seiten bewegen oder wie sie ihr Mobilgerät dabei bedienen. Dies ermögliche es, Angreifer innerhalb von Nanosekunden zu erkennen – und dies über zwei Milliarden Kreditkarten hinweg.

Weitere Informationen finden sich unter www.dell.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.