Studie: Jeder sechste Deutsche unternimmt nichts, um seine Smart-Home-Geräte zu schützen

Wenig Wissen um IoT-Sicherheit

23. Juli 2021, 12:00 Uhr   |  Jörg Schröper

Wenig Wissen um IoT-Sicherheit
© NordVPN

Eine Studie von NordVPN zeigt, dass die Menschen in Deutschland die Sicherheit ihrer IoT-Geräte offenbar nicht ernst nehmen. Fast 89 Prozent der Deutschen haben ein IoT-Gerät in ihrem Haushalt. Allerdings unternehmen die Befragten kaum Maßnahmen bezüglich der Risiken, die dadurch entstehen – jeder Sechste unternimmt nichts zum Schutz seiner Geräte. Wie die Untersuchung zeige, erhöht sich mit der Anzahl der Geräte auch die Angreifbarkeit. „Sicherlich müssen auch die Hersteller Verantwortung für die Sicherheit ihrer Produkte übernehmen, aber die Nutzer müssen ihre Cybersicherheit selbst in die Hand nehmen”, kommentiert Daniel Markuson, Experte für digitale Privatsphäre bei NordVPN.

IoT-Geräte sammeln und senden Informationen, das liegt in der Natur der Sache. Dies kann auf sichere Weise und zu einem bestimmten Zweck geschehen, etwa durch eine verschlüsselte Nachricht, die der Heizung Anweisung erteilt, sich auszuschalten. Es können aber auch Sicherheitslücken entstehen, entweder durch schlechte oder fehlende Verschlüsselung oder durch die Herausgabe zusätzlicher Informationen. Die mit dem Internet verbundene Kamera an der Haustür kann beispielsweise darüber informieren, wenn ein Besucher da ist. Sollte aber ein Fremder über die Kamera zuschauen, könnte sie diesem zeigen, wann das Haus leer ist oder wann Kinder allein zu Hause sind. Im Jahr 2020 wurden Dutzende von Amazons Ring-Geräten (Geräte zur Überwachung des Eingangsbereichs an Türen) gehackt, was zu einer Klage gegen das Unternehmen führte.

„Die Hersteller von IoT-Geräten haben es eilig, die Geräte zu verkaufen. Dies bedeutet, dass sie sie nur mit den minimalen, unbedingt notwendigen Funktionen ausliefern, um damit den Entwicklungsprozess zu verkürzen und die Kosten so weit wie möglich zu senken. Das ist großartig für die Gerätehersteller, aber nicht für die Verbraucher. Wenn Dinge überstürzt werden, kommt es zu großen Sicherheitslücken“, ergänzt Markuson.

Das Nutzerverhalten sei angesichts all der technischen und strukturellen Probleme nur ein zusätzlicher Aspekt für mögliche Sicherheitslücken. Dennoch gibt es oft einfache Schritte, die man unternehmen könne, um die Sicherheit der Geräte und Netzwerke in Häusern oder Büros zu verbessern.

Insgesamt hat die überwiegende Mehrheit irgendeine Art von IoT- oder ein mit dem Netz verbundenes Gerät zu Hause, auch wenn es sich nur um einen Router handelt. Tatsächlich besaßen nur 12,3 Prozent der Befragten keines der aufgeführten Geräte. In Deutschland gibt es eine recht aktive Nutzung von IoT-Geräten, denn nur elf Prozent gaben an, keines dieser Geräte zu Hause zu haben. Die Deutschen unternehmen gleichzeitig jedoch auch sehr wenig gegen die Risiken: Fast jeder Sechste ergreift keine Maßnahmen, um sie zu schützen.

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