Qnap hat mit der Version 4.3.5 Beta ein neues Update für sein NAS-Betriebssystem QTS angekündigt. Das Release soll die Speicher- und Netzwerkfunktionen seiner NAS-Systeme verbessern und die Benutzererfahrung für Privat- und Business-Anwender vereinfachen.

Bezüglich Speicher biete die neue Qnap-Firmware die Vorteile von SSD und rationalisiere das Speicher-Management und die Datenwiederherstellung. Konfigurieren Nutzer das SSD-RAID-Overprovisioning, verringern sie laut Hersteller die unerwünschte SSD-Schreibverstärkung und steigern auf diese Weise die Lebensdauer der SSD. Durch die konstante zufällige Schreibleistung können Anwender außerdem schreiblastige Anwendungen wie Datenbanken und intensive Online-Bearbeitung beschleunigen, so Qnap weiter. Ein SSD-Profiling-Tool helfe bei der Bewertung der besten Overprovisioning-Quote basierend auf der Ziel-IOPS-Leistung der Benutzer.

Mit QTS 4.3.5 sollen Nutzer bei der Snapshot-Wiederherstellung von einem Remote-Snapshot-Replikation direkt über das Netzwerk auf das lokale NAS zurückschreiben können. Dabei sei es nicht erforderlich, dass sie alle Ordner und Dateien am Backup-Zielort manuell wiederherstellen und auf das lokale NAS kopieren müssen.

Anwender können bei Volumes nun zwischen Thin- und Thick-Provisioning-Konvertierung wählen. Auf diese Weise will Qnap nach eigenen Angaben mehr Flexibilität bei der Speicherplatzzuweisung ermöglichen. So können Anwender besser auf sich ändernde Anforderungen der Speicherzuweisung reagieren und die Volume-Größen bei Bedarf auch verkleinern.

Eine weitere Neuerung ist die Steigerung der Virtual-JBOD-Leistung mit iSER (iSCSI Extension for RDMA). Die iSER-Unterstützung von Mellanox-kompatiblen Netzwerkkarten soll die hauseigene Virtual-JBOD-Technik beschleunigen. Die dadurch gestiegene Übertragungsgeschwindigkeit sorge für eine effizientere Speichererweiterung, so der Hersteller.

Mit der neuen Firmware überarbeitet der Hersteller nach eigenen Angaben auch die „Virtueller Switch“-App um neue Funktionen. Diese umfassen unter anderem Netzwerktopologie, Gerätediagramm zur Identifizierung physischer Ports, anpassbare Mehrfach-DDNS, NCSI-Service, statische Route, softwarebestimmter Switch Modus, IPv6-Komplettfunktion und reservierte DHCPv4-IP-Adressen.

Ebenso unterstützt QTS nun die Funktionen, die in fortschrittlichen NICs (Netzwerk-Interface-Controller) integriert sind, beispielsweise der Mellanox ConnectX-4 für iSER. Für eine verbesserte Netzwerksicherheit durch Verschlüsselung des Datenverkehrs soll außerdem das herstellereigene QBelt-VPN-Protokoll sorgen, das Qnap in seine QVPN Services App integriert hat. Mit QBelt sollen Anwender auch auf geoblockierte Web-Inhalte oder Intranet-Ressourcen zugreifen können, um Einschränkungen zu umgehen.

Qnap führt mit der neuen QTS-Version außerdem ein Benachrichtigungszentrum ein. Es soll Systemprotokolle und Benachrichtigungen für alle NAS-Applikationen in einer Anwendung vereinen. Flexible-Regeleinstellungen sollen eine reibungslose und einfache NAS-Verwaltung ermöglichen. Weitere Benachrichtigungsmethoden sind E-Mail, SMS, Sofortnachrichten und die Push-Benachrichtigung.

Der Security Conselor, ein Sicherheitsportal für die NAS-Systeme, soll Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheit und zum Schutz der Dateien vor Angriffen geben. Er integriert zudem Antivirus- und Anti-Malware-Scan-Software, so der Hersteller weiter.

Weitere Informationen finden sich unter www.qnap.de.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.