Für das Internet of Things (IoT) bedarf es einer standardisierten Schnittstelle in Richtung Provider, analog zur SIM-Karte im Mobiltelefon. Auf dem MWC verkündeten die führenden M2M-Allianzen ihre Unterstützung für die „Embedded SIM Specification“ (E-SIM) der GSMA.

Wer heute ein Auto konstruiert, baut immer auch gleichzeitig eine IT-gestützte Service-Umgebung mit Navigations-, Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsdiensten, um nur einige Beispiele zu nennen. Provider sehen hier eine gute Chance, fernab vom Pauschalallerlei wieder neue Umsätze zu generieren. Lieblingsmusik statt einfach Radio, personalisierte Infos entlang der Strecke statt einfach Navi und bei Ankunft am besten auch gleich Führung zum nächstgelegenen freien Parkplatz – Online-Reservierung inklusive: Schon das Auto bietet für Service-Angebote zahlreiche Möglichkeiten, hinzu kommen viele weitere etwa im Heim- oder Bürobereich.

 

Die SIM-Karte ist das Bindeglied, über das der Provider seinen Kunden entsprechende Services anbietet und verwaltet. Bei vielen M2M-Anwendungen steckt die SIM fest verbaut und ohne manuelle Zugangsmöglichkeit im Gerät, zum Beispiel eben auch in einem Auto. Doch welchen Provider soll der Autobauer verwenden? Was, wenn das Fahrzeug in andere Länder (weiter-) verkauft wird? Sofort würden teure Roaming-Gebühren fällig.

 

Der Ausweg lautet wie so oft in der IT dieser Tage: Gieße es in Software. Die E-SIM ist im Prinzip nichts anderes als eine SIM-Karte, bei welcher der Provider flexibel je nach Umgebung gewählt werden kann.

 

Vollständige Freiheit besteht hier natürlich nicht. Aber immerhin haben sich einige der größten M2M-Allianzen (Machine-to-Machine), darunter die GMA (Global M2M Association) und die M2M World Alliance, jetzt darauf verständigt, für die OTA-Provisionierung (Over-the-Air) von M2M-Geräten künftig die Embedded SIM-Spezifikationen der GSMA zu verwenden.

 

Damit würden nun fast 65 Prozent aller M2M-Verbindungen weltweit von Betreibern bedient, die sich auf den GSMA-Standard stützen. Insgesamt sind es jetzt mehr als 20 der größten Netzbetreiber. Die GSMA sieht damit den Trend in Richtung eines einheitlichen Standards gestärkt und die Gefahr einer Zerklüftung des M2M-Markts abgewendet.

 

Zur M2M World Alliance gehören neun Netzbetreiber: Etisalat, KPN, NTT Docomo, Rogers, Singtel, Telefónica, Telstra, Vimpelcom und Telenor Connexion. In der GMA arbeiten unter anderem die Deutsche Telekom, Orange, Telecom Italia, Teliasonera, Bell Canada und Softbank zusammen.

 

Mit der Etablierung des Internets der Dinge erwarten Beobachter ein enormes Wachstum an miteinander verbundenen M2M-Geräten. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2020 mehr als zehn Milliarden Geräte per M2M vernetzt sein werden.

 

„Und das wiederum erzeugt einen gewaltigen Druck auf die Mobilfunkbetreiber“, so Hans Dahlberg, Head of Teliasonera Global M2M Services. „Es ist wichtig, dass die Teilnehmer im mobilen Ökosystem auf ein gemeinsames Fundament bauen. Nur so kann der Markt skalieren. Und nur so entsteht ein zuverlässiges und effizientes Netzwerk für IoT-Dienste. Das ist der Grund, warum wir in der GMA entschieden haben, unsere Dienste konform mit der GSMA-Embedded-SIM-Spezifikation aufzusetzen.” Die Spezifikation beschreibt im Wesentlichen einen Mechanismus für die Fernprovisionierung und das Fern-Management von M2M-Verbindungen.

 

Die GSMA zeigt in der Innovation City zwei Live-Demonstrationen auf Basis der E-SIM-Spezifikation. In beiden Fällen lassen sich Provider-Profile per Funk auf die Karte aufspielen und austauschen. Neben den beiden großen M2M-Allianzen werden diese Demos von Giesecke & Devrient (G&D), Sierra Wireless und TST unterstützt. G&D bildet dabei die neutrale und sichere Instanz für die Verwaltung der Provider-Profile.

E-SIM im Auto: Für seine „Indoor-Services“ meldet sich das Fahrzeug automatisch beim E-SIM-Provider in dem Land an, in dem es sich befindet. Bild: Stefan Mutschler

Ein in die Straße versenkter Parkplatzsensor (die schwarzen Gegenstände im Vordergrund) meldet dem Provider per Funk seinen Status. Der Provider kann seinen Kunden mit dieser Information einen Mehrwert anbieten – etwa in Form eines Parkleit- und Reservierungssystems. Bild: Stefan Mutschler