Untersuchungen von Bitkom und Thales

Thales: Unternehmen sorgen sich um IoT-Sicherheit

25. Juni 2018, 10:04 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Thales: Unternehmen sorgen sich um IoT-Sicherheit

IoT-Plattformen (Internet of Things) sind in acht von zehn Unternehmen Thema. Dies hat eine repräsentative Befragung von 553 Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben. Demnach setzen 27 Prozent auf die IoT-Plattform eines externen Providers, kurz Plattform as a Service - PaaS, 16 Prozent nutzen eine selbst programmierte IoT-Plattform. Weitere 18 Prozent der Unternehmen planen den Einsatz einer IoT-Plattform, etwa ebenso viele (19 Prozent) diskutieren darüber.

Wenn IoT-Plattformen für Unternehmen kein Thema sind, dann liegt der Grund meist in Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit und -integrität (58 Prozent). Diese Unternehmen fürchten, dass jemand ihre Daten über die Plattform stehlen beziehungsweise unbemerkt verändern kann. Die Ergebnisse sind im Detail hier nachzulesen.

Dass Unternehmen transformative Techniken wie das IoT in großem Umfang nutzen, bestätigt auch der jüngst veröffentlichte 2018 Thales Data Threat Report in der Europa-Ausgabe. Dazu Kai Zobel, Regional Director bei Thales eSecurity:  "Cloud Computing und das IoT haben die Geschäftsprozesse grundlegend verändert, hin zu einer datengesteuerten Herangehensweise. Unsere Studie in Zusammenarbeit mit den Analysten von 451 Research hat ergeben, dass stolze 96 Prozent der Befragten Technologien wie Multi-Cloud-Anwendungen und das IoT einsetzen. 94 Prozent haben bereits IoT-Anwendungen implementiert und nutzen sie auch für sensible Daten."

In Deutschland gelte dies allerdings mit der geringsten Prozentzahl unter den Befragten, nämlich 68 Prozent (im Vergleich zu 77 Prozent in Europa). Zudem neigten diese Befragten grundsätzlich weniger dazu, sensible Daten mittels neuer Technik zu speichern als im Rest von Europa.

78 Prozent der Deutschen setzen laut dem Thales-Report bereits zwei oder mehr PaaS-Anwendungen (Platform-as-a-Service) ein, und 85 Prozent der Befragten verwenden zwei oder mehr IaaS-Umgebungen (Infrastructure-as-a-Service).

"Das sind stolze Zahlen", so Zobel. "So haben wir in unserem Bericht erstmals auch nach den beliebtesten eingesetzten IoT-Geräten gefragt. In Deutschland, dem wahrscheinlich größten Industrie- und Produktionsland Europas, sind die Geräte zur Überwachung des Strom- und Energieverbrauchs mit 40 Prozent am beliebtesten, gefolgt von persönlichen beziehungsweise tragbaren Geräten mit 33 Prozent und an dritter Stelle Produktionsgeräte mit 30 Prozent."

Das Thema Sicherheit im IoT spiele wie in der genannten Umfrage des Bitkom auch im Bericht von Thales eine wichtige Rolle. Die enorme Anzahl vernetzter Dinge und damit verbundener Prozesse bringe naturgemäß mehr Schwachstellen mit sich. Schon jetzt zeichne sich ab, dass es in Zukunft nicht nur mehr Angriffe geben werde, sondern auch eine größere Bandbreite von Attacken. Dass die Gefahr inzwischen real ist, habe man in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach beobachtet. Laut dem Thales-Experten konnte eine Schwachstelle in dem Netzwerk-Controller identifiziert werden, den die meisten aktuellen Fahrzeugtypen verwenden. Über diese Schwachstelle haben Angreifer beispielsweise die Möglichkeit, die Sicherheitsfunktionen des betreffenden PKW auszuhebeln wie etwa das ABS-Bremssystem, die Servolenkung oder die Air Bags.

Die Hauptsorge beim Thema IoT-Sicherheit gilt potenziellen Attacken auf IoT-Geräte (26 Prozent), gefolgt vom Schutz der von IoT-Geräten generierten Daten (26 Prozent). Wenig überraschend sind auch viele Firmen wegen des Mangels an geeignetem Fachpersonal besorgt.

Weitere Informationen stehen unter de.thalesesecurity.com/2018/euro-data-threat-report zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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