Auf der Citrix-Hausmesse Synergy in Orlando, Florida, konnte der Virtual-Workspace-Spezialist 5.000 Teilnehmer begrüßen, weitere 5.000 verfolgten laut Citrix-Angaben die Keynote von CEO Kirill Tatarinov im Live-Stream. Tatarinov betonte, Citrix rüste innovative digitale Unternehmen („Digital Frontier Companies“) mit der nötigen Infrastruktur für den sicheren Betrieb virtueller Arbeitsumgebungen aus. Dazu präsentierte er das Konzept des „Secure Digital Workspace“, begleitet von neuen Analytics- und Sicherheits-Services.

Heute, so Kirill Tatarinov, sind bereits die Hälfte der Mitarbeiter in den Unternehmen „Digital Natives“ (also mit dem allgegenwärtigen Internet aufgewachsen), bis 2020 soll ihr Anteil bei 75 Prozent liegen. Auf deren Ansprüche, so Tatarinov, müssten sich die Unternehmen vorbereiten, ohne aber die restlichen Kollegen zu übergehen. Gewinner im Marktgeschehen sind laut seinen Ausführungen die „Digital Frontier Companies“ (wörtlich: „die Unternehmen an der digitalen Besiedlungsgrenze“). Diese Unternehmen, so der Citrix-Chef, zeichnen sich durch vier Charakteristiken aus:
– Sie glauben, dass IT die Basis für agiles Geschäftsgebaren ist.
– Sie nutzen einheitliche digitale Arbeitsumgebungen.
– Sie ermöglichen „digitale Gewandtheit“ („Digital Dexterity“), indem sie sich um Digital Natives ebenso kümmern wie um das Hinzulernen der anderen Mitarbeiter.
– Sie treffen datenbasierte Entscheidungen, laut Tatarinov der wichtigste Aspekt.

Die Mittel dazu: künstliche Intelligenz (AI), das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), Mobile Computing und Cybersicherheit. Die Basis liefere die Cloud: Man erwarte, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate sämtliche Unternehmen in der einen oder anderen Form Public-Cloud-Services nutzen werden. Citrix selbst habe deshalb seine Entwicklungskultur umgekrempelt: Man denke und entwickle nun stets Cloud-fokussiert. So habe Citrix allein in den letzten zwölf Monaten acht neue Cloud-Services vorgestellt.

Citrix „Secure Digital Workspace“ bietet dank Netscaler-Technik einen „Software-definierten Perimeter“.

Im Zentrum von Tatarinovs Betrachtungen stand ein vertrautes Konzept, das Citrix nun „Secure Digital Workspace“ nennt. Digitale – oder genauer: virtualisierte – Arbeitsumgebungen sind seit jeher Citrix’ Kerngeschäft, für den Security-Aspekt soll der integrierte hauseigene ADC (Application Delivery Controller) Netscaler, aktuell in Version 12, sorgen. Dieser ermögliche einen „Software-Defined Perimeter“, sprich: Netscaler 12 garantiere kontextbezogene Sicherheit für die virtuellen Workspaces. Dazu liefere er ein Gateway as a Service, Web Application Firewall as a Service und SD-WAN (Software-Defined WAN) as a Service. Citrix hat somit die eh schon tragende Rolle von Netscaler innerhalb seiner Virtual-Workspace-Architektur nochmals verstärkt.

Citrix’ virtuelle Workspaces machen alle benötigten Apps, Services und Daten ortsunabhängig und sicher verfügbar, betonte Tatarinov.

Ergänzt wird diese netzwerkbasierte Sicherheit um UEM (Unified-Endpoint-Management) mit Mechanismen für das Onboarding, Monitoring und die Kontrolle von Endgeräten, Apps und Inhalten sowie den neuen „Citrix Analytics Service“, laut Tatarinov „vielleicht die wichtigste Ankündigung dieser Konferenz“.

Das neue Analytics-Angebot von Citrix soll für mehr Überblick über Netzwerk, Endgeräte und die Unternehmensdaten sorgen.

Der Analytics Service liefere Security- und Performance-Analysen und verschaffe der IT damit visuell anschaulich den Überblick, was im Netzwerk, auf den Endpunkten und mit den Daten passiert. So entdecke die Lösung zum Beispiel, wenn ein Nutzer eine ungewöhnlich große Datei herunterladen will. Der Service biete auf proaktive Weise ein hohes Maß an Schutz und sei flexibel, modular sowie individuell anpassbar.

Dank Citrix Cloud Analytics fällt es laut Hersteller zum Beispiel auf, wenn ein Mitarbeiter ein ungewöhnlich großes Datenvolumen herunterladen will.

Ebenfalls neu ist das Angebot „Security Practice“: Hier offeriert Citrix die Dienste seiner Sicherheitsfachleute. Diese arbeiten dann mit den Kunden zusammen, um das Sicherheitsniveau des Netzwerk und der Workspace-Umgebung zu evaluieren und zu verbessern.

Nachdem Marketing-Chef Tim Minahan zur Begrüßung die Bedeutung der Citrix-Community und der CTPs (Citrix Technology Professionals) hervorgehoben hatte, beendete Tatarinov seine Keynote mit einem Fokus auf die Partner. Hier betonte er die solide Partnerschaft mit Microsoft, dessen CEO Satya Nadella per Videobotschaft eingeblendet wurde, sowie weiterer Unternehmen wie Fujitsu, Samsung, Google und Hewlett Packard Enterprise (HPE). So könne Samsung dank Citrix-Technik mit seiner neuen Smartphone-Erweiterung Dex einen echten Desktop im Smartphone-Formfaktor bereitstellen, während man auf Googles Chromebooks die Nutzung von Office 365 und Skype for Business ermögliche. Eine weitere Ankündigung in puncto Partnerschaften war das „Citrix Ready HDI Workspace Appliance Program“, in dessen Rahmen die Partner Nutanix, HPE und Cisco Citrix-zertifizierte Workspace-Infrastrukturen liefern.

Weitere Informationen finden sich unter www.citrixsynergy.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.