Mitarbeiter an digitalen Arbeitsplätzen sind nicht nur produktiver, sondern auch motivierter und zufriedener mit ihrem Job, so das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag von HPEs Networking-Tochter Aruba. Der Netzwerkausrüster warnt, dass Unternehmen, die der technischen Entwicklung hinterherhinken, Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren und für Spitzentalente als Arbeitgeber unattraktiv zu werden.

Für die Studie mit dem dramatischen Namen „Die richtigen Technologien entfesseln das Potenzial des digitalen Arbeitsplatzes“ ließ Aruba im April und Mai 2018 7.000 Personen aus 15 Ländern in Amerika, Europa und Asien befragen, darunter auch in Deutschland. Die Teilnehmer kamen aus Unternehmen und Organisationen aller Größen, aus der Privatwirtschaft ebenso wie dem öffentlichen Sektor.

Die Autoren des Reports unterscheiden zwischen „Digital Revolutionaries“ (also Vorreitern in Sachen Digitalisierung, bei denen digitale Arbeitsplatztechnik bereits flächendeckend zum Einsatz kommt) und „Digital Laggards“ (Nachzüglern). Eine digitale Arbeitsumgebung fördert laut der Befragung nicht nur die Produktivität, sondern biete auch Vorteile für den Endanwender: 53 Prozent (weltweit: 73 Prozent) der Mitarbeiter bei den „Vorreiter“-Unternehmen berichteten von positivem Einfluss auf ihre Produktivität, 53 Prozent verwiesen auf verbesserte Zusammenarbeit dank digitaler Technik gegenüber 50 Prozent bei den „Nachzüglern“.

Bei den Vorreitern waren mehr Befragte zufrieden mit ihrem Job (Deutschland: 70 Prozent; weltweit: 74 Prozent) als bei den Nachzüglern. Hier bewerteten die Befragten ihre Work-Life-Balance auch eher als positiv, und zwar mit 59 Prozent (weltweit: 70 Prozent).

„Der Begriff ‚Arbeitsplatz‘ ändert jetzt seine Bedeutung, da die Unternehmen allmählich erkennen, dass ein effektives Umfeld auf menschliche Erfahrungen zielt und die Arbeitsweisen verschiedener Generationen und Persönlichkeitstypen flexibel unterstützen muss“, so Francisco Acoba, Managing Director bei Deloitte Strategy and Operations. Dies führe zu neuen Prozessen, in denen IT-Lösungen, Gebäudesysteme und Büroeinrichtung mit den Menschen interagieren. Diese Nutzererfahrung wirke sich positiv auf den Gesamterfolg aus – unabhängig von der spezifischen Situation des Unternehmens.

Risiko IT-Sicherheit
Die Umfrage zeigte aber auch, dass IT-Sicherheit ein Problem für die Unternehmen darstellt: Die Mitarbeiter sagten einerseits, ihnen sei die Bedeutung von Sicherheit sehr wohl bewusst, gaben aber gleichzeitig zu, mehr Risiken bei Unternehmensdaten und -geräten einzugehen. So gestanden 58 Prozent riskante Verhaltensweisen wie die Weitergabe von Passwörtern und Geräten ein.

Aruba empfiehlt vor diesem Hintergrund, eine Strategie für den digitalen Arbeitsplatz zu entwickeln: Die IT müsse gemeinsam mit Managern, Anwendern und Vertretern der Fachabteilungen eine Roadmap für die Einführung digitaler Arbeitsplätze erstellen. Dies umfasse auch die Implementierung neuer Systeme jenseits der herkömmlichen Technik, etwa intelligenter Sensoren und unternehmensspezifischer Mobilgeräte-Apps, um ein personalisiertes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Im Unternehmen müssen man sich auch Gedanken machen, wie man abseits der Zentrale digitale Arbeitsplätze bereitstellen kann, etwa für Telearbeiter, Partner und Kunden. Hier sei der IT-Leiter gefordert, eine Arbeitsumgebung ohne Grenzen zu planen und entsprechend zu investieren. Sicherheit müsse einen integralen Baustein des digitalen Arbeitsplatzes bilden, wobei menschliche Schwächen ebenso zu berücksichtigen seien wie kriminelles Verhalten.

Die „Consumerization“ des digitalen Arbeitsplatzes (also die Orientierung an dem, was im Privatumfeld bereits Standard ist) stellt dabei laut Aruba einen Trend dar: „Die Arbeitnehmer sind Konsumenten und bringen ihre Verbrauchererwartungen mit an ihren Arbeitsplatz“, so Janice Le, Chefmarketier von Aruba.

Zudem gilt laut Le: „Der Arbeitsplatz wird immer intelligenter und ermöglicht damit auch intelligenteres Arbeiten.“ Denn derzeit entstehe ein neues Paradigma, das intelligente Gebäudetechnik mit dem digitalen Arbeitsplatz verbindet. Dabei treffe ein anwenderorientiertes Design auf IoT (Internet of Things), etwa in Form von intelligenten Büromöbeln („Connected Furniture“), sowie eine entsprechende Gebäudeautomation.

Der vollständige Bericht ist zu finden unter www.arubanetworks.com/TheWorkplaceoftheFuture.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.