Toshiba: Daseinsberechtigung des Speicherklassikers

Anwendungsbereiche für Festplatten

11. Juli 2022, 12:30 Uhr | Anna Molder
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Seit dem Aufkommen von Flash-Speichern ist immer wieder vom Ende der Festplatte die Rede, doch der Speicherklassiker hält sich hartnäckig und ist in vielen Anwendungsbereichen nach wie vor gesetzt. Toshiba nennt die Bereiche, aus denen Festplatten heute und in den nächsten Jahren nicht wegzudenken sind.

Digitale Services durchziehen heute nahezu alle Unternehmen und weite Teile der Gesellschaft. Ob es nun Industrie-4.0-Umgebungen, vernetzte Fahrzeuge, Streaming-Plattformen oder soziale Netzwerke sind – die riesigen und stetig wachsenden Datenmengen sind in Rechenzentren auf Festplatten gespeichert. HDDs sind ein wirtschaftliches Medium für diese großen Online-Speicher, da die Festplattenkapazitäten aufgrund der Weiterentwicklung der Technik stetig wachsen und der Preis pro Terabyte kontinuierlich sinkt. Flash-Speicher sind deutlich teurer und man könnte sie auch nicht in ausreichender Menge herstellen, sodass sie vornehmlich als Cache zum Einsatz kommen, wenn der Datendurchsatz von Festplattenverbünden nicht ausreicht.

NAS-Systeme dienen nicht nur in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen als zentrale Datenablage und Backup-Speicher, sondern auch in immer mehr Haushalten. Dort übernehmen sie Aufgaben als Medien-Server und Schaltzentrale für das Smart Home. Festplatten sind für die vielseitigen Geräte ein geeignetes Speichermedium – nicht nur aus Kostengründen. Sie sind überdies völlig ausreichend für die Übertragungsgeschwindigkeiten in den meisten Firmen- und Heimnetzwerken, wo die hohe Performance von Flash-Speichern allenfalls bei der Übertragung sehr vieler kleiner Dateien spürbar wäre. Hier reicht dann aber auch eine Caching-SSD, für die einige NAS einen separaten Steckplatz mitbringen.

Ein weiterer Bereich ist die Videoüberwachung. Hier boomt der Markt, weil das Sicherheitsbedürfnis der Menschen wächst und die Systeme immer günstiger werden, sodass sie auch für Privatnutzer erschwinglich sind. Die inzwischen meist hochauflösenden Kameras liefern einen Videostream, den Festplatten perfekt abspeichern können – das sequentielle Schreiben von Daten mit hoher Geschwindigkeit zählt zu ihren Stärken, selbst die parallele Aufzeichnung mehrere HD-Streams stellt sie nicht vor Probleme. Zudem bieten sie viel Speicherplatz zu günstigen Kosten und eignen sich damit optimal für die großen Datenmengen, die bei modernen 4K- und 8K-Kameras anfallen.

Zwar haben Flash-Speicher die Festplatte aus nahezu allen Client-Systemen verdrängt. Doch weil die Hersteller von PCs, Notebooks oder Spielkonsolen aus Kostengründen oft nur recht kleine SSDs verbauen, steht Anwendern heute in der Regel weniger Speicherkapazität in den Geräten zur Verfügung als zu Festplattenzeiten. Zugleich nimmt ihr Speicherplatzbedarf zu, weil etwa private Fotosammlungen wachsen oder neue Spiele schnell einige Dutzend Gigabyte belegen. Externe Festplatten mit 2 oder 4 TByte erfreuen sich deshalb großer Beliebtheit und sind für viele Anwender eine einfache sowie preiswerte Möglichkeit, ihren Speicher zu erweitern.

Geht es um die Langzeitaufbewahrung von Daten, sind Festplatten neben Tapes das Speichermedium der Wahl. HDDs sind zwar pro Kapazität etwas teurer, punkten aber mit kürzeren Zugriffszeiten, wenn man bestimmte Dokumente für ein Audit heraussuchen muss. Zudem lassen sich bei Festplatten auch Deduplizierungsmechanismen nutzen, um die zu archivierenden Datenmengen zu reduzieren, was die Kosten – abhängig von der Art der Daten – erheblich senken kann.


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