Allen anders lautenden Vorhersagen zum Trotz genießt das Telefonieren in deutschen Unternehmen offenbar noch immer einen hohen Stellenwert. Doch es gibt, wie eine Studie zum Thema VoIP zeigt, bemerkenswerte Unterschiede – und zwar nicht nur in den verschiedenen Altersgruppen, sondern auch zwischen Ost und West. Durchgeführt wurde die Befragung im Sommer dieses Jahres vom Marktforschungsunternehmen Norstat im Auftrag des Berliner IP-Telefonie-Anbieters Snom. Abgedankt hat demnach das klassische Tischtelefon noch lange nicht: 80,3 Prozent der befragten Personen gaben an, ein stationäres Telefon am Arbeitsplatz zu haben, wobei der Prozentsatz in der jüngsten Altersgruppe, 20 bis 39, mit 84,75 Prozent am höchsten war. Bei den 40 bis 59-Jährigen sank die Zahl auf etwa 79 Prozent und bei den 60 bis 69-Jährigen sogar auf 75 Prozent.

Die Umfrage überraschte auch beim Vergleich der Bundesländer: Während in Hessen, Schleswig-Holstein und Bayern bei durchschnittlich rund 87 Prozent der Teilnehmer das stationäre Telefon noch immer einen festen Platz auf dem Schreibtisch hat, ist dieser Wert in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern um fast 25 Prozent niedriger. Dort statten Unternehmen nur noch zwei von drei Arbeitsplätzen (66,7 Prozent) mit einem Business-Telefon aus.

Seit den Anfängen der VoIP-Telefonie vor über zwei Jahrzehnten in Berlin setzt sich diese Technik der Untersuchung zufolge auch im Business-Bereich immer stärker durch. Die von Snom initiierte Umfrage ergab, dass die IP-basierende Telefonie 85 Prozent der Befragten bekannt ist. 38,5 Prozent arbeiten in einem Unternehmen, das bereits auf VoIP-Telefonie umgerüstet hat.

Spitzenreiter mit einem Plus von fast 60 Prozent über dem Durchschnittswert ist Schleswig-Holstein: Hier profitieren bereits 61,5 Prozent von den Vorzügen dieser Technik, so Snom.

11,4 Prozent der Befragten gaben an, dass die Umstellung auf VoIP in ihrem Unternehmen noch in diesem Jahr erfolgen soll. 34,6 Prozent sagten, dass sie nicht wissen, wann ihr Arbeitgeber die Umstellung vornehmen will.

Die Mehrzahl der Befragten, nämlich 57 Prozent, nannte die Kosteneinsparpotenziale für das Unternehmen an erster Stelle. Dass hier die Schwaben mit 72 Prozent weit vorne lagen, unterstreiche einmal mehr den Faktor „Körnchen Wahrheit“ in „Gerüchten“, so Snom weiter. Dicht gefolgt wird der Spitzenreiter Kostenreduktion vom Argument Sprachqualität. 47,7 Prozent aller Befragten und sogar 57 Prozent der 30 bis 39-Jährigen sehen darin den entscheidenden Vorteil.

Zeitraum der Durchführung der Befragung reichte von Ende Juni bis Anfang Juli 2019. Die Untersuchung hat Norstat durchgeführt. Aufgrund der geringen Antworten in einigen Bundesländern war eine Verwendung der Ergebnisse aus Berlin, Bremen, Hamburg und dem Saarland nicht möglich, so die Initiatoren der Studie.

Weitere Informationen stehen unter www.snom.de zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.