Im Interview: Sven Breuner, Vast Data

Kosten-Kapazitäts-Gleichung steht Kopf

8. März 2022, 12:00 Uhr | Anna Molder
Universal Storage
© Vast Data

Das junge Software-Storage-Unternehmen Vast Data mit Hauptsitz in New York verfolgt das Ziel, Unternehmen einen Speicheransatz zur Verfügung zu stellen, der All-Flash-Speicher ohne Storage-Klassen, Performance-Engpässe und aufwendiges Tuning für alle Workloads bereitstellen kann. Im Fokus steht dabei die Lösung Universal Storage. Nachdem das Unternehmen sein Produkt über zwei Jahre in den USA verifiziert hat, will es nun auch im europäischen Markt Fuß fassen. Zu diesem Anlass war LANline im Gespräch mit Sven Breuner, Field CTO bei Vast Data.

LANline: Herr Breuner, was unterscheidet Vast Data von anderen Storage-Anbietern?

Sven Breuner: Die Storage-Infrastruktur ist kompliziert. Unternehmen mussten sich bisher entscheiden, ob sie ein System für schnellen Datenzugriff haben wollen, dann wurde es aber auch schnell teuer, oder ob man große Datenmengen speichern muss. In diesem Fall konnte man sich kein schnelles System leisten und griff auf ein großes, aber langsames System zurück. Dadurch entstand in vielen Unternehmen eine komplizierte Pyramide aus Storage-Systemen. Genau dieses Problem wollen wir durch ein vereinheitlichtes und universelles System lösen. Dazu mussten wir zunächst an der Preisschraube drehen und zum anderen muss das Produkt von Anfang an die Robustheit und Funktionen mitbringen, die man auf allen Ebenen der Storage-Pyramide erwartet.

LANline: Warum funktioniert diese Pyramide heute so nicht mehr?

Sven Breuner: Der KI-Trend ist einer der Hauptgründe. Es reicht heute nicht mehr aus, eine kleine Untermenge der Daten im schnellen Zugriff zu haben und den Großteil der Daten in einem Archiv abzulegen. Für das Deep-Learning-Training, das man heute in nahezu allen Industriebereichen findet, ist es wichtig, immer wieder mit neuen Algorithmen aus den historischen Daten zu lernen. Im Idealfall versucht man, die Zukunft vorherzusagen, basierend auf alten Daten. Je mehr historische Daten im schnellen Zugriff sind, desto besser kann man daraus lernen und neue Informationen generieren. Deswegen ist es heute so wichtig, in Echtzeit Zugriff auf den Großteil der Daten zu haben.

LANline: Wie gelingt der Echtzeit-Zugriff auf das gesamte Datenspektrum?

Sven Breuner: Für ein Storage-System ist das natürlich erstmal ein Architekturproblem. Jede neue Storage-Box, die man hinzufügt, muss nicht nur dafür sorgen, dass das System größer, sondern eben auch entsprechend schneller wird. Das Stichwort ist hier Scale-out. Jede weitere Box macht nicht nur größer, sondern eben auch schneller. Der andere Punkt ist die darunter liegende Technologie. Früher mussten sich Unternehmen ein System aus rotierenden Festplatten erkaufen, wenn es groß und entsprechend günstig sein sollte. Heute gibt es Flash als Alternative. Das Problem war hier bisher allerdings, dass All-Flash viel zu teuer war, um es im großen Stil einzusetzen. Das hat zum Teil zu Hybrid-Architekturen geführt. Das funktioniert für große Unternehmen heute nicht mehr. Daher ist unser System ein All-Flash-System, das heißt, alle Daten sind immer im schnellen Zugriff.


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