Quality of Experience im WLAN

Bandbreite allein ist nicht entscheidend

11. Dezember 2014, 07:00 Uhr   |  Alfons de Jong ist Channel Manager EMEA bei Spirent Communications, www.spirent.com./pf

Mit der Entwicklung von BYOD hin zu BYOA (Bring Your Own Device/Application) erlebt die IT eine Renaissance der altbekannten Client/Server-Architektur - nun allerdings als Cloud-Client-Applikation auf transportablen Endgeräten. Wichtig für den mobilen Anwender ist dabei die Nutzungsqualität in beliebigen Umfeldern. Und die hängt nicht allein von der Bandbreite ab. Anbieter von Wireless Services müssen wissen, was tatsächlich beim Kunden ankommt.

Allein im Jahr 2013 wurden über 14 Millionen WLAN Access Points verkauft, und Wireless LAN ist damit nach wie vor das am schnellsten wachsende Segment bei Netzwerkausrüstungen. Die Hälfte aller PCs, die in diesem Jahr verkauft werden, sind Tablets, die fast ausschließlich mit einer drahtlosen Verbindung zum Einsatz kommen. Einschlägige Schätzungen gehen etwa davon aus, dass 60 Prozent aller Geschäftsreisenden einer guten WLAN-Verbindung den Vorzug vor einem guten Bett geben und 90 Prozent lieber ein anderes Hotel buchen, wenn kein vernünftiges WLAN verfügbar ist.
Doch was ist "gutes" WLAN? Die mobile Nutzungsqualität populärer oder unternehmensindividueller Anwendungen hängt von vielen Faktoren ab: der verwendeten Hardware in den Geräten, den Implementierungen der Carrier-Netze, der WLAN-Infrastruktur beim WLAN-Anbieter in Hotels, öffentlichen Einrichtungen oder Unternehmensfilialen und nicht zuletzt den Fähigkeiten der jeweiligen Anwendungen.
Geschäftsreisende oder Mitarbeiter in Zweigstellen benötigen den schnellen und störungsfreien Zugriff auf unternehmensspezifische Cloud-Anwendungen ebenso wie auf Social Media. Hinzu kommen verstärkt auch Cloud-basierende Speicher- oder andere Services. Selbst wenn Bandbreite für die Qualität eine prägende Rolle spielt, so ist die Übertragungskapazität allein keine Garantie für positive Nutzungserfahrung.
 
Proaktive Tests aus Sicht der Nutzer
Aus diesem Grund geht die Entwicklung mehr und mehr dazu über, das Augenmerk über die rein technische Implementierung im Rahmen des OSI-7-Schichtenmodells hinaus auf die tatsächliche Nutzungsqualität zu erweitern. Die Messung der "Quality of Experience" betrachtet Services und Anwendungen vom Standpunkt des Anwenders und bietet Anhaltspunkte, welche Veränderungen vorzunehmen sind, um die Nutzungserfahrung zu verbessern.
Ausschließlich proaktives Testing kann dabei geeignete Aussagen über die zu erwartende individuelle Nutzungsqualität liefern. Dazu gibt es auf jeder Bereitstellungsebene entsprechende Werkzeuge und Systeme, die den jeweiligen Anforderungen entsprechen.
Die Gründe dafür sind offensichtlich: In einem zunehmend preisgetriebenen Wettbewerb gilt es zunächst, bestehende Kunden über zufriedenstellende Nutzungsqualitäten zu binden. Die Zusage einer garantierten Bandbreite allein reicht dabei schon lange nicht aus. Deshalb nutzen Hersteller und Carrier seit Langem Testlösungen, die es ermöglichen, die individuelle Nutzungserfahrung unter wechselnden Bedingungen bereits im Vorfeld der Produktivstellung zu überprüfen. Dabei werden etwa neue Geräte oder Netzwerkelemente unter realen Bedingungen Tests unterworfen, die extreme Nutzungssituationen mit realen Daten nachbilden, um das Verhalten zu evaluieren.
 
Applikationsbezogene Performance-Messungen
Es ist nur folgerichtig, dass auch Anbieter von WLAN-basierenden Netzzugängen zunehmend gefordert sind, die Funktion ihrer Infrastrukturen im Hinblick auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit für ihre Kunden, Mitarbeiter und Besucher proaktiv und kontinuierlich zu testen. Auch dort ist es unter der Prämisse der Sicherstellung einer umfassenden Quality of Experience nicht ausreichend, lediglich die Funkabdeckung in Bezug auf die Areale der Gebäude zu überprüfen, sondern es kommt vielmehr darauf an zu erkennen, was tatsächlich beim Nutzer ankommt. Und dies nicht kapazitäts- sondern applikationsbezogen.
Entsprechendes gilt etwa für Anbieter von Wireless-Zugängen - wie Hotels, Bildungseinrichtungen und Gesundheitswesen - aber auch für Unternehmenszweigstellen oder Besucherbereiche. Lösungen wie beispielsweise Axonpulse von Spirent ermöglichen es nun auch auf dieser Ebene, die Netzwerkfunktion proaktiv und automatisiert zu testen. Dabei wird die Performance populärer Apps automatisch und kontinuierlich mittels Probes überprüft. Andere interne oder externe Apps, DNS-Anfragen und TCP-Durchsatztests lassen sich problemlos entsprechend den jeweiligen Anforderungen hinzufügen. Anbieter von WLAN-Services erhalten damit Einsicht in die tatsächliche Performance von Anwendungen und das Verhalten unter größerer Belastung. Ein Cloud-basierendes Management- und Analyseportal ermöglicht dabei die zentralisierte Kontrolle und Problemerkennung.

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