Acceed vertreibt Rechner für Smart-Factory-Aufgaben

Autonomer DAQ-Computer für Edge-Computing-Aufgaben

17. März 2020, 09:33 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Autonomer DAQ-Computer für Edge-Computing-Aufgaben

Datenerfassung, kurz DAQ (Data Aquisition), also die Aufnahme analoger Signale und deren Umwandlung in digitale Messdaten für die Weiterverarbeitung per Software, ist eine der fundamentalen Voraussetzungen für effiziente Automatisierung und intelligente Abläufe in Smart-Factory-Szenarien. Der neue Adlink MCM-204, den Acceed vorgestellt hat, ist ein kompakter, autonomer DAQ-Computer mit vier hochauflösenden 24-Bit-Analogeingängen und zugehörigen digitalen Ausgängen. Er lässt sich zum Beispiel für die Aufnahme und Analyse von Vibrationssignalen einsetzen.

Die Datenerfassung in Smart-Manufacturing-Umgebungen dient der Identifikation und Sammlung wichtiger Informationen, die unter anderem als Basis für die Steuerung und Kontrolle, die energieeffiziente Nutzung und die vorausschauende Wartung automatisierter Systeme notwendig sind. Zustände und Leistungsdaten einzelner Komponenten müssen dazu als Signale erfasst und in digitaler Form an das Leitsystem oder an andere autonome Geräte kommuniziert werden.

Die Erfassung und Digitalisierung erfolgt entweder über mehrere DAQ-Steckkarten in größeren Rechnerarchitekturen oder dezentraler mit autonomen DAQ-Computern in der Nähe der Signalgeber (Stichwort: Edge Computing). Ein typischer Anwendungsfall ist die unmittelbare Erfassung von Vibrationen, um die Entstehung von Lagerdefekten frühzeitig zu identifizieren und damit vor möglichen Folgeschäden zu warnen.

Der knapp handgroße MCM-204 im Vollaluminium-Gehäuse ermöglicht die Rund-um-die-Uhr-Datenerfassung von Sensoren mit hoher Präzision und Abtastrate. Der lüfterlose All-in-one-Rechner ist ohne zusätzlichen Host-Computer einsetzbar und über die beiden Gigabit-Ethernetschnittstellen in bestehende Netzwerke integrierbar.

Der 24-Bit-Sigma-Delta-Signalwandler unterstützt Antialiasing-Filterung, Unterdrückung von Modulation und Signalrauschen und stellt ein Nutzsignal unterhalb der Nyquist-Rate bereit, wodurch sich Rohsignale mit hoher Dynamik verarbeiten lassen, etwa für Monitoring-Aufgaben. Über die integrierte Web-Konsole ist die Konfiguration ohne zusätzliche Software möglich. Auf diesem Weg können Betreiber auch anwendungsspezifische Filteralgorithmen importieren.

Der MCM-204 lässt sich als eigenständiges Messsystem auch an abgelegenen Feldstandorten einsetzen. Die durch Filterung und Konvertierung erzeugten kompakten Digitaldaten können über das Netzwerk zu einem zentralen Standort weitergeleitet und dort protokolliert, visualisiert und weiterverarbeitet werden.

Angetrieben wird der Embedded-PC von einem ARM Cortex-A9 mit 1,0 GHz. Bis zu vier 24-Bit-Kanäle mit je 128 kS/s Sampling-Rate stehen für die simultane Aufnahme von Sensorsignalen bereit. Die Sampling-Rate lässt sich in mehreren Stufen von 1 kS/s bis 128 kS/s an den jeweiligen Bedarf anpassen. Die Datenkommunikation erfolgt über zwei GbE-Schnittstellen oder optionale WLAN-Module in den USB-Buchsen. Ein digitaler Temperatursensor (-50 bis +150 °C) mit 3-Meter-Anschlussleitung gehört zum Lieferumfang.

Das Aluminiumgehäuse ist mit den Abmessungen von 127 x 111 x 40 mm auch für die Hutschienenmontage geeignet. Die zulässige Umgebungstemperatur für den Betrieb ist mit 0 bis 50 °C angegeben. Weitere technische Details und Informationen zu Anwendungsmöglichkeiten sind direkt beim deutschen Distributor Acceed unter www.acceed.com erhältlich.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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