Was haben die Cloud und Software-Defined WANs gemeinsam? Beide Techniken haben ihr Marktumfeld drastisch verändert, so der Anbieter Silver Peak. Im Fall der Cloud waren es die Unternehmensrechenzentren. Dagegen sind SD-WANs dabei, die Wide Area Networks von Service-Providern und Unternehmen auf eine neue Grundlage zu stellen. Dies belege eine Studie des Beratungshauses Frost & Sullivan, auf die sich Silver Peak bezieht.

Ein zentrales Ergebnis der Analyse: Etwa ein Drittel der Unternehmen hat bereits eine SD-WAN-Lösung implementiert oder ist gerade dabei, dies zu tun. Mehr als 60 Prozent planen dies innerhalb der kommenden zwei Jahre. Es liege auf der Hand, dass dieser Trend handfeste technische und wirtschaftliche Gründe habe. Mit Hilfe von softwarebasierenden Weitverkehrstechniken wollen Unternehmen in erster Linie

  • die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit von unternehmensweiten Netzen und Anwendungen sicherstellen,
  • detaillierte Sicherheitsregeln für User und Applikationen umsetzen und
  • die Leistung von Anwendungen und des Weitverkehrsnetzes zu steigern.

Dagegen dient SD-WAN nicht primär als Ersatz für herkömmlichen MPLS-Netze (Multi-Protocol Label Switching). Vielmehr verfolgen Unternehmen in allen Ländern eine Doppelstrategie. Sie binden einen Teil ihrer Niederlassungen über Internet- und Ethernet-Breitband-Verbindungen an Unternehmensrechenzentren oder eine Cloud an. MPLS werde parallel dazu weiterhin an ausgewählten Standorten eingesetzt.

SD-WANs wiederum dienen dazu, die Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur in Niederlassungen zu konsolidieren. Fast 44 Prozent der deutschen Unternehmen wollen beispielsweise mit Hilfe eines softwarebasierenden WANs die Router in Außenstellen ablösen. An die 52 Prozent planen, Router mit Erreichen des End-of-Life-Datums durch SD-WAN-Komponenten zu ersetzen.

Ebenfalls rund die Hälfte aller Unternehmen sieht in einem SD-WAN eine Möglichkeit, die IT-Sicherheit zu verbessern. SD-WAN-Systeme ersetzen in diesem Fall Firewalls und Unified-Threat-Management-Appliances oder erweitern den Funktionsumfang solcher Lösungen. Vor allem Unternehmen aus dem Finanz- und Hightech-Sektor sowie aus dem Bereich Fertigung tendieren dazu, SD-WANs mit der bestehenden Sicherheitsarchitektur zu kombinieren.

Eine softwarebasierende WAN-Lösung wie etwa Silver Peak Unity Edge Connect biete Unternehmen in Bezug auf IT-Sicherheit eine größere Flexibilität, so der Anbieter. Sie sind nicht mehr gezwungen, in jeder Niederlassung eine Firewall zu installieren oder alternativ dazu den Datenverkehr über Security-Systeme im zentralen Firmenrechenzentrum laufen zu lassen. IT-Administratoren gewinnen die Möglichkeit, den Datenverkehr automatisch von einer Appliance in einer Niederlassung oder einem Security-Service in der Cloud prüfen zu lassen.

Dies erfolgt auf Basis von Regeln (Policies) für Verkehrsarten, Nutzergruppen und Sicherheitsanforderungen. Solche Policies legen IT-Fachleute zentral fest. Die Umsetzung durch die SD-WAN-Lösung erfolgt automatisch. Damit dies reibungslos funktioniert, muss ein Software-Defined WAN allerdings über Mechanismen verfügen, die Datenströme klassifizieren können. Silver Peaks First Packet iQ-Technik identifiziere dazu Anwendungen und Web-Traffic bereits anhand des ersten Datenpakets, das übermittelt wird. Anschließend gehen die Pakete an die entsprechenden Security-Dienste weiter.

Ein weiteres Ergebnis der Studie von Frost & Sullivan: Die Optimierung von WAN-Verbindungen ist auf der Anforderungsliste von Netzwerkspezialisten nach wie vor weit oben zu finden. So gaben rund 47 Prozent der IT-Fachleute in Deutschland an, dass WAN-Optimierung für ihr Unternehmen unverzichtbar ist und ein fester Bestandteil einer SD-WAN-Lösung sein sollte. An die 53 Prozent wünschen sich, dass ein Anbieter von SD-WAN-Services oder entsprechenden Produkten WAN-Optimierung nach Bedarf bereitstellen kann.

Die Integration von WAN-Optimierungsfunktionen in SD-WAN-Appliances hat den Vorteil, dass der Einsatz spezieller WAN-Beschleunigungssysteme überflüssig wird.

Die Untersuchung von Frost & Sullivan bestätigt laut Silver Peak, dass die Mehrzahl der Unternehmen SD-WANs als zentralen Faktor ihrer Netzwerkstrategie betrachtet. Dies sei darauf zurückzuführen, dass in Firmen und deren Niederlassungen immer mehr Cloud-Applikationen zum Einsatz kommen. Hinzu kommt der Trend, Cloud-Dienste unterschiedlicher Anbieter einzusetzen, das Stichwort lautet Multi-Cloud.

Mit Hilfe eines softwarebasierenden WAN können IT-Abteilungen sicherstellen, dass auch über komplexe Corporate WANs Applikationen sicher, zuverlässig und in der erforderlichen Qualität bereitgestellt werden. Die entsprechenden Regeln (Policies) definiert ein Unternehmen selbst – im Einklang mit Geschäftserfordernissen. Exakt dieses Maß an Flexibilität ist für ein Unternehmen heute unverzichtbar.

Weitere Informationen stehen unter www.silver-peak.com zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.