Everbridge-Umfrage zu Erwartungen an Krisenkommunikation

Mitarbeiter wollen in Krisen Informationen vom Arbeitgeber

13. Mai 2020, 09:05 Uhr   |  Von Anna Molder.

Mitarbeiter wollen in Krisen Informationen vom Arbeitgeber

Die Corona-Pandemie zwingt Unternehmen, ihre Notfallpläne und -maßnahmen zu überdenken. Worauf Mitarbeiter bei der Krisenkommunikation in solchen Fällen Wert legen, zeigt eine aktuelle Studie von Everbridge, einem Anbieter von CEM-Lösungen (Critical-Event-Management).

Aufgrund von COVID-19 sitzen viele Mitarbeiter im Home-Office. Aber auch normalerweise arbeiten inzwischen 56 Prozent der befragten deutschen Mitarbeiter nicht mehr an traditionellen Bürostandorten. Mehr als ein Drittel gab in der Studie an, dass sie entweder auf Reisen oder bei Kunden vor Ort sind. Nicht einmal 21 Prozent der Befragten in Deutschland sind allerdings der Meinung, dass ihr Arbeitgeber genug tut, um sie auf kritische Ereignisse oder Störungen aufmerksam zu machen. Bei größeren Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern lag dieser Wert geringfügig höher, obwohl hier die Einführung von Tools und Software zur Verwaltung von CEM-Plänen zugenommen hat.

58 Prozent der befragten Mitarbeiter in Deutschland bevorzugen in einer Notfallsituation die Kommunikation per SMS sowie Textnachrichten über ihr Mobiltelefon, ebenso viele würden gerne einen automatischen Anruf erhalten. Weit weniger als ein Drittel der deutschen Befragten hält Social-Media-Kommunikationskanäle für ein zuverlässiges Medium.

Auf der anderen Seite nutzen Unternehmen, die ein eigenes Notfall- und Krisen-Management-System eingerichtet haben,  E-Mail als primäres Kommunikationsmittel. Allerdings vertraut nur gut jeder dritte Mitarbeiter diesem Medium. Die Notfall-Kommunikation über E-Mail ist von einer funktionierenden IT-Infrastruktur abhängig. Darüber hinaus nehmen aktuell die Phishing- und Lösegeldangriffe über E-Mail zu, da Kriminelle ungeschützte Heimcomputer und -geräte für ihre Zwecke ausnutzen.

Auf die Frage, wer während einer Krise Informationen zur Verfügung stellen sollte, gab die Mehrheit der Befragten lokale Notfalldienste an, darunter Polizei, Regierung und andere Organisationen. Ein großer Teil der Mitarbeiter würde sich aber auch zuverlässige Informationen von seinem Arbeitgeber wünschen. Genaue Zahlen nennt Everbridge hier nicht. Für Unternehmen sollte die Erstellung konsistenter Nachrichten in verschiedenen Formaten deshalb ein grundlegender Bestandteil jedes Kommunikationsplans sein.

66 Prozent aller Befragten in Deutschland wären in jeder Situation mit konstanten, regelmäßigen Aktualisierungen auf mehreren Kanälen einverstanden. Unternehmen stehen jedoch vor der Herausforderung, genaue Informationen zu sammeln, zu validieren und weiterzugeben. Angesichts der Diskrepanz zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit müssen Unternehmen kritisch hinterfragen, wie effektiv ihre Kommunikation im Notfall ist.

Viele Mitarbeiter würden ihre persönlichen Daten zur Verbesserung des Krisen-Managements weitergeben. Knapp die Hälfte der Befragten in Deutschland würde ihrem Arbeitgeber private Telefonnummern und E-Mail-Adressen zur Verfügung stellen, um Benachrichtigungen zu erhalten. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern lag die Zahl noch höher.

Datenschutz- oder Sicherheitsbedenken in Bezug auf Tracking- und Warnsysteme haben nur wenige. Lediglich neun Prozent der Befragten würden keine persönlichen Daten mit ihrem Arbeitgeber teilen.

In puncto Notfallkommunikation hält die Mehrheit lokale Behörden und staatliche Stellen für eine zuverlässige Quelle. Mehr als die Hälfte der Befragten war der Ansicht, dass ihr Arbeitgeber eine sehr gute Informationsquelle sei, und zudem eher bereit, Telefon und E-Mails vom eigenen Arbeitgeber nachverfolgen zu lassen als von der Regierung. Dadurch haben Unternehmen einen besseren Zugang zu diesen Kommunikationskanälen und die Möglichkeit, die staatliche Kommunikation durch proaktive Maßnahmen zu verbessern.

Für die Untersuchung befragte Everbridge über 9.000 Mitarbeiter, davon 1.000 in Deutschland.

Weitere Information erhalten Interessierte unter www.everbridge.de.

Anna Molder.

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