Die Entwicklungszyklen der IT werden immer kürzer. Viele Rechenzentren können mit dieser dynamischen Entwicklung nicht mithalten. Es gilt, aktive und passive Komponenten zu erweitern oder zu erneuern. Dabei rückt auch die Verkabelungsinfrastruktur stärker in den Fokus. Maßgeschneiderte Dienstleistungen helfen, klare Strukturen zu schaffen, und unterstützen die Anwender.

Der Markt für Rechenzentren ist in Deutschland weiter auf Wachstumskurs. Eine Studie, die das Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 2017 erstellte, geht von zweistelligen Wachstumsraten aus [1]. Als Treiber dafür haben die Forscher Trends wie Cloud Computing, Industrie 4.0 und Big Data ausgemacht, die immer größere Rechenzentrumskapazitäten beanspruchen.

Vor allem die Investitionen für den Neubau und die Modernisierung der Rechenzentrumsinfrastruktur wachsen der Studie zufolge sehr deutlich. In den letzten drei Jahren lag das jährliche Wachstum in diesem Bereich jeweils bei etwa zehn Prozent. Allein in der Region Frankfurt/Main werden jährlich aktuell 350 Millionen Euro in den Aufbau und Erhalt der Rechenzentrumsinfrastruktur investiert, heißt es in der Untersuchung. In der im Frühjahr 2017 durchgeführten Befragung von Rechenzentrumsbetreibern gaben fast 60 Prozent der Befragten an, ihr Rechenzentrum in den nächsten zwei Jahren noch erweitern zu wollen, knapp 40 Prozent planen Ersatzinvestitionen. Infolge dieser Marktentwicklung werde auch der Bedarf an kompetenten Dienstleistungen weiter steigen. Outsourcing ist dabei für viele Unternehmen bereits seit Jahren ein fester Bestandteil ihrer IT-Strategie. Davon verspricht man sich mehr Flexibilität, Agilität und Skalierbarkeit sowie Redundanzen zu den eigenen Kapazitäten. Darüber hinaus lässt sich der Fachkräftemangel ausgleichen, der in der IT seit Langem ein Thema ist.

Neue Applikationen und Entwicklungen wie das Internet of Things (IoT), Big Data, Cloud Computing oder mobile Anwendungen stellen vorhandene Installationen vor besondere Herausforderungen. Skalierbarkeit und Agilität sind darum von entscheidender Bedeutung. Rechenzentren sind keine starren Konstrukte, sondern lebende Gebilde. Kaum sind die notwendigen Komponenten installiert, beginnt auch schon ihr Alterungsprozess. Dann sind die Spezialisten gefragt. Dies gilt für die Wartung ebenso wie für den Service rund um die Applikationen, Server oder Switches, also die aktiven Komponenten eines Datacenters. Spezialisierte Service-Techniker sorgen nicht nur für die Inbetriebnahme, sondern sind auch im laufenden Betrieb Unterstützer und kompetente Ansprechpartner. Sie lokalisieren und diagnostizieren Warn- und Fehlermeldungen und eliminieren Fehlerquellen oder tauschen fehlerhafte Komponenten aus.

Klassische Service-Kräfte springen ein, wenn es um die Installation, die Beschaffung der notwendigen Produkte und deren Integration in das Netzwerk geht. Zum Service-Paket gehören häufig jedoch auch die Vorbereitung und Planung eines Projektes, die Terminüberwachung im Beschaffungsprozess sowie die Steuerung einer Installation.

Service-Spektrum wird anspruchsvoller

Immer stärker gefragt sind inzwischen auch „Managed Services“, bei denen Aufgaben ausgelagert werden, die der Kunde nicht selbst übernehmen kann oder will. Grund dafür ist meist das fehlende Fachpersonal im eigenen Haus. Oft sind die Spezialisten jedoch auch anderweitig eingesetzt oder verfügen nicht über den notwendigen Grad an Know-how. Gerade für die Aufgaben rund um die passiven Elemente eines Rechenzentrums und die verschiedenen Belange in diesem Bereich bleibt erfahrungsgemäß häufig keine Zeit.

Der Fachkräftemangel im Bereich der IT wird für viele RZ-Betreiber zu einem immer größeren Problem. In den Ballungszentren wie dem Rhein-Main-Gebiet oder in Nordrhein-Westfalen ist der Markt für Spezialisten gewissermaßen leergefegt. Aber gerade in diesen Regionen betreiben Großkonzerne eigene große Rechenzentren oder stellen solche für die Colocation-Nutzung bereit, bei der die Fläche und die Kapazitäten eines Rechenzentrums vermietet werden. Dann sind Service-Anbieter gefragt, die nicht nur bei der Planung der IT-Infrastruktur helfen, sondern auch im laufenden Betrieb eine Fülle von Aufgaben übernehmen.

Das Service-Team installiert anhand des gemeinsam zusammengestellten Entwicklungsplans sämtliche Komponenten – angefangen bei jenen auf der Aktivseite über die Verkabelung bis hin zu den notwendigen Stromanschlüssen. Bild: Rosenberger OSI

Rosenberger OSI bietet für dieses Anwendungsszenario umfassende Dienstleistungen an. Am Anfang steht dabei die Erstbesiedelung des IT-Raumes. Steht dazu die architektonische Planung seitens des Betreibers fest, kann dieser selbst festlegen, welche Dienste er in Anspruch nehmen will. Bei der Entwicklung des notwendigen Konzeptes stehen die Berater ihm zur Seite. Im Idealfall baut der Betreiber ein neues Rechenzentrum und übergibt mittels einer Outsourcing-Vereinbarung den Betrieb der IT-Infrastruktur komplett an das Service-Team.

Spezialwissen ist gefragt

Im Rechenzentrumsumfeld ist bekanntlich viel Spezialwissen gefragt, das häufig beim Betreiber vor Ort nicht ausreichend vorhanden ist. Die aktive Seite, Switches und Server mit ihren Applikationen wie beispielsweise SAP, bildet einen eigenen Bereich. Ein anderer ist die darunterliegende Infrastruktur wie die Verkabelung. Sie liegt häufig nicht sehr im Fokus und führt im IT-Betrieb eher ein Schattendasein. Dabei ist sie für den funktionierenden Betrieb des Rechenzentrums essenziell.

Fakt ist: Betreiber tauschen die Aktivtechnik eines Datacenters in der Regel alle drei Jahre aus, demzufolge stehen dann Neuinstallationen und -verkabelungen an. In großen Rechenzentren ist zudem ein ständiger Wandel zu beobachten: Grund dafür sind nicht zuletzt neue Techniken, von denen sich die Betreiber mehr Leistung und Bandbreite versprechen. Die gewünschten positiven Ergebnisse kann es allerdings nur geben, wenn auch die Verkabelung passt. Dass die vorhandene Kabelinfrastruktur mit neuen Aktivgeräten und damit neuer Technik genauso funktioniert wie mit den alten Komponenten, ist nicht automatisch sicher. Es kann auch passieren, dass die positiven Aspekte der Erneuerung vollständig verpuffen, weil die alten Kabel nicht mitspielen.

Kontinuierliche Überwachung

Das lebendige Rechenzentrum muss ein Betreiber also kontinuierlich überwachen und bei Bedarf auch neu planen. Dabei gilt es, verschiedene Fragen zu beantworten: Wo sind beispielsweise neue Verbindungen zu schalten und alte abzubauen, wo sind neue Leitungen zu verlegen, wenn das Rechenzentrum um neue aktive Komponenten wächst? Auch will geklärt sein, ob möglicherweise zusätzlicher Platz nötig ist, wenn der vorhandene IT-Park um neue Geräte erweitert wird. Wer hier im Vorfeld genau plant, erlebt später keine bösen Überraschungen.

Eine detaillierte Planung im Vorfeld ist daher essenziell. Grundvoraussetzung dazu ist zunächst die Klärung des aktuellen Bedarfs, wobei auch ein zukünftiges Wachstum mit in die Betrachtung einfließen sollte. Im Rahmen seiner Service-Leistungen setzt sich Rosenberger OSI bereits in der Presales-Phase mit dem Betreiber zusammen, lange bevor die Umsetzung der RZ-Pläne ansteht. Ergebnis dieser Kooperation sind ein Anforderungskatalog und das entsprechende Service-Paket. Das Service-Team installiert anhand des gemeinsam zusammengestellten Entwicklungsplans sämtliche Komponenten – angefangen bei jenen auf der Aktivseite über die Verkabelung bis hin zu den notwendigen Stromanschlüssen. Abhängig von den Sicherheitsanforderungen des Rechenzentrums planen und installieren die Techniker dabei die Festverkabelung (Trunk-Verkabelung) entsprechend der Norm EN 50600-2-4.

Workshops und Trainings

Workshops und Trainings sind ein wichtiger Bestandteil des Service-Pakets. Darüber hinaus legt der Anbieter Wert auf eine lückenlose Dokumentation. Sie ist wichtig für das Asset- sowie das Facility-Management und nicht zuletzt für die Betriebssicherheit im Rechenzentrum.

Das etwa 50-köpfige Service-Team von Rosenberger OSI deckt im gesamten Bundesgebiet eine breite Palette von Services ab. Dazu gehören neben dem RZ-Betrieb auch eine Hotline und abgestufte Service Level Agreements (SLAs), die sich eng am Bedarf des Betreibers orientieren und auf individuellen Anforderungen fußen.

Martin Lukas ist Prozessverantwortlicher Services bei Rosenberger OSI, www.rosenberger-osi.de.