Hamburger Bürger sollen künftig schneller einen Parkplatz finden. Dafür werden ein innenstadtweites Netz aus Sensoren und die App „Park and Joy“ sorgen, so die Telekom. Zugleich erspart die App dem Fahrer den Gang zum Kassenautomaten, da er den Parkschein per Smartphone bezahlen kann. Für diesen digitalen Park-Service errichtet die Telekom jetzt ein neues Sensornetzwerk: Die ersten 100 Sensoren will die jetzt verbauen, bis Ende 2019 sollen es bis zu 11.000 in der gesamten Hamburger Innenstadt sein.

Die App „Park and Joy“, seit Herbst 2017 in den App-Stores erhältlich, diente bislang schlicht der minutengenauen Abrechnung Hamburger Parkplätze. Anfang 2018 neu hinzugekommen ist die Funktion „Parkplatz (P)“: Die App zeigt Parkräume in der Nähe des Zielorts als grau hinterlegte Flächen an, in denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Stellmöglichkeit findet.

Für diese Vorhersage finden laut Bekunden der Telekom verschiedene Datenquellen Verwendung, darunter anonymisierte hauseigene Netznutzungsdaten, zudem Wetterdaten oder kalendarische Daten. Die nun verbauten Parksensoren, die über die Funktechnik NB-IoT (Narrow-Band Internet of Things) senden, sollen die Prognosequalität erhöhen.

NB-IoT-Sensoren vereinen sehr niedrigen Energieverbrauch mit hoher Reichweite. Die Informationen der Parksensoren sollen noch diesen Sommer in das Parkleitsystem einfließen.

„Durchschnittlich 20 Minuten suchen wir einen Parkplatz. Das verstopft die Straßen und führt zu noch mehr Abgasen in der Innenstadt“, so Oliver Bahns, Leiter des Bereichs Connected Mobility bei T-Systems. Hier wolle man mit „Park and Joy“ Abhilfe schaffen.

In Hamburg bringt die Telekom ihr neues Park-Sensornetz erstmals großflächig zum Einsatz, aber, so Bahns: „Ziel ist, die App deutschlandweit nutzbar zu machen.“ Noch für dieses Jahr sei der Einstieg in ein digitales Parkleitsystem in Bonn, Darmstadt, Dortmund, Duisburg, Hagen, Moers und weiteren Städten geplant.

Doch das Projekt beschränkt sich für die Stadt Hamburg nicht allein auf Pkw-Parkplätze, sondern umfasst den innerstädtischen Verkehr als Ganzes: „Die geplante Verknüpfung von Parken und Weiterfahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln – mit Bus und Bahn – oder gar Fahrrädern ermöglicht neue digitale Modelle, die bislang in Deutschland einmalig sind“, so Dr. Jörg Oltrogge, Leiter des Landesbetriebs Verkehr in Hamburg.

Weitere Informationen finden sich unter www.telekom.de.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.