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Multi-Cloud zwischen Realität und Utopie

21. April 2021, 12:00 Uhr   |  Anna Molder

Multi-Cloud zwischen Realität und Utopie

Viele Unternehmen haben sich jüngst vom Multi-Cloud-Hype mitreißen lassen. Zu viele aber verschließen nicht nur die Augen vor den Herausforderungen der ehrgeizigen Reise zu einer echten Multi-Cloud, sondern auch vor dem vorherrschenden Hybrid-Modell, das bis dahin für viele Unternehmen die pragmatische Lösung sein wird. Achim Freyer, Regional Director DACH bei Rubrik, betrachtet nachfolgend die Frage nach Multi-Cloud oder Hybrid-Cloud aus Praktiker-Perspektive.

Seit Unternehmen ihre ersten vorsichtigen Schritte in die Welt der Cloud vollzogen haben, sind viele dazu übergegangen, ihre eigenen Speicherlösungen in Verbindung mit einem Public-Cloud-Service zu kombinieren. Das ist das Hybrid-Cloud-Computing, wie wir es kennen – und es bietet für viele Unternehmen nach wie vor die richtige Mischung aus Funktionalität und Flexibilität. Beim Multi-Cloud-Computing hingegen nutzen Unternehmen mehrere Public-Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Der Reiz liegt darin, dass Unternehmen die jeweils besten Ressourcen von jedem Anbieter auswählen können.

Eine solche Freiheit für Cloud-Umgebungen ist aber noch in weiter Ferne. Die Multi-Cloud bringt eine Reihe von Herausforderungen und Hindernissen mit sich, die sich noch nicht bewältigen lassen. In der Zwischenzeit und für die absehbare Zukunft wird die hybride Cloud bestimmend bleiben.

Es mag erscheinen, dass die Multi-Cloud gar nicht so weit weg ist und dass viele Unternehmen sie bereits erfolgreich nutzen, was mitunter auch stimmt. Um weitere Verwirrung zu vermeiden, ist es wichtig, den Begriff Multi-Cloud klar zu definieren und den Unterschied zwischen der „alltäglichen“ Multi-Cloud, die bereits im Einsatz ist, und der „utopischen“ Multi-Cloud der Zukunft herauszustellen. Die alltägliche Multi-Cloud bedeutet die Nutzung von SaaS-Anwendungen wie Office 365 in Kombination mit der Infrastruktur eines anderen Public-Cloud-Anbieters. Im Vergleich dazu beschreibt die utopische Multi-Cloud das Modell der vollständigen Freiheit und Kontrolle, um Anwendungen, Workloads und Daten über jede beliebige Cloud hinweg zu betreiben. Während einige Unternehmen Ersteres bereits nutzen und sich Letzterem möglicherweise annähern, werden die meisten in der Realität weiterhin auf eine Form der hybriden Cloud zurückgreifen.

Es gibt keine Zweifel, dass es eines Tages die begehrte, richtige Multi-Cloud geben wird. Schließlich war die Einführung der Public Cloud noch vor einigen Jahren nur für die fortschrittlichsten und risikofreudigsten Unternehmen denkbar. Heute sind Public-Cloud-Anbieter zu Recht als vertrauenswürdige Partner angesehen. Als Unternehmen ihre ersten Schritte in Richtung Public Cloud unternahmen, war es ein beliebter Test, „den Zeh einzutauchen und zu prüfen, ob das Wasser warm genug ist“. War der Temperaturtest in Ordnung, war es an der Zeit, sich von physischen Bändern zu verabschieden und Backup-Daten künftig beim neuen Cloud-Partner zu archivieren. Dieser gängige Einstiegspunkt führte zu größeren und mutigeren Implementierungen und schließlich zur Hybrid-Cloud in ihrer heutigen Form, aber das geschah nicht über Nacht.

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1. Multi-Cloud zwischen Realität und Utopie
2. Viele Hindernisse auf dem Weg zur Multi-Cloud

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