Unternehmen verwalten durchschnittlich über 13 Petabyte an Daten

Dell-Studie: Datenverluste kosten fast 900.000 Euro im Jahr

18. März 2020, 08:15 Uhr   |  Von Timo Scheibe.

Dell-Studie: Datenverluste kosten fast 900.000 Euro im Jahr

Die große Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass ihre aktuellen Datensicherungslösungen ihren zukünftigen Geschäftsanforderungen nicht mehr gerecht werden. Eine der Gründe ist das große Datenwachstum: Demnach verwalten Organisationen 40 Prozent mehr Daten als noch im Vorjahr. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie "Global Data Protection Index 2020 Snapshot" von Dell Technologies. Dazu hat der Hersteller im November und Dezember 2019 IT-Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern in 15 Ländern und aus 14 Branchen befragt. In den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und China nahmen jeweils 100 Personen an der Umfrage teil, in Mexiko, Brasilien, Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Italien, Australien, Japan, Südkorea, Indien und Singapur jeweils 50 Personen.

Der "Global Data Protection Index 2020 Snapshot" ist die vierte Auflage der Studie, mit der Dell Technologies nach eigenen Angaben versucht, den Reifegrad von Datensicherungsstrategien zu messen und zu bewerten, wie gut Unternehmen weltweit gegen Datenverlust geschützt sind. Ein Haupterkenntniss der aktuellen Umfrage sei das bereits erwähnte Datenwachstum. So verwalten die befragten Unternehmen im Schnitt 13,5 PByte an Daten. Dies ist laut Studie ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (9,5 PByte). 2016 haben Unternehmen noch 1,45 PByte an Daten vorgehalten - bezieht man das zu den heutigen Zahle, entspricht dies laut Dell einem Wachstum von 831 Prozent.

Sorgen machen den Umfrageteilnehmern die steigende Anzahl von Störereignissen wie Cyberangriffe oder Systemausfällt. Im Jahr 2018 gaben noch 76 Prozent der befragten Unternehmen an, von einem solchen Vorfall betroffen gewesen zu sein. Für 2019 trifft dies bereits auf 82 Prozent zu. Besonders anfällig zeigten sich laut der Studie dabei Unternehmen, die auf Datensicherheitslösungen mehrerer Anwender setzen. Sie verzeichneten im Vergleich eine doppelt so hohe Anzahl an Störfällen. Dennoch verfolgen laut Dell die meisten Befragten einen Multi-Vendor-Ansatz. So berichteten 80 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sie Lösungen von zwei oder mehr Anbietern im Einsatz haben - 20 Prozent mehr als 2016.

Kosten steigen

Neben dem Datenwachstum steigen auch die Kosten, die durch Störereignisse, laut Dell "mit alarmierender Geschwindigkeit". Für 2019 schätzt der Hersteller die jährlichen Kosten für Ausfallzeiten auf durchschnittlich rund 719.000 Euro. 2018 lagen sie noch bei rund 467.000 Euro. Die geschätzten durchschnittlichen Kosten für Datenverluste beziffert die Studie für 2019 auf rund 900.00 Euro. 2018 waren es noch rund 883.000 Euro. Sprunghaft angestiegen sind auch hier die Kosten vor allem in Unternehmen, die Sicherheitslösungen von mehr als einem Anbieter im Einsatz haben, so Dell weiter. Ihre durch Ausfallzeiten verursachten Kosten würden sich nahezu verdoppeln, die Kosten aufgrund von Datenverlusten sogar beinahe verfünffachen.

Des Weiteren investieren alle befragten Unternehmen in neue Technologien. Die Top 5 bilden laut Studie cloudnative Anwendungen (58 Prozent), künstliche Intelligenz und Machine Learning (53 Prozent), SaaS-Anwendungen (51 Prozent), 5G- und Cloud-Edge-Infrastrukturen (49 Prozent) sowie IoT- und Endpunktlösungen (36 Prozent). Drei Viertel der Umfrageteilnehmer (71 Prozent) gehen jedoch davon aus, dass diese neuen Lösungen die Datensicherheit weiter verkomplizieren. 61 Prozent haben laut Dell sogar die Meinung, dass neue Technologien ein echtes Risiko für die Datensicherheit bedeuten können. Über die Hälfte der Unternehmen, die solche Lösungen einsetzen, tun sich zudem schwer damit, adäquate Sicherheitslösungen dafür zu finden, so die Studie.

Die Sorgen der Umfrageteilnehmer wachsen weiter, wenn die Befragten an zukünftige Geschäftsanforderungen denken. So befürchten etwa 81 Prozent, dass sich mit ihren vorhandenen Lösungen nicht alle Anforderungen erfüllen lassen. Demnach bezweifeln 69 Prozent, dass sie mit ihren vorhandenen Lösungen ihre Daten nach einem Cyberangriff nicht vollständig wiederherstellen können. 64 Prozent befürchten ein solches Szenario nach einem Datenverlustvorfall. Jeweils 62 Prozent der Studienteilnehmer befürchten zudem, dass sie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zum Datenschutz sowie die Erfüllung der Service-Level-Ziele für Backup und Recovery nicht einhalten können.

Cloud wird bevorzugt

Die Cloudaffinität spiegelt sich auch in der Einführung neuer Geschäftsanwendungen wider. Demnach nutzen 43 Prozent der Studienteilnehmer eine Public Cloud als Bereitstellungsumgebung. 42 Prozent setzen auf hybride und 39 Prozent auf private Cloudumgebungen. Als größte Vorteile nannten sie vor allem eine bessere Performance (61 Prozent), erhöhte Sicherheit (59 Prozent) und einen zuverlässigeren Datenschutz (56 Prozent), so Dell weiter.

Ferner würden die Unternehmen von den Datensicherheitsanbietern auch entsprechende Lösungen für diese Umgebungen erwarten: 85 Prozent finden es laut Studie sehr wichtig, dass Anbieter mit ihren Lösungen cloudnative Anwendungen schützen können. Da außerdem immer mehr Daten durch Edge-Umgebungen fließen, präferieren viele Befragte cloudbasierte Backups. 62 Prozent sehen Private Clouds und 49 Prozent Public Clouds als Ansatz, um Daten, die an Edge-Standorten entstehen, zu verwalten und zu schützen.

Eine weitere Erkenntnis der Umfrage ist nach Meinung von Dell das steigende Bewusstsein für die Bedeutung der Daten und ihre immer wichtiger werdende Verwendung zur Umsatzgenerierung. 80 Prozent gaben demnach an, dass sie den Wert ihrer Daten zu schätzen wissen und diese bereits zur Wertschöpfung heranziehen oder zumindest planen, dies in Bälde zu tun. 2018 traf dies noch auf 74 Prozent der Umfrageteilnehmer zu.

Weitere Informationen finden sich unter www.delltechnologies.com.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.

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