Angriffe auf Steuer- und Bremssysteme von Connected Cars (vernetzten Autos) stellen bereits heute eine ernstzunehmende Sicherheitslücke dar. Nach Angaben von Panasonic und Trend Micro kommen täglich neue Sicherheitslücken ans Licht, die sich für einen unberechtigten Fernzugriff nutzen lassen. Aus diesem Grund haben beide Unternehmen eine Zusammenarbeit beschlossen, um gemeinsam eine IT-Sicherheitslösung für autonome Fahrzeuge und Connected Cars zu entwickeln.

Ziel der Kooperation sei es, Angriffe auf verschiedene Komponenten von vernetzten und autonomen Fahrzeugen zu erkennen und zu verhindern. Zu den geschützten Systemen sollen Steuergeräte (Electronic Control Units, ECUs) ebenso gehören wie In-Vehicle Infotainment-Systeme (IVIs) einschließlich Navigationssysteme sowie Telematikgeräte.

Neben der Absicherung der Fahrzeuge ist es laut Trend Micro außerdem notwendig, neue Angriffsmuster stetig zu analysieren. Dazu will man die im Fahrzeug verbauten Systeme per Cloud-Anbindung überwachen und die Analyseergebnisse nutzen, um wirksame Gegenmaßnahmen in allen verbundenen Fahrzeugen zu implementieren.

Die gemeinsame Entwicklung basiere auf der CAN-Intrusion-Detection- und -Prevention-Technik von Panasonic (CAN: Control Area Network) sowie Trend Micro IoT Security. Die Panasonic-Technik soll Befehle erkennen, die unberechtigterweise an Steuergeräte gesendet werden und sich auf Fahrmanöver auswirken. Trend Micro IoT Security werde hingegen in IVI-Systeme, etwa Navigationsgeräte, integriert und nutze die globale Bedrohungsinformation und Expertise des IT-Sicherheitsanbieters, zum Beispiel bei der Malware-Analyse.

Auf diese Weise erkennt die Lösung Angriffe per Internet auf Schwachstellen, so die Hersteller. Eine Cloud-basierte Analyseplattform soll die von den Systemen identifizierte Ereignisse sammeln und auswerten, um verdächtigen Traffic zu erkennen und zu blockieren.

Ziel der Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen ist die Entwicklung und kommerzielle Vermarktung dieser Lösung. Die Marktreife erwartet Trend Micro frühestens im Jahr 2021.

Weitere Informationen finden sich unter www.trendmicro.de.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.