Mit großem Brimborium feierte Mozilla auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona seinen Einstieg in den Markt für Smartphone-Betriebssysteme. Firefox OS siedelt sich im Einstiegssektor an – primäre Zielmärkte sind zunächst Schwellenländer. Ab Mitte dieses Jahres sollen Firefox-Smartphones auch in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, zu haben sein. Erster Anbieter auf Geräteseite ist der chinesische Hersteller ZTE.

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Mozilla Firefox OS kommt als HTML5-basiertes, reines Open-Source-Betriebssystem, das es erlaubt, Web-Apps zu nutzen. Damit steht quasi vom Start weg die größte Entwicklergemeinde zur Verfügung, die es für ein Smartphone-Betriebssystem je gegeben hat. Dieses Plus soll Schwächen relativieren, die bei zahlreichen Apps mangels auf das jeweilige Smartphone zugeschnitter Anpassungen zu erwarten sind.

 

Nach und nach sollen sich im Umfeld von Smartphone-Herstellern und Service-Providern eigene Firefox-Software-Universen bilden mit optimierten Apps bilden. Diese sollen entsprechend über eigene App-Stores beziehbar sein, während Mozilla die „Massen-Apps“ über den Firefox Marketplace anbieten wird.

 

Zum Start von Firefox OS versprachen 17 Provider und Netzwerkbetreiber Unterstützung für das neue Betriebssystem, darunter neben Telefónica als Starthelfer unter anderem Sprint, Telecom Italia, Telenor und die Deutsche Telekom. Letztere will erste Firefox-OS-Smartphones aber zunächst in Polen anbieten, bevor die Geräte im Verlauf des zweiten Halbjahres 2013 auch nach Deutschland kommen. Auf Hardwareseite stehen neben ZTE als Firefox-OS-Primus auch andere namhafte Hersteller hinter der Mozilla-Initiative, darunter Alcatel One Touch und Huawei.

 

Das ZTE Open ist als Smartphone für Einsteiger konzipiert. Der Preis ist zwar nicht in Stein gemeißelt, aber ein Großteil der Firefox-OS-Smartphones soll für unter 100 Euro auf den Markt kommen. Dies wird auch für das ZTE Open erwartet, das mit 3,5-Zoll-HVGA-TFT-Touchscreen, 256 MByte Arbeits- sowie 512 MByte ROM-Speicher und einer 3,2-Megapixel-Kamera ausgestattet ist. Das eingebaute Bluetooth-Modul folgt der schon älteren 2.1-Variante des Standards, WLAN kommt immerhin mit aktueller 802.11b/g/n-Unterstützung.

 

„Das Firefox OS ist ein bedeutender Meilenstein für unsere Branche, denn es bringt endlich offene Standards auf den mobilen Sektor“, meint Marieta del Rivero, Group Devices Director bei Telefónica. „Wir gehen davon aus, dass die Kombination aus erschwinglichem Preis und der offenen und dynamischen Smartphone-Umgebung mit Rich Apps für die angesprochene Klientel sehr attraktiv sein wird.“

 

Nicht weit vom Mozilla-Stand buhlte Konkurrent Ubuntu mit ähnlichem Konzept und ähnlichen Argumenten um Aufmerksamkeit – allerdings weit weniger erfolgreich als Mozilla. Das Rennen bei den Smartphone-Betriebssystemen bleibt weiter spannend – zumal es mit Firefox OS nun einen frischen Impuls aus einer neuen Richtung erhalten hat.

Das ZTE Open ist das weltweit erste Smartphone mit dem Betriebssystem Firefox OS. Foto: Stefan Mutschler

Mit großem Brimborium feierte Mozilla auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona seinen Einstieg in den Markt für Smartphone-Betriebssysteme. Firefox OS soll mit absoluter Standardtreue, Offenheit, Unterstützung aller HTML5-Web-Apps und niedrigen Kosten punkten. Foto: Stefan Mutschler