A-Server Backup & Data Recovery

Outsourcing der Datensicherung

16. April 2009, 22:00 Uhr   |  Thomas Joos/dp

Bei der Datensicherung ist es nicht nur maßgeblich, welche Daten gesichert werden müssen, sondern auch, wie schnell sich diese wiederherstellen lassen. LANline testete zu diesem Thema die Lösung A-Server Backup & Disaster Recovery, die der Hersteller selbst steuert und überwacht.

Installieren Systemhäuser bei ihren Kunden ein Datensicherungsprodukt, ist nach der Einführung oft die IT-Abteilung gefragt, das System zu steuern, zu überwachen und korrekt zu bedienen. Dabei schleichen sich oft Fehler ein. A-Server geht einen anderen Weg. Nach der Implementierung des Produkts übernimmt der Hersteller dessen Steuerung und Überwachung sowie notwendige Wiederherstellungen im 7×24-Stunden-Betrieb, sodass sich weder der Endkunde noch das zuständige Systemhaus damit befassen müssen.

Grundsätzlich handelt es sich beim A-Server um ein NAS-System, das die Datensicherung im Netzwerk übernimmt, vergleichbar mit dem Data Protection Manager von Microsoft. Für Systemhäuser interessant ist die Möglichkeit, das Produkt selbst zu labeln. Auch dann arbeitet im Hintergrund der Hersteller im Namen des jeweiligen Systemhauses.

Die Kunden erhalten ein an das Unternehmen angepasstes Datensicherungsprodukt. Neben einzelnen Dateien und Verzeichnissen lassen sich auch komplette Server für Bare-Metal-Restore-Szenarien sichern. Postfächer von Exchange-Servern sind ebenfalls in die Sicherung integrierbar. Ferner bietet A-Server optional eine Auslagerung der Speicherdaten in einem seiner abgesicherten Rechenzentren an. Die Backup-Server im lokalen Netzwerk des Kunden bezeichnet der Hersteller als BDR-Boxen. Diese sichern die Daten Block-Level-basiert alle 15 Minuten. Dadurch gibt es für jeden Server mehrere Wiederherstellungspunkte. Damit sind schnelle, zeitnahe Wiederherstellungen von Servern möglich, ohne viel Speicherplatz auf dem NAS zu verschwenden. Die Wiederherstellungen sind auf der gleichen, aber auch auf anderer Hardware möglich. Auch virtuelle Server unterstützt die Lösung. Die Fernwartung erfolgt über eine abgesicherte Internet-Verbindung mit einer 256-Bit-AES-Verschlüsselung. Nach der lokalen Sicherung werden gegebenenfalls die bereits beschriebenen Datenmengen off-site im A-Server-RZ synchronisiert.

Bei heiklen Speicherdaten sollte der Anwender darauf achten, dass die Internet-Verbindung ausfallsicher ausgelegt ist, um Datenverluste zu vermeiden. Die Auslagerung bietet sich nämlich als Ausfallkonzept für geschäftskritische Daten an. Werden im RZ des Unternehmens Daten gestohlen oder bei einem Brand oder Wasserschaden vernichtet, dann liegen zumindest die wichtigen Daten sicher und "off-site" im A-Server-RZ und lassen sich wiederherstellen.

Die einzelnen zu sichernden Server binden Systemverwalter über eine Verwaltungsoberfläche an. Den dazu notwendigen Agenten installiert der Server dann per Remote-Installation. Die Einrichtung der einzelnen Datensicherungsjobs ist ebenfalls sehr einfach über die Verwaltungsoberfläche abzuwickeln. Assistenten unterstützen den Administrator dabei. Das Unternehmen bietet auch Kurse zur Einrichtung und Verwaltung der Backup-Server an.

Einschränkungen

Die Lösung unterstützt bei den Exchange-Postfächern Server mit Exchange 2000/2003 und Exchange Server 2007. Allerdings muss dafür die Umlaufprotokollierung aktiviert sein. Dies führt dazu, dass andere Wiederherstellungsmethoden wie die Selbstreparatur wegfallen. Gerade das Fortführen der Logdateien in Exchange ist einer der Vorteile des Servers, da sich dadurch leichter Datenbankfehler beheben lassen. Unternehmen sollten daher gründlich überlegen, ob sie die Exchange-Sicherung A-Server überlassen.

Damit Systemverwalter Daten in die Off-Site-Location bei A-Server übertragen können, müssen in der Firewall die Ports TCP 22, 80 und 443 sowie UDP 33.000 bis 45.000 freigeschaltet sein, ansonsten ist keine Kommunikation möglich. Leider haben vor allem mit den dynamischen UDP-Ports viele Firewalls ihre Schwierigkeiten, unter anderem der ISA-Server von Microsoft. Das sollten Unternehmen bei der Einführung auf jeden Fall beachten. Der Server lässt sich in eine Windows-Domäne oder ein Active Directory einbinden, es ist aber nicht Voraussetzung. Er kann auch als alleinstehender Server die angebundenen Server sichern.

Zu Disaster-Recovery-Zwecken lassen sich Images von physischen Servern auch auf virtuelle Maschinen übertragen (P2V), doch nur mit Einschränkungen. Die Übertragung darf nicht zwischen Netzwerken stattfinden, die durch einen Microsoft-ISA-Server abgesichert sind. Virtuelle 64-Bit-Server unterstützt A-Server auch nicht. Außerdem dürfen den virtuellen Servern nur maximal 2 GByte RAM zugewiesen sein. Generell sollten Systemverwalter für die Datensicherung von Windows-Servern entweder die Windows-Firewall deaktivieren oder gründlich testen, ob die Kommunikation zwischen NAS-Server und dem zu sichernden Windows-Server fehlerfrei hergestellt werden kann. Windows-Cluster unterstützt A-Server in der aktuellen Version genauso wenig wie SANs auf Basis von iSCSI

Editionen

Der Hersteller stellt drei A-Server-Backup-Editionen zur Verfügung: Das "Base Model" besteht aus einem herkömmlichen, nicht 19-Zoll-fähigen Server, der die Sicherung lokal im Netzwerk steuert. Er kann maximal 400 GByte Daten sichern. Die Platten des Servers sind durch ein RAID-1-System abgesichert. Außerdem lassen sich nur Daten von zwei Servern im Netzwerk sichern und maximal 100 GByte im A-Server-RZ auslagern. Beim nächst größeren "Advanced Model" erhält der Kunde wahlweise einen Server-Tower oder einen 2-HE-19-Zoll-Server. Mit diesen Geräten lassen sich sechs Server bis zu einer maximalen Datenmenge von 1 TByte sichern. Die Platten des Servers sind durch ein RAID-10-System abgesichert. Off-Site können bei dieser Variante 200 GByte ausgelagert werden. Das "Xtrem-Model" schließlich besteht aus einem 2-HE-19-Zoll-Server, der bis zu zehn Server mit einer Datenmenge von 2 TByte sichern kann. Die Platten sind wie beim Advanced Model mit einem RAID-10-System abgesichert. Alle Platten sind Hot-Swap-fähig, lassen sich also im laufenden Betrieb auswechseln. Off-site können bis 500 GByte übertragen werden. Alle Server verfügen über 8 GByte Arbeitsspeicher. Offiziell unterstützt A-Server derzeit noch nur Windows 2000 Server und Windows Server 2003, aber nicht Windows Server 2008. Desktop-Betriebssysteme unterstützt die Backup-Lösung ebenfalls nicht.

Die Server verschickt der Hersteller in gut abgesicherter Verpackung per Paketdienst. Windows Storage Server 2003 R2 ist bereits vorinstalliert. In unseren Tests waren die Windows-Anmeldedaten für den Server nicht leicht zu finden. Die Tastatur des Servers ist darüber hinaus standardmäßig auf Englisch eingestellt, sodass Systemverwalter mit deutschen Tastaturen zunächst ein paar Schwierigkeiten haben, die korrekten Anmeldedaten einzugeben.

Über die Web-Seite www.saaztraining.com/aservernas stellt der Hersteller ein Portal zur Verfügung, das englischsprachige Guides, Webinars und Videos enthält. Vor allem die PDF-Dateien zur Einrichtung sollten Systemverwalter vor der Verwendung zu Rate ziehen.

Grundsätzlich handelt es sich bei A-Server Backup & Disaster Recovery um ein interessantes Produkt, vor allem aufgrund der 24/7-Überwachung durch geschulte Spezialisten. Insbesondere kleinere Unternehmen verfügen nicht immer über einen Spezialisten, und auch in größeren Firmen haben die IT-Administratoren oft nicht die Zeit, die Datensicherung zu überwachen. Problematisch ist die derzeit noch geringe Verbreitung in Deutschland.

Weder sind deutschsprachige Informationen erhältlich oder generell Informationen im Internet verfügbar, die das Produkt genauer beschreiben. Systemverwalter sollten sich daher schon etwas auskennen, wenn sie das Produkt installieren wollen, dies gilt auch für IT-Consultants.

Auch ein Disaster-Recovery-Konzept für den Datensicherungs-Server selbst ist nicht ohne weiteres umsetzbar. Unternehmen, die am Produkt interessiert sind, sollten es zunächst mit einer kleinen Datenmenge und wenigen Servern testen und dann schrittweise umsteigen.

Für das Produkt sprechen der Support und die Möglichkeit von Teststellungen.

Der Sitz des Unternehmens ist Belgien. Unternehmen, die Daten auslagern wollen, sollten sich daher zunächst informieren, wie die entsprechende Gesetzeslage in Belgien ist und ob der Hersteller die Sicherheit der Daten gewährleisten kann.

Info: A-Server Tel.: 0032/9/3242581 Web: www.aserver.com

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