Der LWL-Verkabelungsanbieter Rosenberger OSI bietet nach eigenen Angaben ab sofort auf Kundenwunsch auch Produkte auf OM5-Basis an. Damit folge man dem aktuellen Standard. Die OM5-Produkte können 100 Gigabit Ethernet über zwei Fasern übertragen und ermöglichen die Übertragung von Daten bei vier verschiedenen Wellenlängen gleichzeitig. „Im Hinblick auf die stetig wachsenden Datenraten bieten wir unseren Kunden bereits im Vorfeld zukunftsgerichtete Infrastrukturlösungen an“, erklärt Thomas Schmidt, Geschäftsführer von Rosenberger OSI.

OM5 ist seit Oktober 2017 für die Verkabelungsklassifizierung für Breitband-Multimode-Lichtwellenleiter standardisiert. Die Bezeichnung ist zudem für die Aufnahme in die Ausgaben der Normungs- und Standardisierungsorganisationen ISO/IEC 11801, der DIN EN 50173-1 und der ANSI/TIA-568.3-D vorgesehen.

Die OM5-Faser ist mithilfe der SWDM-Technik (Shortwave Wavelength Division Multiplexing)  in der Lage, bis zu 100 Gigabit pro Sekunde pro Faserpaar zu übertragen. Mit SWDM lassen sich vier Datenströme zu je 25 Gigabit pro Sekunde (100 GB Ethernet) auf vier verschiedenen Wellenlängen (850, 880, 910 und 940 nm) übertragen. Dazu sind spezielle Multimode-Fasern nötig, die die verschiedenen Wellenlängen annähernd gleich gut übertragen können. Die neuen OM5-Fasern sind für Licht der Wellenlänge 850 bis 950 nm optimiert. Mit dieser Ethernet-Variante und den OM5-Fasern wären dann 100 Gigabit pro Sekunde über eine maximale Leitungslänge von 150 Metern mit nur zwei Fasern und LC-Duplex-Steckern als Geräteschnittstelle möglich. Unter Berücksichtigung der nun auch bei der OM5-Faser möglichen parallel-optischen Übertragung auf acht Fasern ergibt sich in Summe eine Datenrate von 400 Gigabit pro Sekunde.

100 Gigabit Ethernet über zwei OM5-Multimode-Fasern können beispielsweise bei leistungsstarken Switches und zur Anbindung von Hochleistungs-Servern zum Einsatz kommen. Mit 150 Meter Kabellänge eignen sich OM5-Produkte zudem für stockwerkübergreifende Gebäudeverkabelung oder auch für Server-Räume. 400 Gigabit Ethernet mit insgesamt acht OM5-Fasern hingegen sind mit ihrem enormen Datendurchsatz für den Einsatz in Rechenzentren prädestiniert.

SWDM mittels 10-GBit/s-Technik kann grundsätzlich auch auf OM3 und OM4 betrieben werden. Die maximal erreichbaren Übertragungslängen sind 240 Meter über OM3 und 350 Meter über OM4. Die speziell für diese Applikation entwickelte OM5-Faser kommt im Vergleich dazu auf die deutlich weitere Übertragungslänge von 440 Metern. Im Labor und auf Messen erreichten die Techniker bereits Übertragungslängen von 500 Metern bei 40 GBit/s Datenübertragung und 300 Meter Übertragungslängen bei 100 GBit/s über eine OM5-Faser.

Weitere Informationen stehen auf www.rosenberger.com/osi bereit.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.