Mehr Flexibilität, weniger Komplexität im Rechenzentrum

Juniper reduziert Netzwerkebenen

21. Mai 2010, 11:22 Uhr   |  

Anlässlich seiner EMEA Partnerkonferenz in Barcelona hat Juniper kürzlich ein Paket neuer Software, Dienste, Systeme und Partnerschaften vorgestellt. Alles dient dem großen Ziel, Kosten und Komplexität der Netzwerke in Rechenzentren zu reduzieren und gleichzeitig die Anwendungs- und Geschäftsperformance zu optimieren. Kern ist eine Strategie, die Juniper "3-2-1" nennt. Dahinter verbirgt sich ein Fahrplan, nachdem die Netzwerkebenen von bisher drei auf nunmehr zwei und künftig sogar auf eine reduziert werden sollen. Für Schritt drei, also nur noch eine Netzwerkebene, kooperiert Juniper seit Längerem in Form des Projekts "Stratus" mit IBM - erste Ergebnisse daraus soll es ab Mitte 2011 geben.

Die Ankündigungen dieser Woche zielen auf Stufe zwei. Die Reduzierung auf zwei Netzwerkebenen
erreicht Juniper über seine Virtual-Chassis-basierte Fabric-Technik, die mehrere physische Switches
zu einer logischen Einheit zusammenfasst.

Die neuen Switches und Router, die Juniper jetzt vorgestellt hat, sind für diese Technik
vorbereitet. Dazu gehört an erster Stelle der EX4500 – der erste Junos-basierte nicht-modulare
Switch für 10GbE-Netzwerke, samt neuer 10GbE-Linecards der EX8200-Serie mit hoher Port-Dichte.

Diese Geräte ergänzen die eingeführten EX4200-Switches, die ebenfalls bereits mit
Virtual-Chassis-Technik ausgestattet sind – jedoch für 1GbE-Netzwerke ausgelegt sind. Der
EX4500-Switch unterstützt bis zu 48 10GbE-Schnittstellen, verbraucht laut Juniper 44 Prozent
weniger Strom und sorgt im Vergleich zu Plattformen der Konkurrenz für 22 Prozent niedrigere
TCO.

Der EX4500-Switch soll voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte auch Converged Enhanced
Ethernet (CEE) sowie Fibre Channel over Ethernet (FCoE) unterstützen. Für Anfang 2011 ist geplant,
den Switch durch Software- und Hardware-Upgrades um die Fabric-Technik für Virtual Chassis zu
ergänzen.

Juniper hat darüber hinaus die allgemeine Verfügbarkeit seiner MX80-3D-Router angekündigt, mit
denen sich laut Juniper in kleineren Rechenzentren und an Remote-Standorten Unternehmensdienste nun
bis zu achtmal schneller bereitstellen lassen. Ursprünglich im Oktober 2009 als Bestandteil der
MX-3D-Familie angekündigt, ist der MX80 3D jetzt ein 3,5-Zoll-Edge-Router, der durch die
Eliminierung von komplexen Spanning-Tree-Verfahren und Schwachstellen bei der Skalierung zur
Reduktion der Investitions- und Betriebskosten im Rechenzentrum beitragen soll.

Der MX80-Router wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte von 2011 ebenfalls Virtual
Chassis unterstützen, sodass die Virtualisierung im RZ ausgebaut werden kann.

Im Bereich Automatisierung verfügt Juniper mit „Junos Space“ seit Oktober 2009 über eine
Netzwerk-Applikationsplattform, mit der sich die Bereitstellung, Verwaltung und der Support von
Netzwerken für Rechenzentren automatisieren lassen. Hierfür hat das Unternehmen vier neue
Softwareanwendungen vorgestellt: Mit der Virtual-Control-Software lassen sich physische und
virtuelle Systeme über eine gemeinsame Plattform verwalten. Die Ethernet-Design- und
Security-Design-Tools ermöglichen eine schnelle Konfiguration und Bereitstellung von Netzwerken für
Rechenzentren sowie von Sicherheitsrichtlinien. Service Now mit Service Insight schließlich sorgt
für eine rasche und proaktive Erkennung, Diagnose und Lösung von Netzwerkproblemen.

Für die Implementierung von Virtual Control ist Juniper eine neue Partnerschaft mit VMware
eingegangen. Juniper kann damit VMwares offene APIs nutzen, um zwischen physischen und virtuellen
Netzwerkelementen eine nahtlose Integration zu ermöglichen.

Auch im Bereich Sicherheit vermeldet Juniper Neues. So gibt es ab sofort für die
Security-Service-Gateways der SRX-Serie die neuen Apptrack-Software, die IT-Managern die
Möglichkeit bietet, sich einen umfassenden Überblick über Anwendungen und Benutzer zu verschaffen,
Datenströme besser zu verwalten und Engpässe zu beseitigen. Zudem können IT-Abteilungen jetzt
mithilfe von Junos Pulse und Junos Space (inklusive Security Design) Identitäten, Anwendungen und
Richtlinien im ganzen Netzwerk dynamisch verwalten: von Geräten bis hin zu Rechenzentren.

Stefan Mutschler/wg

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