Cloud-Strategie mit Preisfokus

Kosten verstehen

2. Februar 2022, 7:00 Uhr | Florian Weigmann/am
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Die Cloud ist aus vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken und erfasst immer mehr Geschäftsbereiche. Doch die Vorteile haben ihren Preis. Damit die Kosten nicht Überhand nehmen, sollten Unternehmen einige Aspekte bei ihrer Cloud-Strategie bedenken.

Beim Thema Agilität, Flexibilität oder der Skalierbarkeit sind Cloud-Systeme beinahe unschlagbar. Gleichgültig, ob Public, Private, Hybrid oder Multi Cloud: Die Vorteile einer anpassungsfähigen IT-Infrastruktur sind ausschlaggebend für den Unternehmenserfolg und Geschäftsmodelle – sowohl für aktuelle als auch zukünftige. Aus diesem Grund ist aktuell einen Sturm auf Cloud-Lösungen zu beobachten und es scheint, als würden Organisationen alles, was sich in die Cloud migrieren lässt, auch dorthin migrieren. Diese Entwicklung zeigt sich auch in dem zunehmenden Anteil an Multi-Cloud-Lösungen.

Bei all der Cloud-Euphorie sollten Unternehmen jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Technik allein kein Heilsbringer ist. Die Vorteile der Cloud stellen sich nicht von selbst ein und die Migration von Workloads sowie deren Verwaltung in der Cloud sind mitunter eine Herausforderung. Die wenigsten Unternehmen sind von Anfang an auf die Cloud ausgerichtet, und sie müssen die Effizienzgewinne und etwaige Kostenersparnisse  stets mit den entstehenden Kosten bei der Cloud-Nutzung ins Verhältnis setzen. Das gilt umso mehr, wenn mehrere Clouds im Einsatz sind. Hier ist zudem entscheidend, sich der konkreten Anforderungen an die Cloud bewusst zu sein, schließlich entstehen je nach Einsatzszenario unterschiedliche Kostenstrukturen.

Stehen Skalierung, Performance und Preis im Verhältnis?

Was am Ende auf der Abrechnung steht, hängt somit maßgeblich davon ab, wie die Cloud im Einsatz ist. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob bestimmte Daten in der Cloud vorgehalten sein müssen, sondern auch wie der Zugriff auf diese Daten aussieht. Klassischerweise unterscheidet man hier drei Kategorien von Daten: Hot, Warm und Cold Data.

Der „Wärmegrad” bezieht sich dabei unter anderem auf die Frequenz des Zugriffs sowie Reaktionszeit. Hot Data, also Daten, die man ständig ändert, aktualisiert oder abruft, erfordern hochwertigen Speicher und entsprechend performante Cloud-Ressourcen. Beispiele dafür sind etwa Produktkataloge oder Videodateien, die on-demand zur Verfügung stehen. Aufgrund der erforderlichen Leistung und Stabilität empfiehlt sich hier in der Regel ein Dateispeicher (File Storage).

Anders sieht es beispielsweise bei Archivdaten aus. Diese hält man aus verschiedenen Gründen weiterhin vor, nutzt sie jedoch kaum aktiv. Gleiches gilt für Backups. Aufgrund von Aspekten wie Ausfallsicherheit (ganz zu schweigen von der nahezu unbegrenzten Skalierbarkeit im Vergleich zu festplatten- oder bandbasierten Backup-Produkten) kann die Migration solcher Daten in die Cloud durchaus sinnvoll sein. Doch es bedarf keines hochperformanten Speichers und diese Cold Data kann man getrost in Objektspeicher (Object Storage) aufbewahren.

Das Thema Skalierbarkeit und die damit verbunden Kosten spielt nicht nur bei Speicherkapazitäten eine Rolle. Auch bei der Performance von Workloads und Anwendungen sollte man genau hinsehen. Nicht verwendete Kapazitäten können schnell zu Ineffizienz und unnötigen Kosten führen. Grund dafür ist, dass Unternehmen Anwendungen, die nicht mehr in Gebrauch sind, nicht sachgerecht herunterfahren oder etwa separate Umgebungen nicht wieder schließen oder abbestellen.

Cloud-Provider stellen einem Unternehmen bei Bedarf fast unbegrenzt Ressourcen zur Verfügung und die Kunden zahlen dafür – ob sie sie nun aktiv nutzen oder eben nicht. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, über Automatisierungen für die Infrastrukturbereitstellung nachzudenken. Das ermöglicht unter anderem, temporär genutzte Cloud-Umgebungen nach Abschluss eines Projekts automatisch wieder abzuschalten und damit den Kostenüberblick zu wahren.

Und auch die Frage der Datenverarbeitung in der Cloud sollten Unternehmen stetig hinterfragen – etwa wenn die Möglichkeit besteht, bestimmte Rechenoperationen bereits vor Ort zu erledigen (Stichwort Edge). Es empfiehlt sich also, sowohl den eigenen Bedarf penibel zu hinterfragen als auch die angebotenen Ressourcen der Anbieter mit Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis zu prüfen.

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