Mit Peerings und kurzer Latenz punkten

ColocationIX will unter die schnellsten ISPs

22. November 2019, 08:53 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

ColocationIX will unter die schnellsten ISPs

In der IT-Welt bieten rund 150.000 Internet-Service-Provider (ISPs) ihre Dienste an. Betrachtet man die Anzahl der Verbindungen zu gleichrangigen Computernetzwerken, dann nimmt ColocationIX aus Bremen nach eigenen Angaben aktuell den zweiten Platz der ISPs in Deutschland ein und ist zudem das höchstrangige europäische Unternehmen. ColocationIX, Betreiber des gleichnamigen Hochsicherheits-Rechenzentrums, verfügt ab sofort über direkte Internetverbindungen zu knapp 2.000 Internet-Providern weltweit, die ihrerseits Kunden mit Bandbreite versorgen, wie das Unternehmen vor Kurzem mitteilte - eine Momentaufnahme, der ein massiver Ausbau des Partnernetzes seit Mitte 2019 vorausging.

Zu den Knotenpunkten gehören die größten europäischen Internet Exchanges wie DE-CIX in Frankfurt und LINX in London sowie weitere strategisch wichtige Knotenpunkte. Bereits seit Jahren existiere eine direkte Anbindung nach Asien über das China Telecom Next-Generation Carrier Network. Damit wollen die Bremer nach eigenem Bekunden allen Partnern, die Geschäftskontakte nach China unterhalten, eine leistungsfähige und wirtschaftlich sinnvolle Internetverbindung anbieten.

Im Laufe dieses Jahres forcierte ColocationIX den Verbindungsausbau zu Internet Exchanges in Berlin, Prag, Paris, Marseille, Amsterdam, Stockholm, Kopenhagen, Katowice und Warschau. Auch auf der digitalen Seidenstraße nahm der Anbieter nach eigenem Bekunden Fahrt auf: Man erreiche nun mit der Anbindung an die wichtigsten Provider und Carrier in China, wie zum Beispiel Alibaba, Tencent, China Mobile und Hong Kong Broadband, zirka 90 Prozent des chinesischen Markts. Damit wollen die Norddeutschen die Expansion deutscher Unternehmen in Asien unterstützen.

Mit den neuen Peerings knackt ColocationIX nach eigenen Angaben deutlich die Marke von 100 GBit/s. Auch wenn die theoretische Spitzenbandbreite einer Netzwerkverbindung durch die verwendete Technik festgelegt ist, variiert die tatsächlich fließende Datenmenge, da sie von Latenzzeiten beeinflusst wird. Je mehr Knoten ein Paket in einem Netzwerk durchläuft, desto mehr Zeit erfordert die Übermittlung. Dabei verursacht eine große Entfernung zwischen Quelle und Ziel höhere Verzögerungen bei Übertragung und Verarbeitung.

Das sternförmige Glasfaser-Netzwerk überträgt die Verbindungen auf direktem Weg. An dieser Stelle zeigten sich die Vorteile für Unternehmen, die auf eine ausgereifte Peering-Strategie ihres ISPs zugreifen können, so ColocationIX. Insbesondere 5G und Echtzeit-Anwendungen funktionierten besser, wenn die Daten im mehrfachen Austausch zwischen Client- und Server-Standort weniger Strecke mit höherer Geschwindigkeit zurücklegen. Diese schnelle Übertragung erweise sich beispielsweise für europäische Unternehmen mit Niederlassungen in China als wichtig, wenn Video-Calls auf der Tagesordnung stehen oder Datei-Downloads anstehen. Eine Reduzierung der Latenzzeiten führt in jedem Fall zu optimierten Ladezeiten und damit zu verbesserter User Experience.

Mit durchschnittlich 22,88 Millisekunden Latenzzeit innerhalb Europas sei man Spitzenreiter auf dem Kontinent, so die Bremer weiter. Nördliche Gebiete wie Finnland, Russland und Skandinavien seien in einer durchschnittlichen Latenzzeit von 22,14 Millisekunden erreichbar, Kopenhagen innerhalb von neun Millisekunden. Die Latenzzeiten in südöstliche Länder wie Polen, Tschechien oder auch Italien seien mindestens sieben Millisekunden kürzer als bei vielen anderen Providern.

Nach Nordamerika könne ein ColocationIX-Kunde mit einer durchschnittlichen Latenzzeit von 176,24 Millisekunden rechnen, mindestens acht Millisekunden schneller als bei Mitbewerbern, so der Anbieter weiter. Auf dem Weg nach Asien fließen die Daten demnach um mindestens 21 Millisekunden schneller durchs Netz und stehen innerhalb von 196,63 Millisekunden zur Verfügung.

"Durch unsere neuen Anbindungen an die internationalen Internet Exchanges konnten wir uns an die Spitze der Internet Service Provider mit den meisten Peers in Deutschland setzen", sagt Andres Dickehut, Gesellschafter von ColocationIX. Dies sei "ein schöner Antrieb" und zeitgleich ein Versprechen an die international agierenden Kunden, ihre Standorte sicher, leistungsstark und wirtschaftlich anzubinden.

Weitere Informationen stehen unter www.colocationix.de und www.cloud1x.de zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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