CO2-neutrales Rechenzentrum laut Betreiber auf Wachstumskurs

Windcloud baut zweites Rechenzentrum in Nordfriesland

28. Februar 2020, 12:59 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Windcloud baut zweites Rechenzentrum in Nordfriesland

Im Februar gab es den ersten Spatenstich: Das bereits bestehende Rechenzentrum von Windcloud soll in diesem Jahr um ein zweites erweitert werden. Ende April werde der Bau auf dem Greentec Campus in Enge-Sande fertig sein, so der Betreiber. 24 Racks sind geplant, das Rechenzentrum wird eine installierte IT-Leistung von 60 KW bieten. Es soll dann nach der europaweit länderübergreifenden Norm EN 50600, VK3 zertifiziert sein, die Verfügbarkeit, Sicherheit und Energieeffizienz nach höchsten Standards festlegt. Auf dem Dach des Rechenzentrums soll in Kooperation mit NovaGreen eine Algenfarm entstehen, um CO2 nicht nur zu vermeiden, sondern auch aktiv abzubauen. Sie soll Ende Mai 2020 fertiggestellt werden.

"Rechenzentren sind extrem energiehungrig. Gehen die aktuellen Entwicklungen ungebremst weiter, wird die digitale Infrastruktur zu einem größeren CO2-Emittenden als der globale Verkehr und die Landwirtschaft zusammen", erklärt Wilfried Ritter, Gründer und Geschäftsführer von Windcloud. Er ist davon überzeugt, dass sich diese Negativentwicklung noch aufhalten lässt. "Die Technologien für eine klimafreundliche Digitalisierung existieren bereits. Neuartige Modell des Wirtschaftens müssen jedoch qualitativ besser werden."

In Nordfriesland setzt sich Windcloud bereits seit zwei Jahren für die Vereinbarkeit von Umweltschutz und Digitalisierung ein und hier unterschiedliche Lösungen zur Datenspeicherung an: von Colocation-Lösungen in nahezu jeder Größenordnung bis hin zu Multi-Bunker-Konzepten mit mehreren dedizierten Brandabschnitten, wie man betont. Besonders beliebt sei die Managed Nextcloud als sichere Alternative zu Diensten, die außerhalb Deutschlands gehostet werden.

Herzstück von Windcloud ist das Rechenzentrum auf dem GreenTEC Campus in Enge-Sande, das ausschließlich aus regenerativen Energiequellen gespeist wird, überwiegend aus Windkraft. Der Kundenkreis habe sich bereits im letzten Jahr deutlich erweitert. Waren es zunächst NGOs und grüne Unternehmen im regionalen Umfeld, gehören mittlerweile neben KMU auch Energieversorger und Institutionen der öffentlichen Hand aus ganz Deutschland dazu, so Windcloud weiter.

Dies erfordere die Vergrößerung der Anlage auf ein zweites RZ. Das neue Rechenzentrum verfügt dann über eine direkte freie Kühlung. Die Abwärme stellt Windcloud zudem Industriepartnern zur Verfügung, die ebenfalls nachhaltige Projekte umsetzen. So wird auf dem Dach eine 230 Quadratmeter große Algenfarm entstehen. Ob als Nahrungsergänzung oder in der Kosmetik, Mikroalgen wie Spirulina seien ein stark nachgefragtes Wirtschaftsgut, zudem bauen sie CO2 ab. Aus einem intensiven CO2-Verursacher wie der Digitalisierung könne so ein CO2-Absorbierer werden. Weitere nachhaltige Partnerschaften im Bereich Indoor-Farming und Fischzucht sind laut dem Betreiber in Planung. Die Rechenzentrumserweiterung soll Ende April abgeschlossen sein, Ende Mai soll die Algenfarm fertiggestellt werden.

Weitere Informationen stehen unter www.windcloud.org zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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