Studie von TÜV Süd und Partnern

Datenschutz-Bedenken und IT-Sicherheit sind größte IoT-Hindernisse

15. Januar 2020, 12:56 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Datenschutz-Bedenken und IT-Sicherheit sind größte IoT-Hindernisse

Unternehmen profitieren zunehmend vom Internet of Things (IoT), aber Bedenken zu Datenschutz und IT-Sicherheit bremsen breiter angelegte IoT-Aktivitäten und fallen sogar noch stärker ins Gewicht als ein knappes Budget. Am meisten fürchten Unternehmen Hackerangriffe und Industriespionage. Unternehmen nutzen zudem immer mehr automatisierte Security-Lösungen. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Internet of Things.

Das Internet of Things (IoT) gewinnt in deutschen Unternehmen weiterhin an Bedeutung. Dafür sprechen eine steigende Projektzahl, höhere Erfolgsquoten sowie schnellerer Mehrwert. Auch die Investitionen steigen weiter, jedoch nicht mehr so stark, so der TÜV Süd. Das Geld fließt vor allem in neue Themen wie Blockchain, KI und Robotics. Das größte Hindernis für breiter angelegte IoT-Aktivitäten in Unternehmen ist nicht das knappe Budget, sondern Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Sicherheit. Am meisten fürchten Unternehmen dabei Hacker-Angriffe und Industriespionage. Dies zeigt eine aktuelle Studie von IDG Research Services mit TÜV Süd und weiteren Partnern, für die man 444 Entscheider aus der Region DACH befragte.

"Vor allem kleinere Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern haben Vorbehalte bei IoT-Projekten. Ihnen fehlen oft Ressourcen und Know-how, wenn es um Datenschutz und IT-Sicherheit geht, deshalb wollen sie hier möglichst kein Risiko eingehen", sagt Stefan Vollmer, CTO von TÜV Süd Sec-IT. "Automatisierte Sicherheitslösungen können hier eine gute Unterstützung darstellen. Als ersten Schritt empfehlen wir Unternehmen, ihre Schwachstellen kontinuierlich zu analysieren." TÜV Süd Sec-IT bietet selbst im Rahmen seiner Cyber-Security-Assessments mit "Attack Surface Detection" einen automatischen Sicherheits-Scan an, der Kunden derzeit in der Betaphase zur Verfügung stehe.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Datenschutzbedenken nennen 37 Prozent der befragten Unternehmen an erster Stelle als Argument gegen einen umfassenden IoT-Einsatz. Dies gilt vor allem für die kleinen Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und große Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Ein Drittel der Unternehmen nennt Sicherheitsbedenken als größtes Hindernis. Sie fürchten vor allem Hacker-Angriffe/DDoSAngriffe, Industriespionage oder juristische Probleme. Ein knappes Budget (30 Prozent), Fachkräftemangel (27 Prozent) und fehlende Anwendungsfelder (21 Prozent) sind weitere Gründe.

Ein Fünftel der Firmen würde aufgrund schlechter Erfahrungen und eines fehlenden Returns on Investments (ROI) bei bestehenden IoT-Anwendungen auf eine breite IoT-Initiative verzichten. Auch mangelnde Akzeptanz bei Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern und Dienstleistern spielen eine Rolle.

Am meisten fürchten sich die Unternehmen vor Hacker-Angriffen und DDoS-Attacken (37 Prozent), Industriespionage (32 Prozent) oder juristischen Problemen (28 Prozent). Zum besseren Schutz der Systeme und Daten setzt ein Viertel der Firmen auf Lösungen zur automatisierten Erkennung von Cyber-Security-Schwachstellen oder -Risiken. Vorreiter sind dabei die großen Unternehmen mit einem jährlichen IT-Etat von mehr als zehn Millionen Euro (52 Prozent). Etwa die Hälfte der befragten Firmen prüft derzeit den Einsatz automatisierter Security-Lösungen im IoT-Umfeld, 15 Prozent interessieren sich dafür.

Die gesamte IoT-Studie setht zum Download unter www.tuvsud.com/IoTstudie2020 zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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