Mit Vroom bietet Quest eine Tool-Suite an, die VMware- und Hyper-V-Infrastrukturen sowie Cloud-VMs über eine zentrale Konsole verwaltet. Neben Monitoring- und Alarmierungsfunktionen stellt Vroom auch Werkzeuge für Kapazitäts- und Kostenplanung, automatisierte Ressourcenoptimierung sowie Backup und Recovery bereit.

Der auf Management-Software spezialisierte Anbieter Quest hat mit Vroom eine Tool-Suite für virtuelle Infrastrukturen entwickelt, die zahlreiche Funktionen in einer zentralen Konsole vereint. Vroom basiert auf Foglight for Virtualization, das bereits seit mehreren Jahren als Management-Lösung für Virtualisierungsplattformen im Markt etabliert ist. Vroom erweiterte das Funktionsspektrum deutlich und integriert unter anderem eine Kapazitäts- und Kostenplanung sowie eine Backup- und Recovery-Lösung. Zudem lassen sich über die zentrale Konsole auch VMs überwachen, die in der Cloud laufen. Derzeit unterstützt Vroom VMware und Hyper-V sowie VMs in der Azure- oder AWS-Cloud. Mit Vroom kann der Administrator die verschiedenen Umgebungen über eine zentrale Konsole verwalten.

Das Vroom-Ökosystem umfasst zahlreiche weitere Bausteine. Die Storage-Komponente ist in der Lage, Speichersysteme zu überwachen. Auch für viele Anwendungen sind Module erhältlich, zum Beispiel für MS SQL, Exchange, SharePoint, Active Directory, Oracle oder Citrix. Physische Server lassen sich mithilfe von Agenten integrieren.

 

Die Dashboards von Vroom stellen die wichtigsten Informationen übersichtlich dar.

Zu den Basisfunktionen von Vroom zählt die Überwachung der virtuellen Infrastrukturen und eine Alarmierung der IT-Verantwortlichen, sobald Fehler auftreten oder definierte Auslastungsschwellenwerte überschritten werden.

Darüber hinaus bietet Vroom Analysefunktionen, die auf Grundlage der historischen Messdaten die künftig zu erwartende Entwicklung prognostizieren können. Standardmäßig speichert das Tool die Daten der letzten 365 Tage. Es wertet unter anderem CPU-, RAM-, Storage- und Netzwerkauslastung aus. Wenn Vroom einen Engpass vorhersieht, löst das Tool einen Alarm aus.

Um den laufenden Betrieb zu optimieren und die Betriebskosten zu senken, verfügt Vroom über automatisierbare Prozesse und Workflows, die zum Beispiel von zu üppig dimensionierten VMs nicht genutzte RAM- und CPU-Ressourcen entfernen und diese anderen Systemen zur Verfügung stellen können. Sind im Kostenkalkulations-Tool die erforderlichen Daten hinterlegt, kann Vroom zudem angeben, wie viel sich durch diese Anpassung einsparen lässt. Die Optimierung funktioniert auch in die umgekehrte Richtung, indem Vroom VMs mit zu wenig Ressourcen zusätzliche vCPUs oder RAM hinzufügt. Darüber hinaus ist die Software in der Lage, den häufig zu beobachtenden Wildwuchs von VMs einzudämmen. Sie kann VMs identifizieren, die keine Aktivitäten mehr zeigen und veraltete Checkpoints und Templates automatisch löschen.

 

Die grafisch aufbereiteten Performance-Daten liefern einen schnellen Überblick.

Für den Schutz der verwalteten Systeme hat Quest in Vroom die Backup-Lösung Rapid Recovery integriert, die auch als Einzellösung erhältlich ist. Mit dem Tool lassen sich beschädigte VMs schnell wiederherstellen. Beim ersten Backup wird ein Basis-Image erstellt. Die anschließenden Sicherungen erfolgen bandbreitenschonend mithilfe inkrementeller Snapshots. Der Administrator stellt im Backup-Scheduler ein, wie häufig die Sicherung laufen soll. Das kleinste Zeitintervall beträgt fünf Minuten. Die Sicherung von VMs unter VMware oder Hyper-V erfolgt standardmäßig agentenlos. Rapid Recovery bietet auch eine ganze Reihe Agenten für die Sicherung physischer Systeme und spezieller Anwendungen. Alternativ lässt sich Vroom mit den Backup- und Recovery-Funktionen von Veeam Enterprise integrieren. Zudem ist es möglich, VMs in die Cloud zu Azure zu replizieren.

Installation und Konfiguration

Für den LANline-Test von Vroom kamen ein VMware vSphere-6- und ein Microsoft Hyper-V-2016-Cluster zum Einsatz, die jeweils aus zwei physischen Dell-Servern bestanden. Den zentralen Storage stellte ein Windows 2012 R2 Storage Server bereit, der über 10-GBit/s-iSCSI mit den Hosts verbunden war. Wir installierten die zentrale Vroom-Komponente Foglight for Virtualization 8.7.5 in einer WS-2016-VM, die mit vier vCPUs, 12 GByte RAM und einer 160-GByte-vDisk den Mindestanforderungen entsprach. Diese VM lief auf dem Hyper-V-Cluster. Für VMware Enterprise ist Vroom auch als Linux-basierte vApp erhältlich, die aus drei VMs besteht.

Um mit Vroom ESX-Server zu verwalten, muss ein vCenter-Server vorhanden sein. Hpyer-V-Hosts kann Vroom auch ohne einen Virtual-Machine-Manager-Server (VMM) managen. Einige Funktionen zum Beispiel für die Netzwerkkonfiguration sind aber nur mit einem VMM-Server nutzbar.

Das Setup von Foglight richtet standardmäßig eine Postgres-Datenbank ein. Alternativ lassen sich auch andere Datenbanken wie Oracle, MS SQL oder MySQL nutzen. Die Installation war nach etwa zehn Minuten abgeschlossen. Die Bedienung von Foglight erfolgt über eine zentrale Konsole, die sich automatisch im Internet Explorer öffnete. Wir meldeten uns mit dem Standardbenutzer an. Die Benutzerauthentifizierung lässt sich auch mit Active Directory integrieren.

vCenter und VMM anbinden

Die Foglight-Konsole stellt wahlweise die Standardansicht oder einen Expert View dar, der zahlreiche zusätzliche Konfigurationsoptionen anzeigt. In der Standardsicht listet eine Navigationsleiste am linken Fensterrand die Hauptfunktionsbereiche für die Verwaltung der virtualisierten Infrastrukturen auf. Das Hauptfenster enthält zum jeweils gewählten Bereich eine umfangreiche Bedienoberfläche. Das Dashboard bietet an vielen Stellen Drill-Down-Funktionen, die zu weiteren Untermenüs führen. Abhängig von der aktuellen Auswahl ermöglichen Registerkarten am oberen Rand des Hauptfensters den Zugriff auf weitere Funktionsbereiche wie zum Beispiel Netzwerk, Prozess-Workflows oder SAN-Topologie. Am rechten Rand der Konsole ist das Actions-Menü positioniert. Hier finden sich unter anderem die Reportfunktionen mit rund 300 Standardvorlagen sowie ein Assistent, um individuelle Dashboards zu erstellen.

Vroom überwacht zahlreiche Parameter und kann den Administrator auf verschiedenen Wegen alarmieren.

Damit Foglight ESX- und Hyper-V-Cluster sowie die darauf laufenden VMs verwalten kann, muss der Administrator zunächst die Verbindung zum vCenter und zum Hyper-V-Cluster oder VMM-Server konfigurieren. Bei VMware ist dies schnell erledigt, indem man unter „Getting Started & Administration“ den vCenter-Server mit Zugangsdaten angibt. Den Rest erledigt Foglight automatisch.

Für die Integration von Hyper-V-Hosts und VMM-Servern muss der Administrator auf den jeweiligen Systemen und den Domänencontrollern ein Skript ausführen, damit Foglight die Server per WinRM (Windows Remote Management) verwalten kann.

Nachdem wir dies erledigt hatten, startete Foglight mit der Inventarisierung der auf den Clustern laufenden VMs. In der Testumgebung liefen zwei virtuelle WS-2012-Test-Server unter VMware und zwei WS-2106-Test-VMs unter Hyper-V. Die Inventarisierung war nach wenigen Minuten abgeschlossen.

Für die Hyper-V-Hosts zeigte die Konsole zunächst keine Performance-Daten an. Nach Rücksprache mit dem Quest-Support haben wir den Foglight-Dienst neu gestartet. Anschließend hat der Service die Daten der zwei Hyper-V-Hosts und der darauf laufenden virtuellen Maschinen korrekt erfasst.

Umfangreiche Monitoring- und Management-Funktionen

In der grafischen Performance-Sicht zeigt die Foglight-Konsole übersichtlich an, in welchem Zustand sich die Hosts und die darauf laufenden VMs gerade befinden. In der Einzelsystemansicht stellen vier Kreise mit farbigen, sich drehenden Außenrändern die aktuelle Auslastung von CPU, RAM sowie Netz- und Disk-I/O dar. Das Farbspektrum reicht von Grün über Gelb und Orange bis zu Rot. Eine Ebene höher zeigen Balkendiagramme den historischen Verlauf der Auslastungswerte für mehrere Systeme an. Die Zeitspanne kann der Administrator frei wählen, von der letzten Stunde bis zum gesamten vergangenen Jahr.

Im Test verwendeten wir ein CPU- und ein RAM-Stress-Tool, um die Funktionsweise des Performance-Monitorings zu testen. Die Anzeigen für die unter CPU- und RAM-Last gesetzten VMs veränderten sich mit steigender Last erwartungsgemäß. Der Administrator kann für jeden Alarm festlegen, auf welchem Weg die Benachrichtigung erfolgen soll. Zur Auswahl stehen unter anderem SNMP-Traps, E-Mails oder die Ausführung von Skripten. Vroom erkannte im Test auch zuverlässig, wenn einzelne VMs oder Hosts über das Netzwerk nicht mehr erreichbar waren.

Für größere Virtualisierungsumgebungen bietet Vroom mit dem Capacity Director ein mächtiges Werkzeug. Es kann zum Beispiel errechnen, wann die Kapazität für zusätzliche VMs erschöpft sein wird. Mit Was-wäre-wenn-Analysen lässt sich für verschiedene Skalierungsdimensionen durchspielen, wie sich Kapazitätserweiterungen voraussichtlich auswirken. Der Scenario Modeler ist in der Lage, die Ressourcennutzung der VMs Cluster-übergreifend auszubalancieren. Das Modul „Server Purchase“ berechnet die Kosten für die Anschaffung zusätzlicher Server. Die Preisinformationen der verschiedenen Hersteller muss die IT-Abteilung vorher in dem Tool einpflegen. Der Cloud-Modeler vergleicht abhängig von den jeweiligen VM-Anforderungen die Preise von ausgewählten Cloud-Anbietern.

Das integrierte Backup-Tool kann neu hinzukommende VMs automatisch sichern.

Das Optimizer-Modul analysiert die VMware- und Hyper-V-Plattform und gibt Empfehlungen, bei welchen VMs sich Ressourcen einsparen lassen und welche VMs zu schwachbrüstig sind. Der Administrator kann die vorgeschlagenen Änderungen per Mausklick umsetzen. Im Test lautete für eine VM die Empfehlung, die Anzahl der vCPUs von eins auf zwei zu erhöhen. Sobald wir diesen Vorschlag angenommen hatten, fuhr Vroom die VM herunter, fügte die zweite vCPU hinzu und startete die VM wieder. Foglight enthält auch ein Chargeback-Modul, um Kosten verursachergerecht abrechnen zu können.

Vroom verfügt über zahlreiche weitere Funktionen wie zum Beispiel einen Change Analyzer, der durchgeführte Systemänderungen erfasst und mit den Performance-Daten korreliert, um eventuelle negative Auswirkungen feststellen zu können.

Für den Test der Schutzfunktionen von Vroom installierten wir auf einer WS2016-VM den „Rapid Recovery Core Server“. Anschließend richteten wir Sicherungsjobs für die VMware- und Hyper-V-VMs ein. Die Backup- und Recovery-Konfiguration erfolgt über die Web-Browser-GUI des Core-Servers. In die Foglight-Oberfläche bindet sich das Backup-Tool unter dem Protection-Menü ein, das eine Übersicht des Sicherungsstatus bietet und die Konfiguration von Backups ermöglicht. Für den Recovery-Test sicherten wir zunächst eine unter VMware laufende VM und löschten anschließend in der VM wichtige Systemdateien. Anschließend konnten wir die nicht mehr lauffähige VM mithilfe des Rapid-Recovery-Tools erfolgreich wiederherstellen.

Fazit

Mit Vroom bietet Quest ein leistungsfähiges Werkzeug-Set für das Monitoring und die Verwaltung virtueller Infrastrukturen an. Bereits das Kernprodukt Foglight for Virtualization stellt zahlreiche Funktionen für eine umfassende Überwachung und ressourcenschonende Nutzung der physischen Host-Hardware bereit. In größeren Umgebungen lassen sich mit dem Capacity Director die Workloads fortlaufend analysieren, um die virtuellen Plattformen möglichst effizient zu nutzen. Abgerundet wird das Vroom-Paket durch die Backup-Lösung Rapid Recovery, die sich in die Foglight-Oberfläche integriert und eine zentrale Verwaltung der Sicherungsjobs ermöglicht.

Die Kosten für eine Vroom-Lösung hängen von den eingesetzten Komponenten ab. Der Listenpreis für Foglight for Virtualization beträgt 726 Euro pro Socket. Der Capacity Director und das Storage-Management schlagen mit jeweils 454 Euro pro Socket zu Buche, die Überwachung physischer Server mit 157 Euro pro CPU-Core. In den genannten Preisen sind ein Jahr Maintenance und Support enthalten. Quest bietet auch nutzungsabhängige Preismodelle an.

Firmen-Info