Damit Mitarbeiter ein unternehmensinternes soziales Netzwerk sinnvoll nutzen können, müssen sie Zugriff auf Daten und Dokumente aus Geschäftsanwendungen erhalten. VMware hat die Kommunikationsplattform Socialcast um eine Integration Engine erweitert, die die Collaboration-Schicht mit den Anwendungen verbindet.An den Erfolg der privaten sozialen Netzwerke wollen nun soziale Kommunikationsplattformen unternehmensintern anknüpfen. Sie nutzen zwar einen ähnlichen Interaktionsstil wie die privaten, doch funktionieren sie zwangsläufig anders, weil die Teilnehmer Arbeitsdokumente, etwa Spreadsheets oder Entwürfe, gemeinsam nutzen wollen und zudem die Sicherheitsvorkehrungen strenger sind. Neben vielen kleineren Spezialanbietern haben mittlerweile auch die meisten großen Softwarehersteller wie IBM, Oracle, Microsoft oder die Software AG ein Enterprise Social Network im Angebot.
VMware bietet mit der 2011 zugekauften Technik Socialcast eine Plattform, die durch die Zusammenführung mehrerer Informationsflüsse und Ereignisse nach Projekt oder Thema der Kommunikation und Zusammenarbeit im Rahmen der Geschäftsprozesse dienen soll. Diese Verbindung von Social Networking mit Geschäftsanwendungen will der Hersteller nun mit einer neuen Integration Engine verbessern und ausbauen. Über eine Benutzerschnittstelle können laut Chuck Dietrich, VMwares Vice President für Social Applications, auch technisch nicht versierte Teilnehmer auf jedes beliebige HTML- oder Javascript-kompatible Geschäftssystem zugreifen. Im Copy-and-Paste-Stil lassen sich Informationen etwa aus Sharepoint, CRM, ERP, Inventursystemen, Personalanwendungen, Wikis, aber auch Twitter oder Facebook nutzen und weiterleiten, so Dietrich.
Die Integration Engine fasst drei Komponenten zusammen: Reach in Version 3 bietet einen Setup-Wizard, mit dessen Hilfe sich die Integration der Systeme in die Collaboration-Schicht konfigurieren lässt. Der Community App Manager soll einerseits die Entwickler beim Erstellen von Apps für die Socialcast-Plattform unterstützen und andererseits diese Apps verwalten. Er übernimmt die Zugriffskontrolle und das Veröffentlichen der Anwendungen. Über das Oauth-2.0-Sicherheitsprotokoll kontrolliert er auch den Datenaustausch zwischen den Apps und der Plattform. Schließlich stellt der Manager einen internen App-Store zur Verfügung, aus dem Teams die für sie relevanten Anwendungen wählen können.
Zu Socialcast gehört zudem eine Activity Stream Engine, die der Erstellung von durchsuchbaren Online-Arbeitsbereichen dient, indem sie wichtige Aktivitäten, Dateien, Konversationen und Interaktionen erfasst und in entsprechenden Bereichen für ein Projekt, ein Team, ein Thema oder einen Belang zusammenbringt. Wie bei Facebook erstellen Anwender Profile, um anderen ihre Rolle, Kompetenz und Interessen mitzuteilen. Über eine Microblogging-Funktion soll die Echtzeitkommunikation unter Teammitgliedern erfolgen. Darüber lassen sich auch Updates und Informationen verteilen.
Die Bereitstellung der Socialcast-Anwenderkonten können Administratoren über eine Synchronisierung mit vorhandenen LDAP-Systemen durchführen. Kontaktinformationen, Tätigkeitsbeschreibungen und Profilinformationen von Mitarbeitern laufen dann automatisch ins Netzwerk. Anwender können über das Internet, den Desktop und über Mobilgeräte auf das soziale Netzwerk zugreifen.
VMware bietet drei Bereitstellungsoptionen: Anwender können das SaaS-Angebot aus der öffentlichen Cloud wählen. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, die nicht-mandantenfähige Variante für die private Cloud zu nutzen. Für die Verwaltung von Hardware, Software und Updates ist laut Hersteller gesorgt. Schließlich bietet VMware eine virtuelle Appliance als Onpremise-Modell. Die Integration Engine gibt es ab sofort für bis zu 50 Nutzer kostenlos.

Wie in den sozialen Netzwerken können Nutzer über Profile anderen Teilnehmern ihre Kompetenzen und Interessen bekanntmachen.

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