Covid-19 lässt Web-Traffic in Deutschland sprunghaft ansteigen

Akamai: Internet-Traffic wächst um 30 Prozent

24. April 2020, 12:15 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Akamai: Internet-Traffic wächst um 30 Prozent

Der Internet-Traffic im März 2020 ist in Deutschland wegen der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Vormonat angestiegen. An den Wochenenden gab es sogar regelmäßig ein Wachstum von rund 40 Prozent. Den erhöhten Web-Traffic hat Akamai nach eigenen Angaben über seine Intelligent Edge Plattform festgestellt, die mit mehr als 270.000 Servern an 4.000 Standorten in 137 Ländern einen umfassenden Überblick über den Datenverkehr im Netz liefert.

"Im März hat der Web-Traffic weltweit um 30 Prozent zugenommen und lag damit um ein Zehnfaches über dem normalen Wachstum von rund drei Prozent. Damit waren die Zuwächse innerhalb weniger Wochen so stark wie sonst über das gesamte Jahr gerechnet. Und das ganz ohne Live-Übertragungen von Sportereignissen, die sonst regelmäßig für Rekorde sorgen", sagt Tom Leighton, CEO von Akamai. Danach verzeichnete Akamai Mitte März auf seiner Plattform einen Spitzenwert von 167 TByte/s. Dies ist mehr als doppelt so viel wie im ersten Quartal 2019, als mit 82 TByte/s ebenfalls ein Traffic-Rekord aufgestellt wurde.

Auch in Deutschland lässt sich dieser rapider Anstieg der Web-Nutzung bedingt durch das Coronavirus feststellen. Allein am Samstag, den 21. März, als die ersten Ausgangsbeschränkungen in Bayern und im Saarland in Kraft traten, nahm der Datenverkehr hierzulande um rund 45 Prozent  im Vergleich zum Vormonat zu. Fast eine Woche später, am Freitag, den 27. März, war es immer noch ein Zuwachs von rund 40 Prozent. Interessant dabei: Der zunehmende Internetverkehr verteilt sich gleichmäßig über verschiedene Online-Dienste und Zugriffszeiten hinweg, anstatt sich wie bei einer Live-Übertragung über einen einzigen Dienst zu generieren. Im Gesamten ist dadurch kein punktueller Web-Traffic-Anstieg, der das Internet überlasten könnte, sondern ein wellenförmiger Zuwachs durch zeitlich verteile Zugriffe auf verschiedene Dienste festzustellen. Den Großteil des Traffics machen dabei Video-Streaming und Software-Downloads aus, so Akamai weiter.

Auch in anderen europäischen Ländern lässt sich dieser Trend beobachten - allerdings gibt es Unterschiede. In Italien, dem ersten europäischen Land mit Ausgangssperren, stieg der Traffic nach Beginn der Maßnahmen ebenfalls sprunghaft an. Am 14. März erreichte er in Italien seinen Höhepunkt mit Zuwachsraten von mehr als 75 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Seither ging dort der Datenverkehr im Netz sukzessive zurück - und lag am 3. April weniger als zehn Prozent über dem Durchschnitt vom Februar 2020.

Diese Entwicklung ist typisch und lässt sich in allen europäischen Ländern verfolgen, in denen wegen Corona Isolationsmaßnahmen verhängt wurden: Zunächst stieg der Datenverkehr stark an und flachte im Laufe der folgenden Wochen etwas ab. So lagen die Zuwachsraten in der Schweiz am 16. März, als die Ausgangssperren in Kraft traten, bei knapp 60 Prozent im Vergleich zum Vormonat. In Österreich lagen sie bei Inkrafttreten der Einschränkungen bei über 30 Prozent und erreichten einen Höchstwert von mehr als 50 Prozent am 21. März. Im Verlauf des März hatten sich die Raten bei einem Plus von 30 Prozent in der Schweiz und zwischen 20 und 30 Prozent in Österreich eingependelt.

Weitere Informationen stehen auf www.akamai.com zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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