Forcepoint Cybersecurity Report

Security-Trends und -Entwicklungen 2019 - eine erste Bilanz

08. Juli 2019, 12:55 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Security-Trends und -Entwicklungen 2019 - eine erste Bilanz

Cyberkriminalität beschäftigt Unternehmen branchenübergreifend mehr denn je. Ende vergangenen Jahres haben Sicherheitsexperten und Datenwissenschaftler des US-amerikanischen Cybersicherheitsanbieters Forcepoint die Security-Trends und Bedrohungen identifiziert, mit denen sich Unternehmen im Jahr 2019 konfrontiert sehen sollten. Dazu gehörten etwa Security Trust Ratings und Gefahren wie Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen in der Industrie 4.0 und Identitätsdiebstahl per Gesichtserkennungssoftware. Jetzt ziehen sie ein erstes Fazit.

Security Trust Ratings - die neue Grundlage für Kooperationen in der Wirtschaft

In einer digitalen Welt ohne klare Grenzen sind kritische Daten und geistiges Eigentum mehr denn je gefährdet. Die Verantwortung für die Datensicherheit bleibt dabei jedoch immer beim Unternehmen, auch wenn die Daten beispielsweise bei einem Provider liegen. Branchenweite Security Trust Ratings sind notwendig, wenn Unternehmen nach Zusicherungen suchen, dass Partner und Wertschöpfungsketten vertrauenswürdig und ausreichend gesichert sind. Firmen müssen Sicherheit daher von oben nach unten in ihre Unternehmenskultur integrieren. Sicherheit darf nicht nur in der Verantwortung der IT-Teams liegen, sondern ist ein Geschäftswert.

Fazit: Anhand eines Scoring-Systems bewerten, wie gut ein Unternehmen in Hinblick auf seine IT-Sicherheit ausgestattet ist? Seit diesem Jahr ist das in einigen Ländern möglich. In Großbritannien und den USA werden sie sogar auf Regierungsebene unterstützt. Die ersten Unternehmen - zum Beispiel das US-amerikanische Unternehmen Equifax - haben ihre finanziellen Aussichten als direkte Folge von Cybersicherheitslücken für dieses Jahr bereits herabgestuft.

Das gefälschte Gesicht - Hacker manipulieren Gesichtserkennungssoftware

Mit Phishing-Attacken und Hacks wie "SIM Swaps" untergraben Angreifer bereits regelmäßig die Wirksamkeit von 2FA-Methoden (Zwei-Faktor-Authentifizierung, zum Beispiel Login mit Passwort und SMS-Code). Fakt ist: Keine Authentifizierungsmethode ist zu 100 Prozent sicher. Ende 2019 warnten die Sicherheitsexperten davor, dass Hacker künftig Gesichtserkennungssoftware nutzen werden, um Identitäten zu stehlen. Die Empfehlung für Unternehmen war es daher, sich mit verhaltensbasierenden Systemen zu schützen, da physisches Verhalten wie Tastenanschlag, Mausbewegungen oder die Geschwindigkeit beim Scrollen eindeutig ist und sich nicht nachahmen lässt.

Fazit: 2019 war bisher kein gutes Jahr für die Technik der Gesichtserkennung. US-amerikanische und britische Regierungsbehörden stellen die Technik mittlerweile infrage oder sehen ganz von ihr ab. Für die Sicherheitsexperten von Forcepoint ist das die Bestätigung: Verhaltensbasierende Systeme sind die Zukunft für automatisierte Identifikationsverfahren. Denn nicht nur Gesichtserkennung, sondern auch die Spracherkennung und andere biometrische Daten ließen sich von Hackern leicht missbrauchen, nicht aber verhaltensbasierende Systeme.

Industrie 4.0: Angreifer nutzen Schwachstellen bei Hardware- und Cloud-Infrastruktur

Die Vielzahl vernetzter Geräte, mobile Zugriffe und verschiedene Applikationen machen den Schutz von Systemen und Daten komplexer. Mit steigender Datenmenge setzen Unternehmen immer mehr auf Cloud-Lösungen und -Provider für Wartung, Updates und Geräte-Management. Angriffe auf die Cloud-Infrastruktur werden immer lukrativer, um wichtige Systeme zum Stillstand zu bringen. Die Gefahr für Unternehmen: Produktion, Energieerzeugung und andere wichtige Sektoren könnten gleichzeitig betroffen sein. Ein effektiver Schutz erfordert daher Einblicke in das Verhalten von Mensch und Maschine, um unautorisierte Eingriffe in IoT-Systeme zu verhindern, ohne dass die Verfügbarkeit beeinträchtigt ist.

Fazit: Die erste Jahreshälfte 2019 hat gezeigt, wie vielfältig die Schwachstellen in Cloud-Systemen sind. Regierungen haben die Notwendigkeit, umfangreiche IT-Sicherheitslösungen für das IoT zu entwickeln und zu etablieren, mittlerweile erkannt. International wollen sie die Situation für IoT-Sicherheit verbessern. Der US-Senat beispielsweise hat bereits mit einem Gesetz zum Schutz von IT-Sicherheitsbedrohungen reagiert und OWASP (Open Web Applications Security Project) um Sicherheitsfragen bei IoT-Systemen ergänzt.

Weitere Informationen zu den Vorhersagen und Security-Trends stehen unter www.forcepoint.com zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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