Das Systemhaus Cancom mit Hauptsitz in München will Unternehmen als Cloud-Transformationspartner bei der Digitalisierung unterstützen. Ein guter Einstiegspunkt für die digitale Transformation ist laut Cancom die Virtualisierung der Arbeitsplätze. Für seine Virtual-Workspace-Plattform AHP Enterprise Cloud setzt Cancom auf HPEs neues Komplettsystem Synergy, das IT-Ressourcen auf Abruf und flexibel wiederverwendbar bereithält.

„Wir wollen der Schuster mit den guten Schuhen sein. Was wir verkaufen, wollen wir auch leben“, so Rudolf Hotter, Vorstand operatives Geschäft (COO) bei Cancom, über jenes Verständnis von Marktauftritt und eigenem Verhalten, das man in den USA gern mit „Eat your own dogfood“ umschreibt. Digitalisierung nicht nur zu predigen, sondern auch selbst voranzutreiben bedeutet im Fall von Cancom: Das Systemhaus rät Unternehmen nicht nur zum Einsatz von Synergy, sondern nutzt HPEs Komplettsystem auch selbst.

Komponieren mit IT-Bausteinen

HPE bezeichnet Synergy als „Composable Infrastructure“. Der Konzern hat das Konzept Ende 2015 vorgestellt (LANline berichtete). Gemeint ist damit, dass Compute-, Storage- und Netzwerkressourcen als zustandslose („stateless“) Bausteine in Ressourcenpools vorliegen. Im Fall einer VDI-Umgebung (Virtual Desktop Infrastructure) zum Beispiel heißt das, zur Skalierung nicht eine Reihe virtueller Arbeitsplätze im Idle-Modus vorhalten zu müssen. Stattdessen stellt der Anwender über Templates und die Lösung Composer benötigte Ressourcen nach Bedarf zusammen.

Das Überspielen der Vorgaben auf die Ressourcenpools erfolgt über ein HPE-eigenes Streaming-Verfahren. Sind im Beispiel die Virtual-Desktop-Instanzen nicht mehr erforderlich, so HPE, könne man sie ebenso schnell wieder in die Ressourcenpools zurückführen. Liegen die Templates einmal vor, könne man damit zum Beispiel eine VDI-Umgebung in wenigen Sekunden um 50 weitere virtuelle Workspaces erweitern.

Als rein softwaregesteuertes (Software-Defined) Komplettsystem soll Synergy traditionelle Blade-Server ebenso ersetzen wie konvergene und hyperkonvergente Systeme. Dabei konkurriert HPE laut Forrester mit Angeboten wie Cisco UCS M-Series oder Dell FX. Alleinstellungsmerkmal von Synergy ist jedoch laut HPE, dass die Zusammenstellung der Ressourcen über eine einheitliche High-Level-API erfolgt und nur wenige Zeilen Code erfordert. Dies, so HPE, ermögliche erstmals echte „Infrastructure as Code“ im Unternehmens-RZ.

Einheitliche Basis statt bimodaler IT

Laut Marc Fischer, General Manager bei HPE in Deutschland, eignet sich Synergy als gemeinsame Betriebsplattform für herkömmliche Arbeitslasten (etwa ein SAP-System oder VMs) wie auch Cloud-Applikationen, die bislang jeweils eigene Hardware-Stacks erforderten. Damit lasse sich die von Gartner ausgerufene IT der zwei Geschwindigkeiten („Bimodale IT“) überwinden und in einer einzigen Umgebung zusammenführen.

Synergy eignet sich für traditionelle wie auch moderne Cloud-basierte Workloads. Bild: HPE

Synergy eignet sich für traditionelle wie auch moderne Cloud-basierte Workloads. Bild: HPE

Künftige Cloud-basierte Unternehmensapplikationen können laut HPE über die direkte Ansprache der Synergy-API Ressourcen selbsttätig anfordern und zurückgeben. So könnten Anwendungen im Unternehmens-RZ künftig nach Cloud-Manier dynamisch skalieren – ohne menschliche Intervention. Damit lässt sich laut Cancom-COO Hotter der IT-Betrieb nicht nur verschlanken, sondern auch deutlich verlässlicher gestalten: „Der größte Feind der IT ist der Mensch, der dauernd eingreift“, kommentiert er augenzwinkernd.

„Wir wollen der Schuster mit den guten Schuhen sein. Was wir verkaufen, wollen wir auch leben“, so Rudolf Hotter, Vorstand operatives Geschäft (COO) bei Cancom. Bild: Dr. Wilhelm Greiner

„Wir wollen der Schuster mit den guten Schuhen sein. Was wir verkaufen, wollen wir auch leben“, so Rudolf Hotter, Vorstand operatives Geschäft (COO) bei Cancom. Bild: Dr. Wilhelm Greiner

Cancom hat laut Rudolf Hotter bislang nicht nur rund 40 Synergy-Pilotprojekte und Proofs of Concept angestoßen, sondern betreibt auch eine Hybrid Cloud für seine 3.000 Mitarbeiter auf der Plattform. So komme Synergy als Basis für die Weiterentwicklung der hauseigenen Virtual-Workspace-Plattform AHP Enterprise Cloud ebenso zum Einsatz wie für den Betrieb mehrerer Private Clouds. Zudem nutze man Synergy als Testumgebung für eine Anfang 2018 geplante SAP-HANA-Einführung.

Vermarkten will Cancom Synergy zunächst vorrangig als Betriebsplattform für AHP Enterprise Cloud, andere Applikationen könne man in der Folge auf die Plattform hieven. Hier, so Hotter, könne Synergy Scale-up-Umgebungen ebenso bedienen wie die Scale-out-Welt, AHP ermögliche den Brückenschlag zu den Hyperscalern der Public Cloud. „Bei Synergy sind Backend und Middleware aus einem Guss, das bringt massive TCO-Vorteile“, erläutert der Cancom-COO. Ein Synergy 12000 Frame könne rund 1.000 durchschnittliche VDI-Arbeitsplätze bedienen. Bei deren Betrieb habe man Performance-Gewinne von 30 Prozent verzeichnet. Durch die flexiblere Ressourcennutzung ließen sich zudem erhebliche Einsparungen erzielen, da zum Beispiel weniger VMware-Lizenzen erforderlich seien.

Weitere Informationen finden sich unter www.cancom.de und www.hpe.com/de/de/integrated-systems/synergy.html.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.