Am 28.01.2018 fand der jährliche „Data Privacy Day“ statt, der auf das Thema Datenschutz im Internet aufmerksam machen und aufklären soll. Ein Bedarf für diesen Aktionstag ist offenbar vorhanden: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen zweifelt an der Sicherheit ihrer Daten im Netz – und geht dennoch mit der Angabe ihrer privaten und persönlichen Daten im Internet leichtsinnig um, wie eine Umfrage des Suchmaschinenanbieters Qwant zeigt.

Suchmaschinen sind zu einem der wichtigsten Alltagshelfer avanciert und haben dementsprechend einen festen Platz im Browser und der App-Liste. Sie sind Ratgeber in Beziehungsfragen, geben Auskunft über Fahrpläne und Veranstaltungen, und so mancher Nutzer konsultiert bei Krankheitsbildern wie Prostatavergrößerungen oder Hämorrhoiden lieber seine Suchmaschine als einen Arzt. Dabei hätte der einen großen Vorteil – nämlich die Schweigepflicht.

„Der unvorsichtige Umgang mit teils sehr sensiblen privaten und persönlichen Angaben im Internet ist fatal. Die meisten Suchmaschinen speichern die Suchanfragen und werten sie aus, um sie gewinnbringend zu nutzen, zum Beispiel für die gezielte Schaltung von Werbung. Die Folge: In manchen Fällen weiß die Suchmaschine mehr über die Sorgen, Ängste und Wehwehchen als die engsten Freunde“, erklärt Eric Léandri, CEO von Qwant.

Eine Umfrage von Qwant in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut GfK zeigt allerdings, dass den Nutzern dieser Einblick in die Privatsphäre durchaus unangenehm ist. Jeder Fünfte (22 Prozent) fühlt sich laut der Umfrage verfolgt und beobachtet, wenn er im Internet unterwegs ist. Mehr als neun von zehn Deutschen (92 Prozent) haben beim Surfen im Netz Bedenken und halten ihre Privatsphäre für nicht gut geschützt.

Beim Umgang mit den eigenen Daten zeigen sich die Befragten sehr widersprüchlich. Über die Hälfte (55 Prozent) begrüßt es beispielsweise, dass bei ihrer Internetsuche nur Ergebnisse angezeigt werden, die sie interessieren. Gleichzeitig wollen aber 70 Prozent bei ihrer Internetsuche anonym bleiben und ihre Daten verschlüsselt wissen. Ein deutlicher Widerspruch: Damit eine Suchmaschine spezifisch auf das Interessenprofil zugeschnittene Ergebnisse zusammenstellen kann, müssen zuvor Daten zum Suchverhalten gespeichert und ausgewertet werden. Beides geht also nur schwer zusammen.

„Das Thema Datenschutz im Internet steht bei vielen zwar zunehmend auf der Agenda, dennoch zeigt unsere Umfrage, dass die Nutzer nicht ausreichend handeln, um ihre Privatsphäre zu schützen. Die möglichen Gefahren sind den Menschen einfach noch zu wenig bewusst. Aus diesem Grund sehen wir es als unsere Aufgabe und Pflicht an, Aufklärungsarbeit zu leisten und Hilfestellung zum Schutz der Privatsphäre im Internet zu geben. Jeder Tag, an dem die Nutzer ihre privaten Daten leichtfertig im Internet verbreiten, ist in Hinblick auf den Datenschutz ein verlorener Tag“, so Léandri.

Mit einem einzelnen Aktionstag sei deshalb auch nicht viel geholfen. Verbraucher sollten zum Schutz ihrer Daten vielmehr langfristige Veränderungen vornehmen: Neben der Nutzung des Browsers im Inkognito-Modus, in dem das Surfverhalten nicht verfolgt und gespeichert wird, sollten sie auch direkt auf Suchmaschinen umsteigen, die die Privatsphäre der User respektieren.

Weitere Informationen gibt es unter www.qwant.com/de.

 

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.