Der aktuelle „State of the Data Center“-Report von Symantec verdeutlicht: Die Leiter von
Rechenzentren stehen im neuen Jahr vor einer schwierigen Aufgabe. Denn sie sehen sich mit
steigenden Erwartungen an Performance und Verfügbarkeit konfrontiert und müssen gleichzeitig
kosteneffizienter arbeiten.

Weitere Knackpunkte im RZ: Die Besetzung von Stellen bleibt problematisch, Server- und
Storage-Kapazitäten werden nicht konsequent genutzt, und Notfallpläne zur Datenwiederherstellung
sind nicht auf dem neuesten Stand.

Zudem zeigt die Studie, dass so genannte grüne Initiativen in Rechenzentren derzeit dann zum
Tragen kommen, wenn sie zur Kostenersparnis beitragen. Symantec hat für seinen zweiten Report
weltweit 1.600 Firmen in 21 Ländern befragt, darunter auch 123 Unternehmen in Deutschland.

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2009 steht im Zeichen der Kostensenkung: „Mehr für weniger“ scheint das Motto des Jahres 2009 zu
sein. 75 Prozent der weltweit befragten Unternehmen gaben an, dass die Anforderungen der Nutzer an
Rechenzentren stark gestiegen sind – in Deutschland waren es sogar 79 Prozent. Zudem sind fast zwei
Drittel (60 Prozent) der Meinung, dass es immer schwieriger wird, die geforderten Service-Levels
tatsächlich zu erfüllen.

Verschärft wird dieser Erwartungsdruck durch eine weitere Forderung an die Manager:
Kostensenkung ist das wichtigste Geschäftsziel. Allein in Deutschland gaben 28 Prozent der
Studienteilnehmer die Verringerung ihrer Ausgaben als Vorgabe Nummer eins für 2009 an.

Für 42 Prozent der Umfrageteilnehmer ist die Automation von Routineaufgaben eine wichtige
Taktik, um den Spagat zwischen erhöhten Anforderungen und gleichzeitiger Kostenreduktion zu
meistern. 40 Prozent sehen zudem eine Lösung in einer abteilungsübergreifenden Schulung der
Mitarbeiter, und 35 Prozent planen, die Komplexität ihres Rechenzentrums weiter zu reduzieren.

Ähnlich sieht man es auch in Deutschland. Auf die beiden ersten Initiativen entfallen dort
jeweils 46 Prozent. An dritter Stelle der vorgesehenen Maßnahmen (42 Prozent) steht hier jedoch die
zentrale Definition von Standardlösungen.

Budgetsenkungen beherrschen auch das Thema „grünes Rechenzentrum“. Der Umwelttrend, der sich
schon im ersten „State of the Data Center“-Report 2007 abzeichnete, setzt sich fort. Doch die
grünen Initiativen sind neben einem verstärkt genannten Gefühl der sozialen Verantwortung
überwiegend von der Kostenfrage getrieben.

Gründe für ein grünes Rechenzentrum sind aus Sicht der Befragten Einsparungen beim
Stromverbrauch (54 Prozent) und bei den Kühlungskosten (51 Prozent). Mit etwas Abstand (42 Prozent)
folgt dann das soziale Verantwortungsbewusstsein.

„Diese Ergebnisse bestätigen unsere Erfahrungen in diesem Umfeld“, so Christof Sturany,
Geschäftsführer von Symantec Deutschland. „Initiativen, die eine schnelle Einsparung an Kosten zum
Ziel haben, stehen nun stärker im Fokus als langfristige, ROI-getriebene Programme.“

Brennpunkt IT-Personal: Auch der gesamte Bereich Personalwesen birgt einige Stolpersteine für
die IT-Verantwortlichen. Laut Symantec-Studie sind 36 Prozent der teilnehmenden Firmen im
Rechenzentrum unterbesetzt.

Zudem bereitet die Personalbeschaffung Probleme: Für 43 Prozent ist es schwierig, qualifizierte
Mitarbeiter zu finden. Outsourcing ist somit für viele Unternehmen ein Thema. Rund 45 Prozent der
Befragten nutzen dieses Vorgehen, um ihrem Personal mehr Zeit für andere Projekte zu gewähren.
Business Continuity, Backup und Storage-Management sind dabei die am häufigsten ausgelagerten
IT-Aufgaben.

Geringe Auslastung bei Server und Storage: Die Symantec-Untersuchung zeigt, dass die
Rechenzentren der teilnehmenden Firmen durchschnittlich nur 53 Prozent ihrer Server-Kapazitäten
nutzen. Im Storage-Segment ist der Auslastungsgrad mit 50 Prozent sogar noch geringer. So ist es
nicht verwunderlich, dass die Unternehmen hier zahlreiche Gegenmaßnahmen angestoßen haben: Im
Bereich Server zielen die meisten Initiativen auf Server-Konsolidierung und -Virtualisierung ab, im
Bereich Storage sind es Storage-Virtualisierung, Storage-Resource-Management und Continuous Data
Protection.

Verbesserungsbedarf besteht auch bei der Datensicherung und -wiederherstellung im Ernstfall: 27
Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass ihr Disaster-Recovery-Plan überarbeitet werden müsste.
Hinzu kommen neun Prozent, deren Pläne völlig unzureichend sind. Das ist mehr als ein Drittel der
befragten Unternehmen. Für Deutschland stellen sich die Ergebnisse mit 22 Prozent und vier Prozent
ein wenig positiver dar.

„Kostensenkung ist in der IT ein Dauerthema, aber 2009 werden die Anforderungen an das
IT-Management erst richtig knackig“‚ so Sturany. „Die aktuelle Studie zeigt, dass es für
Unternehmen immer wichtiger wird, die Kosten und die Komplexität ihrer Rechenzentren zu
kontrollieren. Jetzt sind Lösungen gefragt, mit denen sich sofort sparen lässt, ohne den Betrieb zu
stören.“

LANline/jos

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