MPLS vs. Breitband-SD-WAN

Studie von Silver Peak: Unternehmen setzen verstärkt auf Software-Defined WANs

20. Juni 2016, 08:37 Uhr   |  LANline/jos

Studie von Silver Peak: Unternehmen setzen verstärkt auf Software-Defined WANs

Breitband-SD-WANs (Software-Defined Wide Area Networks) werden in den kommenden zwei Jahren rapide an Bedeutung gewinnen. Dies ergab eine Studie, die Silver Peak in Zusammenarbeit mit IDG Connect erstellt hat. Demnach haben bereits 27 Prozent der mittelständischen und großen Unternehmen SD-WANs im Einsatz. Insgesamt wollen 92 Prozent der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten Corporate Networks auf Basis von Software-Defined WANs implementieren.

Diese Entwicklung geht zu Lasten von Multi-Protocol Label Switching (MPLS). Zwar nutzen 92 Prozent der befragten Unternehmen private MPLS-Weitverkehrsnetze. Zudem läuft die Hälfte der Kommunikation mit Niederlassungen über MPLS. Doch ist die Technik aus Sicht der Befragten zu teuer (38 Prozent) und zu komplex (13 Prozent). Hinzu kommt, dass es oft Wochen oder gar Monate dauert, bis eine MPLS-Leitung zu einem neuen Standort eingerichtet wird. Dagegen stehen Breitband-Internet-Verbindungen an fast jedem Ort zur Verfügung und lassen sich innerhalb weniger Tage oder Stunden implementieren.

Außerdem bemängeln 14 Prozent der Unternehmen, dass eine MPLS-Infrastruktur keine direkte Anbindung an Cloud-Dienste ermöglicht. Dies gelte vor allem für Applikationen, die als Software as a Service (SaaS) bereitgestellt werden. Dieser Faktor wiegt umso schwerer, als laut der Studie von Silver Peak derzeit 70 Prozent der Unternehmen mindestens 50 Prozent der Applikationen über eine Cloud beziehen. In zwei Jahren werde dies bei 96 Prozent der Fall sein.

Allerdings bestehen bei etlichen Unternehmen Vorbehalte gegenüber SD-WANs. So haben 68 Prozent Bedenken in Bezug auf die Sicherheit, rund 53 Prozent hinsichtlich der Zuverlässigkeit. Dabei ist laut Silver Peak jedoch zu berücksichtigen, dass die SD-WAN-Lösungen führender Anbieter über wirkungsvolle Sicherheitsfunktionen verfügen. So werden Daten über verschlüsselte IPSec-Verbindungen transportiert und virtuelle Netzwerke eingesetzt. Sie erlauben eine Mikrosegmentierung des Datenverkehrs, der über ein Weitverkehrsnetz läuft.

Auch die Zuverlässigkeit von SD-WAN-Verbindungen stelle laut Silver Peak heute kein Hindernis mehr dar. So kommen bei SD-WAN-Lösungen wie Unity EdgeConnect Techniken zum Einsatz, die die Auswirkungen von zu hohen Paketverlustraten und Latenzzeiten kompensieren. Außerdem seien Internet-Breitbandverbindungen im Vergleich zu MPLS-Connections so günstig, dass viele Unternehmen redundante Links bei zwei Service-Providern ordern. Treten bei einer Verbindung Probleme auf, lenken SD-WAN-Lösungen den Datenverkehr automatisch auf die zweite um.

Der Trend hin zu SD-WAN bedeute jedoch nicht, dass MPLS obsolet wäre. Die Studie von Silver Peak und IDG Connect ergab beispielsweise, dass derzeit 38 Prozent der Befragten beide Techniken einsetzen, um Außenstellen in das Unternehmensnetz einzubinden. Dennoch bliebe festzuhalten, dass die Mehrzahl der Unternehmen noch nicht die Vorteile nutzt, die SD-WANs bieten.

Mehr zum Thema:

Software definiert den Netzwerkmarkt

Softwaregesteuert durch das Weitverkehrsnetz

Cisco erweitert ACI zu Digital Network Architecture

Zukunftsfähige Switches für Rechenzentren

Der Trend hin zu SD-WAN bedeutet offenbar nicht, dass MPLS obsolet wäre. Die Studie von Silver Peak und IDG Connect ergab beispielsweise, dass derzeit 38 Prozent der Befragten beide Techniken einsetzen, um Außenstellen in das Unternehmensnetz einzubinden.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Silver Peak

Studie

WAN