Die Daten-Management-Experten von Netapp haben eine Liste der Cloud-Trends für das neue Jahr verfasst. Wenig überraschend wird „die Cloud“ der Prognose zufolge immer wichtiger. Doch eine Cloud-Form allein reiche den meisten Unternehmen nicht mehr aus. Viele setzen laut Netapp auf eine Hybrid- oder Multi-Cloud-Umgebung. Verteilte Speicherorte und Datenquellen spielen auch für künstliche Intelligenz (KI) eine wichtige Rolle – ein Top-Thema, das weiter Fahrt aufnehmen wird. Dabei erfordern sowohl KI als auch die Multi Cloud ein unabhängiges Daten-Management in der Cloud, so der Anbieter weiter. Hier die Prognosen im Einzelnen:

Trend 1: Multi-Cloud-Umgebungen setzen sich durch

2019 werden viele Unternehmen eine Cloud-First-Strategie verfolgen, um von mehr Flexibilität, Agilität und Kostenersparnis zu profitieren. Laut einer aktuellen Studie von Forrester Consulting haben bereits 86 Prozent der Unternehmen eine Multi-Cloud-Strategie. Aber ob sie nun die Services von verschiedenen Providern beziehen oder „nur“ Private- und Public Cloud in einer Hybrid Cloud kombinieren mit einem – wie Netapp ihn nennt – Hybrid-Multi-Cloud-Ansatz, können sich Kunden für jeden Anwendungsfall die jeweils beste Lösung herauspicken. Wer mehrere Clouds gleichzeitig nutzt, stehe jedoch auch vor neuen Herausforderungen in Bezug auf das Daten-Management.

Zwar ähneln sich die großen Public-Cloud-Provider AWS, Microsoft Azure und Google Cloud Platform in ihrem grundsätzlichen Angebot. Sie alle stellen Rechenleistung und Netzwerkkapazität zur Verfügung sowie Entwicklungswerkzeuge, um Applikationen zu programmieren, zu warten und zu skalieren. Alle nutzen Virtualisierungstechniken und Schnittstellen zur Anwendungsprogrammierung (APIs), um Prozesse zu vereinfachen und eine Vernetzung zwischen Anwendungen und Plattformen zu ermöglichen.

Im Detail gebe es jedoch erhebliche Unterschiede, vor allem in Bezug auf Daten und ihre Speicherung. So nutzt AWS zum Beispiel einen temporären Speicher, der einer Instanz beim Start zugewiesen und bei ihrer Beendigung wieder gelöscht wird. Blockspeicher können separat genutzt oder an eine Instanz angehängt werden. Objektspeicher bietet AWS mit S3 an. Azure dagegen liefert Blockspeicher durch Seiten-Blobs für virtuelle Maschinen, während Block-Blobs und Dateien Objektspeicher bereitstellen. Google bietet ähnliche Speicheroptionen wie AWS. Aber da alle drei Provider ihre eigenen APIs verwenden, funktionieren viele der Features zur Speicherautomatisierung und -verwaltung nicht übergreifend zwischen den Clouds. Diese fehlende Interoperabilität macht es Unternehmen schwer, Applikationen über mehrere Cloud-Plattformen zu verteilen. 2019 werden unter anderem diese Herausforderungen im Daten-Management im Cloud-Fokus stehen.

Trend 2: Künstliche Intelligenz in der Cloud nimmt Fahrt auf

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind die derzeit am meisten „gehypten“ Techniken und werden 2019 weiter Fahrt aufnehmen. Beliebte Einsatzgebiete sind Chatbots im Kunden-Service und prädiktive Anwendungen, zum Beispiel um das Verkehrsaufkommen in Städten vorherzusagen oder die Wartung von Maschinen zu steuern. Solche Analysen erfordern riesige Mengen an Daten, die oftmals in Echtzeit auszuwerten sind. Dies lasse sich am besten in einer Cloud-Umgebung bewerkstelligen. Eine besondere Herausforderung liege jedoch darin, dass für viele Projekte Daten aus verschiedenen Quellen benötigt werden, die zudem in unterschiedlichen Formaten vorliegen. Oft müssen strukturierte und unstrukturierte Daten sowie Datenströme von Drittanbietern gemeinsam in Analysen einfließen. Dies stellt hohe Anforderungen an das Daten-Management und wirft auch Fragen hinsichtlich Sicherheit, Datenresilienz und Datenschutz auf.

Trend 3: Daten-Management-as-a-Service wird immer wichtiger

Sowohl eine Hybrid-Multi-Cloud-Umgebung als auch KI-Anwendungen in der Cloud erfordern laut Netapp ein Daten-Management, das es Unternehmen ermöglicht, Daten unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Format und ihrem Speicherort zur richtigen Zeit in der richtigen Geschwindigkeit zur Verfügung zu stellen. Dies muss auch dann funktionieren, wenn Daten auf mehrere Clouds und lokale Systeme verteilt sind oder als Datenstrom von IoT-Geräten geliefert werden. Um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden, ist Daten-Management künftig verstärkt gefragt.

Das Daten-Management muss sich einheitlich auf die verschiedenen Systeme und Techniken anwenden lassen, sodass dieselben Prozesse und Tools greifen – unabhängig davon, wo gerade Daten geklont, gesichert oder wiederhergestellt werden. Um eine Multi Cloud effektiv umzusetzen, benötigen Unternehmen ein Daten-Management, das die Ablage und Verwaltung von Daten in verschiedenen Umgebungen ermöglicht. Ist dies nicht der Fall, entsteht ein erhöhter Management-Aufwand. Außerdem müssen sich Daten aus verschiedenen Umgebungen effizient zusammenführen lassen. Dafür ist eine einheitliche Datenübertragung erforderlich. Diese spielt auch eine wichtige Rolle, wenn Unternehmen Daten von einer Cloud in eine andere verschieben wollen, etwa weil das Angebot dort besser und günstiger ist oder weil ein Cloud-Anbieter einen Service einstellt. Damit die Daten vorab nicht konvertiert werden müssen, ist darüber hinaus ein einheitliches Datenformat nötig. Mit einem solchen einheitlichen Daten-Management gewinnen Unternehmen Unabhängigkeit, Flexibilität und Sicherheit.

Fazit

Das Daten-Management werde daher für Unternehmen 2019 an Bedeutung gewinnen. Denn nur so können diese laut Netapp die Vorteile einer Hybrid-Multi-Cloud-Umgebung ausschöpfen, ohne von wachsender Komplexität ausgebremst zu werden. Gerade Entwickler können sich dann voll auf ihre Projekte konzentrieren und müssen sich nicht mit den Speicheranforderungen der verschiedenen Provider auseinandersetzen. Ein solches Daten-Management wird auch fortgeschrittene KI-Anwendungen fördern, die große, verteilte Datenmengen benötigen und Cloud-Infrastruktur nutzen. So seien die drei großen Trends für 2019, nämlich Hybrid-Multi-Cloud-Umgebungen, künstliche Intelligenz und Daten-Management, eng miteinander verknüpft.

Weitere Informationen stehen unter www.netapp.de zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.