Huawei hat im Rahmen seines Launch-Events für Netzwerkprodukte im Frühjahr 2019 den nach eigenem Bekunden branchenweit ersten Rechenzentrums-Switch für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz (KI) präsentiert, das Modell CloudEngine 16800. Der Hersteller definierte dabei drei Merkmale von Rechenzentrum-Switches für die KI-Ära: integrierter KI-Chip, 48-Port 400GbE Linecard pro Steckplatz und das Potenzial zur Weiterentwicklung für vernetzte selbstfahrende Autos. KI-Technik finde so auf innovative Weise den Weg in Rechenzentrum-Switches.

Laut der Prognose des Herstellers, die als Global Industry Vision (GIV) 2025 veröffentlicht ist, wird sich die Akzeptanzrate für KI-Technik von 16 Prozent im Jahr 2015 bis 2025 auf 86 Prozent erhöhen. Der Einsatz von KI bei der Neugestaltung von Geschäftsmodellen, Entscheidungsfindung und Verbesserung der Wahrnehmung durch den Anwender werde eine treibende Kraft sein. Kevin Hu, President der Netzwerk-Produktlinie des Herstellers, erklärte dazu: „Die vollständig vernetzte und intelligente Welt ist keine Zukunftsvision mehr. Rechenzentren werden zum Pulsschlag neuer Infrastrukturen wie 5G und KI.“ Huawei wolle Pionierarbeit bei der Verschmelzung von KI-Technik und Rechenzentrums-Switches leisten.

Dabei spiele die Netzwerkleistung im Rechenzentrum eine entscheidende Rolle für die KI-Rechenleistung. Ein zu langsames Netz könne den kommerziellen Durchbruch von KI-Technik deutlich bremsen. Beim herkömmlichen Ethernet führe eine Paketverlustrate von einem Tausendstel dazu, dass die KI-Rechenleistung im RZ maximal 50 Prozent erreichen kann.

Gleichzeitig gehe die Branche davon aus, dass sich das weltweite jährlich anfallende Datenvolumen von 10 ZByte von 2018 bis 2025 auf 180 ZByte (180 Milliarden TByte) erhöhen wird. Bestehende 100GbE-Rechenzentrumsnetze werden diese Datenflut nicht bewältigen können. Darüber hinaus werden traditionelle manuelle Methoden an ihre Grenzen stoßen, da die Server-Zahl in Rechenzentren weiter ansteigt und Rechner-, Speicher- und Datennetzwerk miteinander verschmelzen. Aus diesem Grund sei es unerlässlich, zur Verbesserung intelligenter O&M-Funktionen (Operation and Maintenace) innovative Techniken zu entwickeln undzu  implementieren.

CloudEngine 16800 nutzt laut Huawei den sogenannten iLossless-Algorithmus, um das Datenverkehrsmodell um automatische Erkennung und Optimierung zu erweitern. Dies verringre die Latenz und erhöhe den Durchsatz, und zwar vollkommen ohne Paketverlust. Der Switch erhöhe die KI-Rechenleistung durch den Wegfall der Paketverluste von 50 Prozent auf 100 Prozent. Außerdem steigere er die IOPS-Zahl (Input/Output Operations Per Second) um 30 Prozent.

Weitere Informationen stehen unter www.huawei.com zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.