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KI, IoT und Big Data per SD-WAN verbinden

Bis zur Cloud und weiter

20. November 2020, 06:00 Uhr   |  Dr. Joachim Sinzig/am


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

SD-WAN kann mehr als Cloud

Ein statisches IP-Netz mit nur einem zentralen Übergang zu Rechenzentrum, Cloud und Internet blockiert den Fortschritt, statt diesen zu unterstützen. Moderne Systeme benötigen eine leistungsfähige Netzwerktechnik, die auch bei heterogenen Datenstrukturen ein intelligentes und effizientes Routing ermöglicht. Dann spielt SD-WAN seine Stärken aus: Während ein MPLS-Netzwerk nur innerhalb des Netzes die Daten transportieren kann, ist SD-WAN ein Overlay-Netzwerk und kann von hochverfügbaren MPLS-Netzwerken, über FTTx und DSL-Techniken bis hin zu Richtfunk und Mobilfunk jede mögliche und lokal verfügbare Anschlusstechnik nutzen. Während ein klassisches MPLS-Netz im Regelfall nur die verschiedenen „Quality of Service“-Klassen (QoS) kennt und Anwendungen einer dieser Klassen zuweisen muss, kann hier die Definition jeder Applikation individuell erfolgen. Das SD-WAN-Edge-Equipment bestimmt dann Weg, Priorität und Zieladresse der Anwendung. Auf diese Weise ist es möglich, Daten jederzeit und ohne Performance-Verluste zum nächstgelegenen Datacenter oder Cloud-Server zu routen.

IoT-Pakete gelangen so über ein effizientes Routing mit wenig Aufwand zur beliebig bestimmbaren Zieladresse. Theoretisch können sie alle verfügbaren Transportnetze nutzen. Von ihrem individuellen Anforderungsprofil erhalten sie im Mobilfunknetz automatisch Vorrang. Während bandbreitenintensive Videosignale nur über verschlüsselte Internetverbindungen erlaubt sind, um Kapazitätsengpässe zu vermeiden. Das SD-WAN-Management-System wählt dabei selbstständig den nächstgelegenen Transitpunkt in die Big-Data-Applikation und reagiert automatisch auf Störungen.

Dies hört sich zunächst sehr schwierig und hochkompliziert an. Das ist auch der Grund, weshalb gerade mittelständische Unternehmen bei der Umstellung auf SD-WAN zögern. Dennoch gibt es überzeugende Argumente: Durch das optimierte Routing profitiert der Nutzer von einer reibungslosen Performance der Anwendungen und kann sich so vollständig auf ihre Funktionalität konzentrieren, ohne einen Ausfall zu fürchten.

Einfaches Management

Die Routing-Entscheidungen des SD-WAN-Netzwerks erledigt das Netzwerk selbst, beispielsweise mit Hilfe des BFD-Protokolls (Bidirectional Forwarding Detection), das kontinuierlich die Qualität der einzelnen Transportnetze prüft. Der Administrator gibt im zentralen Management-Tool nur die gewünschte Qualitätsanforderung vor. Über die Nutzung des Pfads entscheidet der Router auf Basis der lokalen Qualitätsmessungen.

Mittelständische Unternehmen können sich das Netzwerk-Management zusätzlich vereinfachen, indem sie auf einen Managed Service eines Service-Providers zugreifen. Ein Service-Provider verfügt über das Know-how und die Experten, die täglich SD-WAN-Netzwerke verschiedener Nutzer steuern und regeln und daher in der Lage sind, das Unternehmensnetzwerk wesentlich effizienter zu managen und auch bei anspruchsvollen Anwendungen Lösungen zu finden.

Dr. Joachim Sinzig ist Direktor Produkt-Management bei Riedel Networks,
www.riedel-networks.net.

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