Automatisches Notrufsystem startet EU-weit

"eCall wird Leben retten" - Plädoyer für europäische Normierung

04. April 2018, 12:38 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Das europaweite automatische Notrufsystem eCall soll ab April 2018 EU-weit zum Einsatz kommen. eCall soll wesentlich dazu beitragen, Rettungseinsätze zu beschleunigen und e?zienter zu gestalten.

"Wir gehen davon aus, dass durch den eCall in der Europäischen Union mehrere hundert Menschenleben pro Jahr gerettet werden können", so Evelyne Gebhardt, Verbraucherschutzexpertin der SPD im Europäischen Parlament. Mit dem automatischen Notruf soll im Fall eines Autounfalls der Airbag-Sensor selbstständig über das Mobilfunknetz die örtlich zuständige Notrufzentrale 112 informieren. Dabei wird ein sogenannter Minimaldatensatz übertragen, der unter anderem die Positionsdaten des Unfallfahrzeugs enthält.

Zudem baut das System eine Sprechverbindung zwischen dem Fahrzeug und der Notrufabfragestelle auf. Notwendige Rettungsmaßnahmen sollen sich so sehr viel schneller einleiten lassen, als wenn die Alarmierung der Rettungskräfte auf herkömmlichem Wege erfolgt. Auch wenn aufgrund von Verletzungen der Fahrzeuginsassen keine Sprechverbindung zustande kommt, kann die Notrufabfragestelle eine sofortige Hilfeleistung veranlassen.

Die SPD-Politikerin, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, nutzte die Inbetriebnahme als Anlass, für eine vernünftige Normierung innerhalb der EU zu plädieren: "Ab jetzt müssen die Hersteller alle Neufahrzeuge mit einem eCall-System ausstatten. Europäische Standardisierung und Normung haben insbesondere durch die Berichterstattung in Boulevardmedien bei nicht wenigen Menschen grundsätzlich einen schlechten Ruf." Dabei helfe das eCall-System, wie die meiste – auch kleinteilige – Produktnormierung durch die Europäische Union, nicht nur Wirtschaftsakteuren, länderübergreifend den europäischen Binnenmarkt zu erschließen, sondern auch einen einheitlichen und qualitativ hochwertigen Verbraucherschutzstandard zu gewährleisten, so Gebhardt weiter.

Der potenziell lebensrettende Zeitraum zwischen einem Unfall und der Verständigung der Rettungskräfte soll nach Schätzungen der EU-Kommission mit eCall um bis zu 60 Prozent reduziert werden.

Weitere Informationen stehen unter www.europarl.europa.eu bereit.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Cisco macht seine NB-IoT-Plattform weltweit verfügbar
Gartner: Das Internet der automobilen Dinge
IoT: Sicherheit bleibt Sorgenthema

Verwandte Artikel

Automotive

IoT

Mobilfunk