Acer-Tochter stellt HPC-Strategien vor

Pisa-Test à la Gateway

28. Januar 2011, 06:00 Uhr   |  Stefan Mutschler

Acer will künftig den Business- und hier auch speziell den ""High Performance Computing""-Markt (HPC) verstärkt ins Visier nehmen. Bis 2012 soll das Business-Segment 25 bis 30 Prozent des Acer-Umsatzes generieren. In Europa bedient sich Acer dafür mit der Marke Gateway eines vor etwa drei Jahren gekauften Firmennamens. Triebfeder für das Gateway-HPC-Geschäft soll eine Allianz mit der Universität von Pisa werden, deren Fakultät für Informatik als HPC-Kompetenzzentrum agiert.

Acer will künftig den Business- und hier auch speziell den „“High Performance Computing““-Markt (HPC) verstärkt ins Visier nehmen. Bis 2012 soll das Business-Segment 25 bis 30 Prozent des Acer-Umsatzes generieren. In Europa bedient sich Acer dafür mit der Marke Gateway eines vor etwa drei Jahren gekauften Firmennamens.

Acer will künftig den Business- und hier auch speziell den „“High Performance Computing““-Markt (HPC) verstärkt ins Visier nehmen. Bis 2012 soll das Business-Segment 25 bis 30 Prozent des Acer-Umsatzes generieren. In Europa bedient sich Acer dafür mit der Marke Gateway eines vor etwa drei Jahren gekauften Firmennamens. Triebfeder für das Gateway-HPC-Geschäft soll eine Allianz mit der Universität von Pisa werden, deren Fakultät für Informatik als HPC-Kompetenzzentrum agiert.

Acer hat 2010 ein durchaus erfolgreiches Jahr absolviert. Als Computerhersteller haben die Taiwaner in diesem Jahr Dell überholt, was sie auf Platz zwei der Rangliste (nach Umsatz) befördert. Als Gruppe, zu der neben Acer und Gateway auch Packard-Bell und Emachines gehören, schaffte Acer sogar im Krisenjahr 2009 ein stattliches Wachstum – der Umsatz lag hier bei 17,9 Milliarden Dollar (2008: 16,6). Während Acer in den USA und einer Reihe weiterer Regionen den eigenen Namen für gut genug hält, auch Spezialsegmente wie HPC anzugehen, entschied sich das Unternehmen, unter anderem in Europa zielmarktspezifische Markennamen zu verwenden. Für den Business-Markt fiel die Wahl auf Gateway, ein Name, den sich Acer von einem bis vor einigen Jahren recht populären Computerhersteller bei dessen Pleite sicherte. Ob dies eine glückliche Entscheidung war, bleibt abzuwarten. Die Produktpalette umfasst Premium-Server im Tower-, Rack- und Blade-Format sowie eine Reihe spezieller Server-Management-Tools.

HPC ist in gewisser Weise ein Gegenmodell zum Konzept der Supercomputer. Gegenüber letzteren erlaubt HPC flexiblere Strukturen und damit eine passgenauere Implementierung für die gewünschte Anwendung. In Pisa beispielsweise lassen sich über diverse HPC-Management-Tools optimierte HPC-Konfigurationen hinsichtlich Application Benchmarking, Rechenzentrumsdesign (speziell Stromversorgung, Kühlung, Rack-Design und thermische Simulationen), HPC-Cluster-Design und einigem mehr aufsetzen, um die grundlegend verschiedenen Anforderungen bei Anwendungen wie im Automobilbau, Finanzwesen, in der Pharmaindustrie, Meteorologie, Raumfahrt, Wissenschaft etc. adäquat bedienen zu können. Nicht zuletzt sprechen auch ökonomische Vorteile für HPC, denn Basis sind immer Standard-systeme, die in Bezug auf Energiever-brauch und Verarbeitungseffizienz optimiert sind.

Gateway hat für sein HPC-Engagement ein Geflecht an Industriepartnern aufgebaut. Auf Prozessorseite sind für die Gateway-HPC-Lösungen Intel (in Pisa kommen 256 Xeon-X5670-CPUs mit insgesamt über 1.500 Kernen zum Einsatz) und AMD an Bord, die Grafikprozessoren (GPUs) stammen von Nvidia (Tesla-GPUs), schnelle Speichersysteme liefert Hitachi und die Netzwerkverbindungen kommen von Qlogic (Infiniband). Auf Softwareseite legen Microsoft sowie Redhat und Suse die Basis, um das für HPC nötige Parallel-Processing umzusetzen. In Pisa sponserte Microsoft das aktuelle Release 2 seines Betriebssystems Windows HPC Server 2008, Redhat und Suse steuerten entsprechende Linux-Distributionen bei. Betrieben wird das Ganze durch die Universität, die sich verpflichtet hat, die Kundschaft ihrer Sponsoren mit Rat und Tat bei ihren Tests zu unterstützen. Dafür darf die Uni jederzeit freie HPC-Kapazitäten im Rahmen eigener Forschung und Entwicklung nutzen.

Wenig kreativ zeigten sich die Partner auf der Eröffnungsveranstaltung in Pisa: Wie schon vor Dekaden musste einmal mehr das berühmte „“Apfelmännchen““ (Mandelbrot-Fraktale) als Demo der Leistungsfähigkeit herhalten. Ein Informatikprofessor berichtete, dass die CFD-Software „“Fluent““ in einer virtuellen Umgebung auf dem Cluster etwa 30 Prozent schneller gelaufen sei, als in nativer Umgebung. CFD steht dabei für Computational Fluid Dynamics – eine rechnergestützte Analysemethode für die Dynamik von Objekten, die ständig im Fluss sind. Gateway zeigte sich optimistisch, den europäischen HPC-Markt mithilfe des neuen Kompetenzzentrums in Pisa aus seinem Nischendasein holen zu können: „“Wir haben einen Ort geschaffen, wo unsere Geschäftspartner mit ihren Kunden hinkommen können, um ihre Lösungen zu testen und zu optimieren – und gleichzeitig bei Fragen Rat einholen können““, so Gianluca Degliesposti, Vice President Global Server Business Development bei Gateway.

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