Fraunhofer IGD will digitale Infrastrukturplanung vorantreiben

Glasfaserausbau schneller planen

27. August 2020, 08:00 Uhr   |  Jörg Schröper

Glasfaserausbau schneller planen
© Telekom

In 3D lässt sich die genaue Position der Netzverteilerkästen bestimmen, ausmessen und als Fotomontage dem Genehmigungsantrag beifügen.

Beim Glasfaserausbau setzt die Telekom auf digitale Tools zur Planung der neuen Trassen und Netzverteiler. Das Fraunhofer IGD hat eine Software entwickelt, die den Planungsprozess weiter automatisieren soll und es den Telekom-Mitarbeitern unter anderem ermöglicht, Anträge bei den Kommunen ohne aufwendige Ortsbegehungen einzureichen. Dies spare Zeit und sorge künftig für ein durchgängiger digitales Arbeiten und ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren, sodass der Ausbau nicht ins Stocken gerate. Gerade habe die Software Fibre3D den ersten Praxistest erfolgreich bestanden.

Um Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen, treibt die Telekom den Glasfaserausbau bundesweit voran. Das eigentliche Verlegen der dünnen Glasleitungen ist dabei einer der letzten Schritte im komplexen Ausbauprozess. Im Vorfeld stehen umfangreiche Planungen und Beantragungen bei Ämtern und Kommunen mit mehreren Abstimmungsschleifen und Vor-Ort-Terminen an.

Um diese Prozesse zu beschleunigen, setzt die Telekom auf automatisierte Verfahren: Spezialkameras und Laserscanner erstellen digitales Kartenmaterial, eine automatische Objekterkennung schlägt Verteilerstandorte und Trassenverläufe vor, die von Planern nur noch verifiziert werden müssen.

Ein kleines, aber entscheidendes Detail ließ sich bisher aber nicht vom Schreibtisch aus planen, sondern erforderte stets Vor-Ort-Begehungen und Ausmessungen: die Position der Netzverteilerkästen, die die einzelnen Glasfaserleitungen von der Haupttrasse an die Haushalte verteilen. Im bisherigen 2D-Kartenmaterial war es nach Einschätzung der Experten von Fraunhofer IGD nicht möglich, die optimale Position zu bestimmen und alle Faktoren zu berücksichtigen, beispielweise die vorgeschriebene Restgehwegbreite.

Zeitaufwendige Vor-Ort-Termine der Planer waren die einzige Lösung, um einen geeigneten Standort zu finden. Die Software Fibre3D des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung soll den Planern künftig ermöglichen, in eine 3D-Welt einzutauchen, die Kästen virtuell zu positionieren und so vom Schreibtisch aus den geeignetsten Standort zu finden. Messfunktionen und maßstabsgetreue Projektionen ermöglichen auch bei technisch anspruchsvollen Lokationen eine zügige Prüfung. Ist die digitale Planung abgeschlossen, lassen sich direkt aus dem Tool heraus anschauliche Fotomontagen für die Antragsunterlagen zur Standortsicherung generieren. Dieser realistische Eindruck erleichtere auch dem Wegeunterhaltspflichtigen den Genehmigungsprozess.

Weitere Informationen stehen unter www.igd.fraunhofer.de zur Verfügung.

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