Laut einer aktuellen Studie von Kaspersky Lab und B2B International [1] hatten 42 Prozent aller Unternehmen weltweit im vergangenen Jahr eine Datenpanne zu beklagen. In zwei Fünfteln (41 Prozent bei KMUs, 40 Prozent bei größeren Firmen) der Fälle waren dabei persönliche Kundendaten betroffen.

Die Studie zeigt laut Kaspersky zudem: In fast in einem Drittel (31 Prozent) der Datenschutzverletzungen folgten Mitarbeiterkündigungen. Ein fatales Signal für die IT-Sicherheit eines Unternehmens; denn das Niveau des Cybersecurity-Bewusstseins innerhalb einer Organisation entscheidet über ihre Abwehrstärke – gleichgültig ob Mittelstand oder Konzern.

Von Mitarbeitern verursachte Sicherheitsvorfälle sind eine der größten Bedrohungen für Unternehmen und Organisationen. Umso wichtiger ist es daher, alle Betriebsangehörigen – vor allem Personal, das nicht jeden Tag mit technischen Neuerungen und potenziellen Gefahren der Digitalisierung zu tun hat – regelmäßig zu schulen und über aktuelle Bedrohungen zu informieren. Darüber hinaus ist es wichtig, kein Klima der Angst zu schüren. Denn wenn selbst verursachte Fehler von Mitarbeitern aus Furcht etwa vor einer Kündigung verschwiegen werden, kommen Gegenmaßnahmen womöglich zu spät oder der Sicherheitsvorfall bleibt gänzlich unentdeckt.

„Aus Perspektive der IT-Sicherheit entscheidend: Mitarbeiter sind nicht unfehlbar und Pannen können passieren. Sofortige Entlassungen, stets vorausgesetzt, dass es sich bei der Verfehlung nicht um mutwilliges oder extrem fahrlässiges Verhalten gehandelt hat, sind deshalb nicht zwangsläufig die Lösung des eigentlichen Problems“, sagt Dmitry Aleshin, VP für Produkt-Marketing bei Kaspersky Lab.

Gleichzeitiger Verlust von Geld und Manpower

Neben dem finanziellen Schaden durch Datenschutzfehler – 45 Prozent der KMUs und 47 Prozent der größeren Unternehmen mussten Entschädigungen an die betroffenen Kunden zahlen –  schlägt auch der Verlust von Fachkräften und Talenten mittel- und langfristig nicht unerheblich zu Buche. Neben der Tatsache, dass mehr als ein Drittel (35 Prozent beziehungsweise 38 Prozent) nach einem Sicherheitsvorfall Schwierigkeiten bei der Neukundenakquise hatten und über ein Viertel der KMUs (27 Prozent) und Unternehmen (31 Prozent) Strafen und Geldbußen zahlen mussten, ist auch die Nachrekrutierung nun fehlenden Personals teilweise mit hohen Kosten verbunden. Denn selbst die obersten betrieblichen Hierarchiestufen bleiben nicht verschont.

„Während eine Datenpanne für ein Unternehmen als Ganzes verheerend ist, kann sie auch sehr persönliche Auswirkungen auf das Leben einzelner Menschen bedeuten. Seien es Kunden oder Mitarbeiter, die einen Fehler begangen und dadurch eine Datenschutzpanne verursacht haben. Sowohl für  die Absicherung des eigenen Unternehmens als auch der Mitarbeiter müssen Datenschutzstrategien deshalb zukünftig noch breiter und ineinander greifender konzipiert und umgesetzt werden“, betont Aleshin.

Unkontrollierbare Daten erhöhen Schadensrisiko

In modernen Organisationen ist die Speicherung personenbezogener Daten praktisch unumgänglich. Wie der Bericht von Kaspersky Lab zeigt, sichern 88 Prozent der Unternehmen Kunden- und 86 Prozent Mitarbeiterinformationen. Darüber hinaus führen neue Vorschriften wie die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in einem zunehmend komplexer werdenden Geschäftsumfeld dazu, dass die Speicherung personenbezogener Daten verstärkt mit Compliance-Risiken verbunden ist. Dies gilt insbesondere, da sich etwa 20 Prozent der sensiblen Kunden- und Unternehmensdaten in Public Clouds, auf BYOD-Geräten und in SaaS-Anwendungen (Software as a Service) befinden.

Kaspersky Lab: Technologie und Mensch müssen Hand in Hand arbeiten

Die Studie ergab darüber hinaus, dass 86 Prozent der Unternehmen  zumindest offiziell über eine Datensicherheits- und  Compliance-Richtlinie verfügen. Eine Datenschutzerklärung selbst sei jedoch keine Garantie dafür, dass sensible Informationen auch tatsächlich ordnungsgemäß verarbeitet werden. Neben der intensiven Einbeziehung und Schulung des Personals [2] bestehe noch immer ein immenser Bedarf an Sicherheitslösungen [3], die Daten über die gesamte  technische Infrastruktur – einschließlich Cloud-Anwendungen, mobile Endgeräte, Applikationen und mehr – schützen können. Nur eine in sich greifende Kombination aus Sicherheitsbewusstsein und leistungsstarker Sicherheitstechnik könne für einen umfassenden  Schutz sorgen.

[1] Insgesamt wurden von März bis April 2018 5.878 Interviews bei Unternehmen verschiedener Größen (Kleinbetriebe mit 1 bis 49, KMUs mit 501 bis 1.000 und Konzerne mit mehr als 1.000 Mitarbeitern) durchgeführt.

[2] www.kaspersky.de/enterprise-security/security-awareness

[3] www.kaspersky.de/enterprise-security

 

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.