Gründe für Unternehmen, auf SD-WAN zu setzen

Netzwerke krisensicher aufstellen

12. September 2022, 12:00 Uhr | Dr. Sören Trebst/am
LANline-Cartoon Netzwerk-Monitoring
© Wolfgang Traub

Remote Work und hybride Arbeitsmodelle setzen sich nicht nur durch die Corona-Pandemie zunehmend durch. Immer mehr Unternehmen locken potenzielle Mitarbeitende mit flexiblen und standortunabhängigen Arbeitsmodellen. Doch die Umstellung auf Remote Work sowie die damit einhergehende beschleunigte Einführung digitaler und Cloud-basierter Kollaborations-Tools erfordern eine Erweiterung der IT-Infrastruktur. Unternehmen sollten deshalb auf ein softwaredefiniertes Wide-Area-Netzwerk (SD-WAN) setzen.

Aufgrund der zunehmenden Mobilisierung von Mitarbeitenden, der verstärkten Nutzung von Software-as-a-Service (SaaS) sowie der Verlagerung von Applikationen in die Cloud verändert sich die Struktur von Wide-Area-Networks (WAN) in Unternehmen signifikant. Vor diesem Hintergrund stehen IT-Verantwortliche vor der Herausforderung, die Qualität bei der Bereitstellung von Cloud-Applikationen zu gewährleisten. Gleichzeitig müssen sie die IT-Infrastruktur vor Angriffen von außen absichern und die steigende Komplexität im Netzwerk managen.

Die Lösung dafür sind Unternehmensnetze der nächsten Generation, die sich über sichere SD-WANs bereitstellen lassen. Im Gegensatz zum klassischen WAN ermöglicht SD-WAN die optimale Steuerung und Nutzung der Internet-Verbindungen und ist, in Verbindung mit Next-Generation-Security-Funktionen, eine flexible und moderne Art der Standortvernetzung.

1. Steigende Datenmengen meistern: In klassischen WANs sind Multiprotocol-Label-Switching-Verbindungen (MPLS) der standardisierte Übertragungsweg. Dieses, Ende der 1990er-Jahre entwickelte Übertragungsprotokoll, ist heute noch eine vielgenutzte Technik, bei der sich die Datenübertragung in einem geschlossenen Netz über denselben Pfad abwickeln lässt. Die Vorteile liegen bis heute vor allem in der sicheren und zuverlässigen Zustellung von Datenpaketen mit hoher Qualität. Doch zunehmende Datenmengen und eine remote arbeitende Belegschaft lassen bestehende MPLS-Netze an ihre Grenzen stoßen.

Bis 2025 soll sich laut IDC das weltweite Datenvolumen verachtfachen. Unternehmen müssen ihre Netzwerke auf dieses Wachstum vorbereiten, damit datengetriebene Anwendungen und Geschäftsmodelle sie nicht abhängen. Die mit SD-WAN zusätzlich angebundenen Internetzugänge über Breitband- und Glasfaserverbindungen entlasten das bestehende MPLS-Netzwerk und sorgen gleichzeitig für eine einfach konfigurierbare, kosteneffiziente Übertragung der ständig steigenden Datenmengen.

2. Verbesserte Cloud-Performance: Der Cloud-Traffic der extern arbeitenden Belegschaft steigt rasant an. Insbesondere wenn Anwendungen in der Cloud wie beispielsweise Microsoft Office 365, Teams oder Amazon Web Services zum Einsatz kommen, erreichen MPLS-Netze ihr Limit.

Hier stellen SD-WAN-Lösungen, die bestehende MPLS-basierte Firmennetzwerke zu einem intelligenten und hybriden WAN erweitern, eine sinnvolle Alternative dar. Mittels lokaler Internetanbindung und smarter Routing-Algorithmen lassen sich Transportwege optimieren, was die Performance der Cloud-Anwendungen entscheidend verbessert. SD-WAN bietet jeder Zweigstelle eines Unternehmens den schnellsten Weg in die Cloud.

3. Einfaches und kostengünstiges Netzwerk-Management: In klassischen WANs sind Backup-Leitungen oft nicht in Benutzung. Die Bandbreite liegt bis zum Ausfall der Primärleitung brach und steht für Lastspitzen nicht zur Verfügung. Oft muss man bei der Einrichtung oder Änderung von Konfigurationen händische Einstellungen vornehmen. Dies steht einer schnellen Anbindung neuer Standorte oder flexiblen Änderungen bestehender Set-ups im Wege.

Das macht ein Netzwerk unflexibel, langsam und teuer. Über eine zentrale Management-Plattform ermöglicht SD-WAN hingegen eine bestmögliche Steuerung und Nutzung von Internet-Verbindungen und ist somit – in Verbindung mit Next-Generation-Security-Funktionen – die flexibelste, kostengünstigste und modernste Art der Standortvernetzung.

4. Cyberangriffe abwehren: Bei Unternehmen mit mehreren Standorten und hybriden Arbeitsmodellen müssen alle Mitarbeitenden standortunabhängig auf sämtliche zentrale Dienste und Anwendungen im Rechenzentrum zugreifen können. Um Cyberattacken abzuwehren, ist es daher von großer Bedeutung, alle Internetzugänge umfassend abzusichern.

Eine SD-WAN-Architektur mit integrierter Next-Generation Firewall verfügt über Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsmechanismen im gesamten Netzwerk und gewährleistet damit einen sicheren Datentransfer. Darüber hinaus lassen sich direkt an das Internet angebundene Standorte mit weiteren Schutzmechanismen effektiv vor Cyberbedrohungen abschirmen.

Fazit

Mit dem Wechsel auf SD-WAN können Unternehmen neue Herausforderungen, die insbesondere durch Remote Work und den verstärkten Einsatz von Cloud-Anwendungen aufgetreten sind, in den Bereichen IT-Sicherheit, Bandbreite, Effizienz und Kostendruck intelligent lösen – und ihre Netzwerke gleichzeitig krisenfest aufstellen.

Dr. Sören Trebst ist CEO von 1&1 Versatel.

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