Virtualisierungstechnik als Lösungsansatz

Herausforderungen in der Multi-Cloud

26. Juni 2020, 12:00 Uhr   |  Christian Winterfeldt/am

Herausforderungen in der Multi-Cloud

Die Multi-Cloud bringt Unternehmen ohne Zweifel große Vorteile. Mit ihr gehen aber auch einige zentrale Herausforderungen einher. Der beste Weg, sie zu meistern, ist ein konsistenter hybrider Ansatz auf Basis von Virtualisierungstechnik.

Die Multi-Cloud ist in vielen Unternehmen Realität geworden. Sie nutzen die Dienste verschiedener Public-Cloud-Anbieter und betreiben private Clouds, die sie in eigenen Rechenzentren, in Co-Location-Rechenzentren oder an Edge-Standorten hosten. Die einzelnen Betriebsmodelle haben dabei ganz spezifische Stärken. Die Public-Clouds etwa punkten durch geringe Vorlaufkosten, eine unkomplizierte Skalierung, einfach nutzbare Mehrwert-Services oder einen schnellen Zugang zu Entwicklungsressourcen. Bei On-Premises-Installationen dagegen sind in der Regel die langfristigen Kosten geringer, sie bieten schnellere Antwortzeiten und geben Unternehmen die uneingeschränkte Kontrolle über Anwendungen, Sicherheit und Compliance.

Aufwendiges Refactoring und Replatforming erforderlich

Die Multi-Cloud konfrontiert Unternehmen aber auch mit großen Herausforderungen. Die erste davon ist die Migration von bestehenden Anwendungen in die Public-Cloud. Diese weisen häufig monolithische Architekturen auf und können deshalb nicht von Haus aus alle Vorteile dieses Betriebsmodells abrufen. Dies gilt sowohl für die Kosten als auch für die Funktionen. Die Folgen sind oft aufwendige und teure Refactoring- und Replatforming-Projekte, um diese Anwendungen so aufzubereiten, dass sie das volle Potenzial des Public-Cloud-Betriebs ausschöpfen können.

Der Gang in die Cloud selbst ist dann in der Regel nicht weniger kompliziert. Die meisten Unternehmen können sich keine Ausfallzeiten leisten. Deshalb bewegen sie zunächst zahlreiche virtuelle Maschinen in die Public-Clouds, verbinden sie mit einer Datenbank, stellen die relevanten Daten bereit, testen die komplette Konfiguration und drücken erst dann den Knopf für den Produktivbetrieb. Dieses Vorgehen bedeutet komplexe und langwierige Projekte. Die Komplexität steigt sogar noch weiter, wenn Unternehmen die Clouds unterschiedlicher Anbieter nutzen, die alle eigene Methoden, Infrastrukturen und Architekturen aufweisen.

Entwickler müssen ihre Fähigkeiten erweitern

Eine weitere Herausforderung: Mit der Geschwindigkeit und Agilität, die die Public-Clouds ermöglichen, ist die Erwartungshaltung an Entwickler deutlich höher. Diese müssen sich neue Fähigkeiten aneignen, die bisher üblicherweise nur die Kollegen vom IT-Betrieb und der IT-Sicherheit benötigten. Viele Public-Cloud-Services erfordern von Entwicklern, neue Programmiersprachen zu lernen und sich mit dem Design von Anwendungen vertraut zu machen, die API-Aufrufe verwenden. Dies bedeutet, dass Entwickler durch die Public-Clouds vermehrt unter Druck stehen, ihre Skill Sets auszubauen und mehr Verantwortung zu übernehmen.

Je mehr Cloud-Anbieter, desto komplexer der Betrieb

Die dritte große Herausforderung betrifft den täglichen Betrieb. Zwar überträgt das Cloud-Modell sehr viele Verantwortlichkeiten für den IT-Betrieb an die Anbieter der Clouds, das heißt aber nicht, dass die Unternehmen diesbezüglich aufgabenbefreit sind. Die Erfahrung zeigt: Die einfache Bereitstellung in der Public-Cloud und die Erwartungen der Nutzer an eine geringere Komplexität haben zu fragilen Betriebsumgebungen geführt, die nach wie vor von Ausfällen betroffen sind. Aus Betriebssicht ist für die Unternehmen deshalb nicht weniger zu tun, sondern eher mehr. Und die Aufgaben sind dabei in der Regel nuancierter als bei herkömmlichen Architekturen.

Außerdem fehlt es den Cloud-Anbietern an der Motivation dafür, die Betriebseffizienz für die nutzenden Unternehmen zu erhöhen und Überflüssiges zu eliminieren. Das würde schließlich bedeuten, dass diese weniger Ressourcen in Anspruch nehmen. Zudem garantieren sie das Service-Level logischerweise nur im Rahmen der beiderseitigen Vereinbarungen. Kommen die nutzenden Unternehmen diesen Vereinbarungen nicht nach, können sie bei einem Ausfall die Anbieter auch nicht in Regress nehmen. Auch beim täglichen Betrieb gilt: Je mehr Cloud-Anbieter im Spiel sind, desto komplexer wird es. Für die Unternehmen kann es überaus schwierig sein, Kosten- und Service-Level über mehrere unterschiedliche Umgebungen hinweg zu evaluieren, da in der Regel jeder Anbieter seine eigenen Tools mitbringt.

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2. Herausforderungen mit hybridem Ansatz meistern

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