Das Softwareanalyse-Unternehmen New Relic hat seine Cloud-basierte Instrumentierungsplattform für die Softwareoptimierung erweitert. Mit New Relic One will der Hersteller speziell DevOps-Teams dabei helfen, Daten in komplexen Umgebungen schneller finden, visualisieren und verstehen zu können.

New Relic reagiert damit nach eigenen Angaben auf die immer komplexer werdenden Umgebungen in Unternehmen, die für DevOps-Teams zahlreiche Herausforderungen bedeuten. Denn Unternehmen hätten mittlerweile Hunderte von einzelnen Teams, die für die Verwaltung von ineinandergreifenden Systemen verantwortlich seien, welche aus Containern oder Micro-Services bestehen und On-Premises oder in der Cloud laufen. Treten Service-Probleme auf, ist es für die Teams laut New Relic oft schwierig, das Problem schnell und eindeutig zu lokalisieren und zu beheben.

Mit New Relic One soll es jedoch möglich sein, alle Daten eines Kunden über mehrere Konten hinweg zu vereinheitlichen, sodass Teams eine unternehmensweite Sicht auf alle Beziehungen und Abhängigkeiten haben. So sei es auch möglich, das Teams alle ihre Daten an einem Ort einsehen und schnell und detailliert auf die Services eingehen können, für die sie zuständig sind.

Nach Bekunden des Herstellers behandelt New Relic One alles, was als Komponente (Service) instrumentiert werden muss, und indexiert diese Komponenten, um ihre Beziehungen und Abhängigkeiten zueinander zu verfolgen. So sollen Teams neben den Kennzahlen auch den Kontext erhalten. Weiter definiere die Lösung Komponenten unter anderem mit Micro-Services, mobilen Apps, Kubernetes Cluster oder Lambda-Funktionen. Eine Komponente sende anschließend Daten aus, die den Kontext, einschließlich der vor- und nachgelagerten Abhängigkeiten, über den internen Zustand der Komponenten liefert. Auf diese Weise sei es möglich, in kritischen Momenten die Beziehungen zwischen den Komponenten und ihre Wechselwirkungen schnell verstehen zu können, um so eine schnellere Problembehandlung zu ermöglichen.

Laut Hersteller bietet New Relic One folgende Hauptmerkmale:

  • Eine einheitliche, unternehmensweite Sicht auf komplexe Umgebungen: New Relic One stelle kontenübergreifende Service-Maps vor, die automatisch vor- und nachgeschaltete Abhängigkeiten von Objekten visualisieren können, um die schnelle Identifizierung von Ursachen bei der Fehlerbehebung zu vereinfachen.
  • Eine vernetzte Such- und Entdeckungsplattform: Die Plattform bietet laut Hersteller eine neue globale Suchfunktion sowie universelle Tag-Filterung, sodass Teams Komponenten im gesamten Unternehmen schnell und einfach auffinden können.
  • Dashboards: Die Lösung führe neue und verbesserte Dashboard-Funktionen ein, die es Benutzern ermöglichen, schnell informative, benutzerdefinierte Dashboards zu erstellen, die technische Bemühungen mit geschäftlichen Auswirkungen verknüpfen. Die Funktion Chartbuilder soll es vereinfachen, leistungsstarke Abfragen mit einem Point-and-Click-Tool zu erstellen, das die New Relic Query Language (NRQL) ergänzt. Die in New Relic Insights vorhandenen Dashboards der Kunden werden automatisch in New Relic One zur Ansicht und Bearbeitung angezeigt, so der Hersteller.
  • Unternehmensspezifischer Ansichten: New Relic One sei außerdem in der Lage, Visualisierungen nach unternehmens- und domänenspezifischen Anforderungen zu erweitern. So sei es beispielsweise einfach, Daten von Kassensystemen mit Echtzeittelemetrie zu kombinieren, die alle auf einer Karte überlagert sind. Operationsteams sollen die Leistung ihrer Filialen in einem geografischen Gebiet aus der Vogelperspektive betrachten können. Außerdem sei es für sie möglich, ins Detail zu gehen, um die Leistung einer bestimmten Filiale zu sehen, die eine Warnung auslöst. Mit der Programmierbarkeit kann die Plattform in die Verwaltung der Leistung des Unternehmens integriert werden.
  • Einheitliche Benutzerführung und globale Homepage: Die Lösung biete außerdem ein neues Homepage-Erlebnis und ermögliche es Kunden, alle ihre Leistungsdaten an einem Ort zu sehen. New Relic One befindet sich über der bestehenden New Relic-Plattform von Produkten, auf der sich die Benutzer weiterhin schnell auf Problembereiche konzentrieren können, um diese tiefer zu erforschen.
  • Überwachung von AWS Lambda: Weiter sei es möglich, Lambda-Funktionen zu überwachen, zu visualisieren, Fehler zu beheben und Warnungen auszulösen. Pro-Kunde lasse sich nun laut Hersteller die Lambda-Leistung insgesamt überwachen oder in einzelne Lambda-Aufrufe aufschlüsseln, um Traces, Fehler, End-to-End-Traces und andere Informationen zur Fehlerbehebung anzuzeigen.
  • Kubernetes Cluster Explorer: Dieser soll eine multidimensionale Darstellung eines Kubernetes-Clusters (siehe Bild oben) bieten, die es Teams ermöglicht, in einer hochpräzisen, kuratierten Benutzeroberfläche, die komplexe Umgebungen vereinfacht, Kubernetes-Daten und -Metadaten detailliert anzuzeigen. Diese vorhandene Funktion ist laut Hersteller jetzt auf der „New Relic One“-Schnittstelle verfügbar.
  • Verteilte globale Suche: Die globale Suche diene als wirkungsvolles Werkzeug zum Auffinden von Traces mit benutzerdefinierten Attributen oder Tags. Dadurch sollen Teams nun schneller an der Lösung von Leistungsproblemen in verteilten Softwareumgebungen arbeiten können.

Bis zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres will New Relic nach eigenen Angaben für seine Produktneuheit noch eine Log-Überwachungslösung sowie AIOps-Lösungen liefern.

Weitere Informationen finden sich unter www.newrelic.de.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.